„Seide - Sender - Segelflug“ neues Buch über alte Zeit

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Autor Jürgen Lohbeck mit seiner Neuerscheinung „Seide - Sender - Segelflug“. Foto: Menke
Velbert: Langenberg |

Jürgen Lohbeck hat nun sein drittes Buch veröffentlicht und thematisierte dieses Mal den ehemaligen Segelflugplatz in Langenberg. Schon seine ersten Bücher über Geschichten aus der Region erhielten große positive Resonanz aus Velbert und Umgebung.

Wahrscheinlich wissen nur die wenigsten, dass in Langenberg von 1928 bis 1952 ein Segelflugplatz im Gebiet Wallmichrath existierte. Auf 140 Seiten mit zahlreichen Bildern aus dem Stadtarchiv und privaten Fotoalben werden Erinnerungen wachgerüttelt und jüngeren Menschen die Geschichte ihrer Heimat vermittelt.

Für Langenberg war der Flugplatz als bestes Segelfluggelände im Bergischen Land ein wahrer Publikumsmagnet. Gegründet wegen der guten Startbedingungen des Hangs, hatte der Flugplatz seine Anfänge zu der Pionierzeit des Fliegens.
Damals wurden die Segelflugzeuge mit einem Gummiseilstart in die Lüfte befördert: Vor dem Flugzeug mussten mehrere Leute, genannt Gummihunde, anpacken, um loszulaufen und die zwei Zentimeter dicken Gummiseile zu spannen.

Am hinteren Ende hielten weitere das ein-Mann-besetzte Flugobjekt fest, um es beim Loslassen vom Hang gleiten zu lassen. „Damit einer in die Luft kommt, mussten alle mitmachen.“ , so Autor Jürgen Lohbeck, einst selbst aktiver Segelflieger im Luftsportverein Velbert. Anfängerflüge dauerten meist bloß 30 Sekunden.
Für den angeschnallten, aber sonst kaum geschützen Insaßen waren die ersten Gleitflüge also nur von kurzer Dauer und das gelandete Flugzeug musste dann wieder den Hang hochgetragen werden.

Die Namen der Flugzeuge wie „Zögling“, aber vor allem „Hol´s der Teufel“ oder „Schädelspalter“ beweisen wohl, dass die Namensgeber einen Sinn für Humor hatten.
In den 30er Jahren erlebte der Flugplatz seine Hochzeit. Pfingsten 1936 lockten 500 Flieger rund 3000 Zuschauer an und begeisterten sie.
Mit Beginn der national-sozialistischen Herrschaft in Deutschland jedoch wurden erst private Vereine, 1937 dann der DLV (Deutscher Luftsport Verein) aufgelöst und die Gruppe NS-Fliegerkorps gegründet. Zu dieser Zeit fanden dort vormilitärische Ausbildungen zur Luftwaffe statt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand ein Flugverbot, weshalb bis 1951 erstmal Ruhe am Flugplatz herrschte. Im selben Jahr aber schon sollte ein neues Flugfeld errichtet werden, doch da es schon wenig später zur Aufgabe des Wallmichrather Fluggeländes kam, konnte dieses nie fertiggestellt werden.
Die Idee, ein Buch über den damaligen Segelflugplatz zu schreiben, hatte Lohbeck durch seine Begegnung als Kind mit den Überresten des Flugplatzes beim Spazieren mit seinem Vater.

Zu diesem Zeitpunkt war aus der verbleibenden Flughalle ein Obdachlosenheim geworden, welches aber später einer Brandstiftung zum Opfer fiel. Auch das Ausüben des Luftsportes selbst hatte einen Einfluss darauf, sein neues Buch diesem Stück aus der Langenberger Geschichte zu widmen.
Das Buch, das in einer ersten Auflage von 450 Stück gedruckt wurde, ist ab sofort im örtlichen Buchhandel erhältlich.
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