Bürgerin des Jahres 2015: Maria Gaida-Greger hilft Waltroper Flüchtlingen

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"Bethlehem (übersetzt "das Brothaus") ist auch im Waltroper Laden", sagt Maria Gaida-Greger. Fotos: Petra Pospiech
 
"...Doch der Mensch lebt nicht von Brot allein", das erfährt die ehemalige Grundschullehrerin täglich in den Sprachkursen der Flüchtlinge.

Sprache verbindet und fördert das Miteinander verschiedener Menschen und ihrer Kulturen, das zeigt eindrucksvoll das Beispiel von Maria Gaida-Greger. Für ihren beispielhaften Einsatz in der Flüchtlingshilfe wurde die ehemalige Grundschullehrerin in diesem Jahr als Waltroper Bürgerin des Jahres 2015 ausgezeichnet.



Bereits während ihres Berufslebens unterstützte Maria Gaida-Greger sporadisch die ehrenamtliche Arbeit des "Ladens" in Waltrop. Mit Beginn ihrer Altersteilzeit im Jahr 2013 vertiefte sie ihr ehrenamtliches Engagement.
„Schon damals, als noch gar nicht so viele Flüchtlinge nach Waltrop kamen, traf ich bei einem Spaziergang einen Mann aus dem Kongo, mit dem ich mich schon im 'Laden' auf Französisch unterhalten hatte. Er schloss sich meinem Spaziergang an. Schon bald gesellte sich ein anderer Afrikaner hinzu. Beide waren so begeistert, sich mit mir unterhalten zu können und stellten mir viele Fragen. Erstmals wurde mir bewusst, dass diese Leute gar keinen Ansprechpartner hier in Waltrop hatten."
Erfreut über das nette Gespräch, baten die beiden Flüchtlinge um Wiederholung. Kurz darauf hatten sie die Idee: "Maria, Du warst doch Lehrerin. Kannst Du uns bitte Deutsch beibringen?" Das Gemeindezentrum St. Marien stellte einen Raum zur Verfügung und schon ging es los. Die wissbegierige Gruppe wurde schnell größer und bekam zur großen Freude Unterrichtsräume in der VHS Waltrop zur Verfügung gestellt.
Während des Sprachunterrichts hörte Maria Gaida-Greger auch von den Sorgen der Flüchtlinge. Sie erfuhr von einer alleinstehenden Frau mit zwei Kindern, die sich auf dem Weg vom Einkaufen verirrte und nicht mehr zurück fand, da ihr niemand die Adresse ihrer Unterkunft aufgeschrieben hatte. Endlich dort angekommen, fand sie einen Herd, einen Tisch und jeweils einen Stuhl vor, aber kein Geschirr und keine Töpfe.
Daraufhin beschloss man, im "Laden" sogenannte Begrüßungskisten an Flüchtlinge zu verteilen. Je mehr sich Maria Gaida-Greger und andere Ehrenamtliche der Flüchtlinge annahmen, je mehr Fragen tauchten auf. Wo finde ich den richtigen Arzt? Wer bezahlt die Kosten? Wie melde ich meinen Umzug dem Bundesamt? Und, und, und…
Maria Gaida-Greger machte sich bei den Behörden schlau und stieß anfänglich auf große Ablehnung, gemäß dem Motto: „Wir sind bisher noch immer alleine mit den Flüchtlingen fertig geworden und Amtssprache ist letztendlich Deutsch.“

Ehrenamtliche Hilfe steht auf neun Säulen


„Mittlerweile steht unsere ehrenamtliche Hilfe auf neun Säulen“, erläutert die engagierte 63-Jährige, die den Titel "Bürgerin des Jahres" trägt. Sprachkurse in sieben Lerngruppen, Begleitung bei Behördengängen, zum Amtsarzt und anderen Ärzten. Es entstand eine Kleider- und eine Möbelkammer und vieles mehr.
Inzwischen wird das Netzwerk, welches Maria Gaida-Greger mit 130 bis 150 ehrenamtlichen Helfern aufgebaut hat, hoch geschätzt, auch von der Verwaltung und der Politik. Das macht alle Helfer stolz, aber noch mehr berührt sie der tägliche Dank der Flüchtlinge.
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