Schwertes Bürgermeister fordert Abkehr von "Go-In-Verfahren"

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Eine Abkehr von dem sogenannten „Go-In-Verfahren“ schlägt Bürgermeister Heinrich Böckelühr vor, wenn es um die Integration von schulpflichtigen Kindern von Asylbegehrenden geht. „Gelebte Integration sieht anders aus“, meint Böckelühr. Der Schwerter Bürgermeister hatte bereits anlässlich der Bürgermeisterkonferenz im Januar darauf aufmerksam gemacht, „dass die schulische Integration von Flüchtlingskindern im Rahmen des durch den Kreis Unna präferierten ,Go-In-Verfahrens` angesichts steigender Fallzahlen zusehends an ihre Grenzen stößt“.

Schriftlich hat sich Heinrich Böckelühr jetzt an den Landrat des Kreises Unna gewandt. In dem Schreiben heißt es: „Bis Ende Januar 2016 konnten im laufenden Schuljahr 2015/ 2016 in der Stadt Schwerte insgesamt 112 aus dem Ausland zugezogene Schülerinnen und Schüler auf die einzelnen Schulen verteilt werden, davon 50 an Grundschulen, 11 an Gymnasien, 9 an Gesamtschulen, 17 an Realschulen, 11 an die Hauptschule, 11 an das Berufskolleg und 3 an auswärtige Schulen. Festzuhalten bleibt aber auch, dass insgesamt 29 aus dem Ausland zugezogene Schülerinnen und Schüler noch nicht vermittelt werden konnten.“

Das von dem Kommunalen Integrationszentrum durchgeführte Verfahren führe zu einer Konzentration an bestimmten Schulen, beispielsweise im Primarbereich mit jeweils 15 Schülerinnen und Schüler an der Albert-Schweitzer-Schule und der Friedrich-Kayser-Schule sowie in der Sekundarstufe I mit allein 10 Schülerinnen und Schülern am Friedrich-Bährens-Gymnasium. „Eine der schulischen Integration von Flüchtlingskindern zuträgliche Gleichverteilung kann damit überhaupt nicht umgesetzt werden“, so Böckelühr. „Es empfiehlt sich daher, das bisherige Go-In-Verfahren aufzugeben.“

Weil die schulische Integration von Flüchtlingskindern ausschließlich über die Bildung von Auffangklassen angesichts der fehlenden muttersprachlichen Homogenität und der damit verbundenen Überforderung der Lehrkräfte ebenfalls an ihre Grenzen stoße, scheine eine Kombination beider Verfahren von Vorteil. „Die aus dem Ausland zuziehenden Schülerinnen und Schüler erwerben zunächst für einen begrenzten Zeitraum im Rahmen eines geschlossenen Klassenverbandes die notwendigsten Kenntnisse der deutschen Sprache, um anschließend unter Berücksichtigung des in den Herkunftsländern erworbenen Bildungsstandes zielgerichtet an die passende Schulform verteilt zu werden. Diese Verteilung hat dann möglichst in gleichem Umfang auf alle Klassenverbände zu erfolgen, um einerseits die Kenntnisse der deutschen Sprache zu vertiefen und andererseits hinreichende Unterstützung durch Lehrkräfte und Mitschülerinnen und Mitschüler erfahren zu können“, so der Vorschlag des Schwerter Bürgermeister, der sich auf eine Beratung des Jugendhilfeausschusses der Stadt Schwerte kürzlich zu diesem Thema bezieht. „Ein solches kombiniertes Verfahren dürfte viel eher geeignet sein, die schulische Integration von Flüchtlingskindern nachhaltig zu fördern.“

Heinrich Böckelühr bittet abschließend darum, die dargelegten Überlegungen kurzfristig in den Abstimmungsprozess mit der Bezirksregierung Arnsberg einfließen zu lassen.
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