Bürger des Jahres: Der Waltroper Heiner Fehlker ist Mitbegründer des "Ladens"

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Im "Laden" werden Grundnahrungsmittel zu minimalen Preisen an Bedürftige abgegeben. Foto: Petra Pospiech
 
Im "Laden" werden Grundnahrungsmittel zu minimalen Preisen an Bedürftige abgegeben. Foto: Petra Pospiech
Waltrop: der Laden |

Menschen schnell und möglichst unkonventionell Hilfe zu leisten, diese Aufgabe steht für Heiner Fehlker stets im Mittelpunkt. Dies galt während seines 26-jährigen Wirkens als Pastoralreferent in Waltrop ebenso wie als Mitbegründer des "Ladens" vor elf Jahren. Für sein Engagement wurde der 69-Jährige zum „Bürger des Jahres“ gewählt.



Heiner Fehlker nahm diese Auszeichnung gerne stellvertretend für alle Ehrenamtlichen Mitarbeiter des "Ladens" in Empfang.
Das Projekt "Der Laden" entstand im Jahr 2005 durch die Initiative von engagierten Mitgliedern der Waltroper Kirchengemeinden und des Caritasverbandes Waltrop/ Oer-Erkenschwick. Heiner Fehlker berichtet: „Die großen sozialen Veränderungen, zum Beispiel die steigende Arbeitslosigkeit und die drastischen Verschlechterungen durch das damals eingeführte Hartz 4-Gesetz haben die Bedürftigkeit von Familien, Rentnern und Alleinstehenden dramatisch anwachsen lassen.“ Darauf wurde eine Antwort gesucht, die den Betroffenen eine spürbare Hilfe sein könnte. Damit war die Idee geboren, haltbare Lebensmittel an die Menschen weiter zu geben, die nur über ein geringes Einkommen verfügen.

Unverschuldet in die Armut


Heiner Fehlker ist es äußerst wichtig zu betonen, dass ganz viele Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, aber wenig verdient haben, keine ausreichende Rente bekommen. Viele, besonders ältere unverschuldet arbeitslos gewordene Menschen, rutschen plötzlich in die Armut. Unvergessen bleibt dem "Laden"-Mitbegründer eine erste Begegnungen im "Laden".
„Vor mir stand ein gestandener Mann, der sein Leben lang im Bergbau gearbeitet hat. Als die Zeche schloss, bekam er Arbeit in einer Transfergesellschaft. Als diese Pleite ging, musste er Hartz 4 beantragen. Beschämt stand er vor mir: 'Ich habe mein Leben lang hart gearbeitet und jetzt muss ich betteln gehen.' Dieses Gefühl soll keiner der Laden-Kunden haben." Allen mittlerweile 50 Ehrenamtlichen ist es wichtig, jedem Kunden des "Ladens" mit Feingefühl und Achtung entgegenzutreten. Hier soll niemand das Gefühl haben, als Bittsteller auftreten zu müssen, seien es junge oder ältere Arbeitslose, Rentner oder Flüchtlinge.

Heiner Fehlker erläutert: „Für uns ist der Maßstab für eine Unterstützung der Satz, den Menschen durch die sogenannten Hartz 4-Gesetze bekommen. Wer also ein geringes Einkommen hat, Sozialgeld II oder eine nur kleine Rente zum Lebensunterhalt zur Verfügung hat und dieses nachweist, der bekommt einen entsprechenden Einkaufsausweis und darf in unserer Einrichtung einkaufen."
Von den mittlerweile über 200 ausgegebenen Ausweisen profitieren 700 bis 900 bedürftige Familienmitglieder.
Ein Team von ehrenamtlichen Helfern sammelt Lebensmittelspenden. Einheimische Bäcker, Metzger und Lebensmittelgeschäft spenden ebenfalls regelmäßig Waren. Heiner Fehler sagt: „Wir haben bewusst davon Abstand genommen, die Spenden zu verschenken. Alle Waren werden gegen eine minimale Gebühr abgegeben. Gerne nehmen wir auch Geldspenden an, mit denen wir dann entsprechende Lebensmittel einkaufen können.“

An den Verkaufstagen wird im angeschlossenen Café Kaffee und Gebäck angeboten, während die Kunden warten, bis sie einkaufen können. „Mittlerweile ist dieses Cafe zu einem Ort der Kommunikation und des Austausches geworden“, freut sich Heiner Fehler, der - ebenso wie alle Ehrenamtlichen - stets ein offenes Ohr für alle Kunden hat.

"Der Laden", Dortmunder Straße 130, in Waltrop bittet um Sachspenden (verpackte haltbare Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel) sowie gut erhaltene Kinderkleidung, Schul- und Haushaltsartikel sowie um Geldspenden.
Nächster Öffnungstag: Freitag, 22. Juli, von 9 bis 11.30 Uhr.
Weitere Infos unter Tel. 0157/32226713, www.derladen-waltrop.de
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