Finanznot im Kulturzentrum Lindenbrauerei in Unna

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Die Lindenbrauerei - ist der Versuch, Kultur und Kommerz zu mischen, gescheitert? (Foto: Archiv)
Unna: Lindenbrauerei Unna | Die drohende Finanzmisere des Veranstaltungszentrums Lindenbrauerei ruft jetzt natürlich wieder die politischen Kräfte auf den Plan, um sogleich nach Bekanntwerden auch schon die Schuldigen zu benennen. Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, wenn in anderen Bereichen „alternativlos“ Gelder ausgegeben werden, solange es der Wirtschaft oder dem Prestigedenken der Verantwortlichen dient. Auch in Unna wurde in den letzten Jahrzehnten das Geld mit vollen Händen aufgrund von „Modetrends“ oder „Prestige“ ausgegeben (Eissporthalle, Stadthalle, Bahnhofsgelände und -umfeld, und so weiter). Auf der anderen Seite werden sang- und klanglos Hallenbäder, Freibäder und Ähnliches von den gleichen Politikern geschlossen, die sich anschließend darüber beklagen, dass immer weniger Kinder das Schwimmen erlernen.
Im Falle des Veranstaltungszentrums Lindenbrauerei hat die Stadt Unna ein Industriedenkmal vor Ort, nach dem sich andere Kommunen neidvoll umdrehen. Hier sind die Politiker durchaus in der Verantwortung, einen derartigen Kulturbetrieb am Leben zu erhalten, da „Kultur“ die Menschen unterschiedlichster Art auf einen Nenner zusammenbringt.
Selbstverständlich müssen in Zeiten der knappen Kassen auch Konzepte und Abläufe diskutiert werden, dem wird sich auch die Geschäftsführung der Lindenbrauerei nicht verschließen. Aber es muss auch einmal eine Lanze für deren Arbeit gebrochen werden, dass sich hier seit Jahren die Geschäftsführung und die Mitarbeiter der Lindenbrauerei mit sehr viel Herzblut und außergewöhnlichem Engagement darum bemühen. Sonst wäre man nicht bereit, Gehälter zu stunden oder Renovierungen in Eigenarbeit durchzuführen – man steht zu seinem Tätigkeitsfeld mit allen Widrigkeiten, und das ist nicht selbstverständlich. So etwas kann man nicht am Geld allein aufhängen, dahinter stehen Menschen. Diese Einrichtung ist es absolut wert, weitergeführt zu werden, denn sie ist wichtig für Unna und seine Bürger bis über die Stadtgrenzen hinaus. Also sucht und findet gemeinsam eine Lösung, damit es weitergehen kann. Ihr werdet an den Taten gemessen und nicht nur an den Worten. Und bald ist wieder Wahl!
Klaus Heberling
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Heike Palm aus Unna | 29.08.2013 | 19:40  
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