Ev. Kirchengemeinde Massen - Unsere Vikarin Nele Kaiser

Anzeige
Vikarin Nele Kaiser - Gottesdienst in der Friedenskirche Unna-Massen
 
Vikarin Nele Kaiser - Vor dem Taufgottesdienst in der Friedenskirche Unna-Massen
Unna: Evangelische Kirchengemeinde Massen | Sonntag, 10. Juni 2018 11:00 Uhr

Pastorin werden ist für mich der wundervollste Beruf

sagte Nele Kaiser nach ihrem Gottesdienst am Sonntag in der Fiedensksirche. Sie ist seit dem 1. April 2017 als Vikarin in unserer Kirchengemeinde. Ich habe sie auf einigen Veranstaltungen in dieser Zeit in unser Gemeinde getroffen. Sie fühlt sich hier sichtlich wohl, so mein Eindruck.


Nele Kaiser (* 25.05.1991 in Rheine an der Ems) wohnt zurzeit in unserer Kirchengemeinde Massen. In einer Ausgabe des Gemeindebriefs 2017 beschrieb Nele Kaiser es so:

Und nun freue ich mich auf die Zeit in Ihrer Gemeinde und darauf mit Ihnen Glauben zu teilen und Glauben zu leben.

Fünf Fragen an unsere Vikarin


Warum haben Sie sich ausgerechnet für ein Theologiestudium entschieden?

Ehrlich gesagt ging es mir anfangs gar nicht um das Studium. Es war vielmehr die Voraussetzung, um Pfarrerin werden zu können. Ich hatte den Beruf im Blick. Pfarrerin zu sein heißt für mich: Menschen auf einen liebenden und Kraft spendenden Gott aufmerksam zu machen, Gottesdienste zu feiern, Gemeindeleben zu fördern, Kontakt mit Menschen zu haben, Beziehungen aufzubauen, Menschen für den Glauben zu begeistern. Da gehörte das Theologiestudium an den Anfang dieses Weges. Und erst mit der Zeit wurde mir klar, was das alles bedeutet. Theologie zu betreiben heißt kritisch und offen über Gott nachzudenken. Es geht darum, Gottes Handeln am Menschen in den Texten der Bibel und besonders heute in unserer Welt zu entdecken.

Wie sind Sie hier in der Gemeinde aufgenommen worden?

Herzlich. Mit offenen Armen. Und einem großen Interesse. Ich fühle mich hier sehr wohl, weil die Menschen es mir so einfach machen. Man lacht und weint zusammen. Man feiert gemeinsam und diskutiert Gott und das Weltgeschehen. Das gefällt mir sehr.

Wo liegen zurzeit Ihre Schwerpunkte der Arbeit und was übernehmen Sie besonders gerne?

Schwerpunkte meiner praktischen Arbeit sind die Konfirmandenarbeit, dafür brennt mein Herz schon seit der Jugend, sowie die Seelsorge und Gottesdienste. Seelsorgliche Gespräche gehen mir ins Herz. Menschen kennenzulernen, zuzuhören und sie in ihrer Situation ernst zu nehmen, mit Segen und Gebet Gottes Liebe und Zuwendung zeigen und letztlich Gott bei alle dem wirken zu lassen – das ist Seelsorge, wie ich sie verstehe. Das kommt besonders bei Beerdigungen zum Tragen. Gottesdienste sind das Herzstück der Gemeinde. Noch stehe ich nicht vor leeren Kirchenbänken und das hoffe ich auch mit meinem Beitrag und in Teamarbeit weiterhin zu verhindern. Mein Wunsch ist es Gottesdienste wieder attraktiv zu machen.
Zu meiner Arbeit gehört aber auch ein hohes Maß an Reflexion sowohl mit meinem Mentor Pastor Main als auch mit meinen VikariatskollegInnen und im Predigerseminar. Alles wird kritisch hinterfragt, was war gut und warum. Was war nicht so gut und wie kann ich das verbessern. So wachse ich an meinen Aufgaben 
Am meiste freue ich mich aber derzeit auf mein Projekt – ein Speeddating in der Kirche.

An welche Begegnungen in dieser Zeit in unserer Gemeinde denken Sie gerne oder was stimmt sie nachdenklich?

Ich denke gerne an die Begegnungen mit Menschen aus der Gemeinde. Wir sind alle so unterschiedlich und kommen doch unter einem Dach zusammen. Das ist eine sehr bereichernde Erfahrung. Es fällt mir wirklich schwer eine einzelne Sache zu nennen, denn ich habe schon so viele schöne Erfahrungen machen dürfen.
Nachdenklich macht mich, dass leider viele Menschen der Gemeinde fern bleiben. Das macht mich traurig, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es gut tut, in einer Gemeinschaft zu leben, die sich unter Gottes Verheißung und Liebe stellt. Massen geht da erste Schritte, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen, die sonst nichts mit Kirche anfangen können. Die Gemeinde setzt sich mit „fresh expressions of church“ (frische, lebendige Formen von Gemeinde und Kirche) auseinander, um so Menschen zu erreichen, die keinen Kontakt mehr zur Gemeinde haben. Das, so glaube ich, ist der richtige Weg. Wir können nicht erwarten, dass sie zu uns kommen. Wir müssen zu den Menschen raus gehen! Das hat Kirche schon immer so gemacht („Gehet hin […]!“, Mt 28,18f).

Bleibt Ihnen auch ein wenig Zeit für Hobbys und Sonstiges?

Mir bleibt die Zeit, wenn ich mir bewusst Zeit nehme. Das ist auch so eine Herausforderung für mich. Aber ich versuche regelmäßig zum Badminton spielen zu gehen. Auch plane ich bewusst Zeit für meine Familie, meinen Freund und meine Freunde ein. Das tut gut und will ich nicht vermissen.

Vielen Dank
liebe Nele Kaiser, für Ihre so ausführlichen Antworten. Das hat mir gut gefallen und weiterhin eine schöne Zeit hier in unserer Kirchengemeinde.

Hintergrund: Ausbildung zur Pfarrerin oder zum Pfarrer

Die Ausbildung zur Pfarrerin bzw. zum Pfarrer umfasst das Studium der Evangelischen Theologie, das Vikariat und den Probedienst. Auf dem Weg in den Pfarrdienst sind zwei Theologische Examina zu absolvieren. Die Ordination ist dann die kirchliche Beauftragung zum öffentlichen Dienst an Wort und Sakrament und zur damit verbundenen Seelsorge.

Fotos © Jürgen Thoms
Beitrag aktualisiert: 14.06.18 08:21:59
1
1
4
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.