Genesungsbegleiterinnen erklären, wie wichtig ihr Job ist

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Die Bergische Diakonie bietet ab Januar 2016 die
Ausbildung zum „Ex-In Genesungsbegleiter“ an. Jetzt besuchten die Genesungsbegleiterinnen Patrizia Kraft und Julia Noll die Mitarbeiter der Begegnungsstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen an der Poststraße in Velbert, um die Werbetrommel für diesen wichtigen Job zu rühren.

„Das Wichtigste ist, dass ich den Menschen eine Perspektive geben kann, denn ich habe selbst erlebt, wie man sich fühlt, wenn man in einer psychischen Krise steckt“, so Genesungsbegleiterin Julia Noll. „Das Schlimmste an einer psychischen Erkrankung ist ja die Angst, dass es keinen Weg heraus gibt. Und dann steh‘ ich da und sage: ‚Doch, den gibt es. Seht mich an, ich stehe ja vor Euch.“
„Ex-In‘ler“ nennen sie sich selber. Sie haben schwere seelische Erschütterungen erlebt. Ihre oft jahrelangen Erfahrungen in Bezug auf die Bewältigung traumatischer Erlebnisse machen sie nun zu Profis. Das ist der Grund, warum sie anderen Menschen in Krisensituationen so gut helfen können. „Ex-In“ steht hier für „Experienced-Involvement“ und bedeutet die Beteiligung von Erfahrung, hier konkret mit Psychiatrie-Erfahrung. Derzeit beschäftigt die Bergische Diakonie vier Ex-In Genesungsbegleiter. Ab Januar bietet sie gemeinsam mit der Agentur Lebensart und in Kooperation mit ihrem Bildungszentrum in Wuppertal eine speziell auf diese Menschen zugeschnittene Ausbildung an.
„Im Grunde waren die Erfahrungen der letzten 20 Jahre auch schon eine Art Ausbildung für mich. Jetzt wurde mir während des Ausbildungsjahres wichtiges Handwerkszeug mit auf den Weg gegeben“, so Patrizia Kraft. Während der Ausbildung habe sie viel darüber gelernt, wie eine Krisenbegleitung oder Fürsprache psychisch Kranker aussehen könne. Natürlich habe auch immer das Thema Selbstreflektion eine große Rolle gespielt, so Kraft.
„Die Vogelperspektive einnehmen und das Ich-Wissen zum Wir-Wissen machen ist wichtiger Bestandteil der Ausbildung. ‚Welche Bewältigungsstrategien habe ich selbst entwickelt, um aus der psychischen Krise herauszu- kommen?‘ Die Antwort auf diese Frage ist ein wichtiger Ansatz, um anderen in der gleichen Situation weiterhelfen zu können.“
Aber auch ganz praktische, alltägliche Dinge, wie Ämtergänge, die alltägliche Fahrt mit dem Bus oder den Hundespaziergang begleiten die Ex-In‘lerinnen. Außerdem leiten sie kreative Projekte wie Literaturkreise und Künstlergruppen, denn Kreativität ermögliche den Menschen häufig, sich zu öffnen und erst dann werde dem Genesungsbegleitern eine Zusammenarbeit möglich.
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