Betroffenheit bei vielen Bürgern: Viele Erinnerungen hängen am alten Gasthof Nierenhof

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Langenberg: Gasthof Nierenhof |

Seit bekannt ist, dass der alte Gasthof Nierenhof einer Wohnbebauung zum Opfer fallen soll, macht sich bei vielen Bewohnern Betroffenheit über die Abrisspläne breit.

Trotz morgendlicher Kälte machten sich gestern einige alte, aber auch jüngere Nierenhofer Bürger auf den Weg und trafen sich vor dem alten Fachwerkhaus an der Kreuzung Nierenhofs.
Der WDR hatte sich auf Initiative von Stephan Simmet, Vorsitzender des Bürgervereins Nierenhof, zu einer Berichterstattung angemeldet. Daher bat der Bürgerverein darum, dass gerade Bürger, die Kenntnisse über die Historie des Gebäudes haben und sich noch an die „guten alten Zeiten“ erinnern können, um ihre Beteiligung. So war es nicht verwunderlich, dass sich gerade die älteren Bewohner Nierenhofs betroffen über die Abrisspläne des historischen Gasthofes zeigten. „Ob Familienfeiern, Beerdigungen oder Stammtische, früher traf man sich zu den verschiedensten gesellschaftlichen Anlässen im Gasthof Nierenhof“, erinnert sich Heinz Sippel, gebürtiger Nierenhofer, der viele Erinnerungen mit dem Gasthof verbindet.

Demnächst sollen an der Kreuzung Hattinger Straße/Bonsfelder Straße/Auf dem Einert Wohnhäuser entstehen.

Eine vom Rat der Stadt Velbert kurzfristig erlassene Veränderungssperre legte erste Pläne, die die Errichtung von Reihenhäusern vorsah, vorerst auf Eis. Doch eine Rettung des historischen Gemäuers ist nicht in Sicht. Vielmehr soll so, neben dem Interesse des Hauseigentümers, das Grundstück wertsteigernd zu bebauen, auch das Interesse der Öffentlichkeit berücksichtigt werden.
„Meldet sich jetzt nicht noch ein Investor, der Interesse an dem alten Gasthof hat, ist der Abriss leider unumgänglich“, so Stephan Simmet. „Umso wichtiger ist die anschließende Bebauung, schließlich ist die Lage ortsprägend. Vielleicht besteht ja sogar die Möglichkeit, an gleicher Stelle an das geschichtsträchtige alte Haus zu erinnern.“
Die Eigentümer und Betreiber des Gasthofs, Karin und Ingo Juds, verhinderten mit dem Kauf des Anwesens im Jahr1989 bereits schon einmal dessen Abriss. „Schon vor zehn Jahren haben wir verzweifelt nach einem Investor gesucht, jetzt sind unsere finanziellen Mittel leider erschöpft und wir sind gezwungen, das Ganze anderweitig gewinnbringend zu vermarkten“, bedauert Ingo Juds.
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