Mammutaufgabe "Leitstellenmitarbeiter"

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Markus Goebel (2. v.l.) hier beim Besuch der Leitstelle mit Landrat Olaf Schade und Fachbereichsleiter Michael Schäfer - hat Bilanz für das Jahr 2016 gezogen. (Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)
Schwelm: Kreishaus |

„Feuerwehr und Rettungsdienst des Ennepe-Ruhr-Kreises. Wie kann ich Ihnen helfen?“ - Wenn diese Frage gestellt ist, muss es fast immer schnell, sehr schnell gehen.

Für den Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung zählt jede Sekunde. Weil es brennt, weil ein Mensch in einer gesundheitlichen Notlage ist oder weil es einen Verkehrsunfall melden muss, hat er die Notrufnummer 112 gewählt. Mit gezielten Fragen gilt es für den Mitarbeiter der Leitstelle so zeitnah wie möglich herauszufinden, welche Hilfe er auf den Weg schicken muss.

Mitarbeiter vollbringen logistische Meisterleistung

„Diese Koordination von Informationen, Helfern und Rettungsmaterial ist tagtäglich eine logistische Meisterleistung, die gelingt, gelingen muss“, macht Markus Göbel, Leiter der Leitstelle im Schwelmer Kreishaus deutlich. Aus der siebten Etage werden sämtliche Einsätze im Feuer- und Katastrophenschutz, im Rettungs- und Notarztdienst sowie im Krankentransport im Ennepe-Ruhr-Kreis koordiniert.
Eine Mammutaufgabe, wie einige Zahlen aus 2016 eindrucksvoll belegen. Insgesamt nahmen die Disponenten - alles gelernte Feuerwehrleute und Rettungsassistenten - 214.000 Anrufe entgegen. Gut 72.000 Anrufe liefen über die 112 auf. Pro Tag galt es also, durchschnittlich 196 Notrufe zu verarbeiten. „Natürlich“, so Göbel, „mit erheblichen Schwankungen. Tagsüber ist mehr los als nachts und bei besonderen Wetterlagen schnellen die Anrufzahlen natürlich nach oben.“

Viele Einsätze erforden auch viele Leitstellenmitarbeiter

Die Anrufe waren für die Disponenten Anlass, 29.300 Mal den Rettungsdienst auf den Weg zu schicken, 20.300 Krankentransporte und 971 Brandeinsätze zu veranlassen. „Dazu kamen für die Feuerwehren dann unter anderen noch mehr als 2.650 so genannte technische Hilfeleistungen. Also beispielsweise das Befreien eingeklemmter Personen, das Retten von Tieren oder Aufgaben bei Überschwemmungen oder Stürmen“, bilanziert Göbel.
Um die Einsätze einleiten und koordinieren zu können, muss natürlich entsprechendes Personal und Material zur Verfügung stehen. Im Rettungsdienst sind dies täglich bis zu fünf Notärzte und dreizehn Rettungswagen. In den neun kommunalen Feuerwehren und den zwei Werkfeuerwehren sind insgesamt über 1.600 Feuerwehrkräfte tätig. Neben den 270 Hauptamtlichen bilden dabei die ehrenamtlichen Helfer der freiwilligen Feuerwehren das Rückgrat für Retten, Schützen, Bergen und Löschen. „Ohne sie kämen die Menschen im Kreis nicht so ruhig durch den Tag und durch die Nacht“, betont Rolf-Erich Rehm, als Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung auch für die Kreisleitstelle verantwortlich.
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