In der Geschichte etwas Neues entdecken

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Dr. Bernd Schminnes bei der Arbeit.

Viele Menschen denken bei dem Stichwort „Geschichte“ an das Auswendiglernen von Daten. Doch Geschichte kann sehr spannend sein. Das wird ganz besonders deutlich, wenn man mit Dr. Bernd Schminnes ins Gespräch kommt.

Eigentlich könnte Dr. Bernd Schminnes seinen Ruhestand genießen. Doch der promovierte Historiker und diplomierte Mathematiker frönt auch mit 66 Jahren noch seiner Leidenschaft, der Geschichte. Dabei geht es ihm aber nicht unbedingt um napoleonische Feldzüge, vielmehr interessiert ihn der alltägliche Teil der Historie. So fragt er im Zusammenhang mit dem II. Weltkrieg nicht nach Schlachten und Truppenbewegungen, vielmehr interessieren ihn die Auswirkungen in der hiesigen Region. Er will wissen: „Was haben zum Beispiel die Bauern hier entlang der Verteidigungslinie gemacht, als die Reichswehr hier war, und später, als die Alliierten hier waren.“
Dieses Faible, diese Leidenschaft, mit der er versucht, in der Geschichte wie er sagt, „etwas Neues zu entdecken“, ist die Triebfeder, mit der er sein „Niederrheinisches Büro für Geschichte“ betreibt. „Ich liebe die Verbindung von Historischem und Kreativem“, beschreibt er seine besondere Passion, Ausstellungen zu kreieren oder mitzugestalten und darüber zu erzählen.
Doch solche Tätigkeiten sind eher rar gesät. Häufiger sind da schon Anfragen, Archive zu gestalten, eine Firmenhistorie zu erforschen und zu erstellen oder alte Schriftstücke zu transkribieren. Transkribieren bedeutet, alte Handschriften zu übersetzen. „Ich kann alte Schriften lesen und somit denjenigen, die alte Briefe, Tagebücher oder Dokumente besitzen und wissen wollen, was da geschrieben steht, helfen. Denn alte Schriften bergen viele Schwierigkeiten: andere Rechtschreibung, in Vergessenheit geratene Begriffe oder unbekannte Ausdrücke. Und schließlich kommt es auch darauf an, wie sorgfältig geschrieben wurde“, listet er die Problematik auf.
Spannend findet er es auch, wenn er sich an alte Familiengeschichten macht und er somit Jahrhunderte alte Dokumente oder Verträge zu sehen bekommt. „Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts stand die Region unter französischer Verwaltung. Damals war die Amtssprache hier also französisch“, weiß er zu berichten. Doch auch das alte Französisch beherrscht er, kann somit Urkunden aus dieser Zeit übersetzen. Und wenn es einmal nicht ganz so kompliziert ist, hilft Schminnes mit Tipps oder einer Beratung, wie man an alte Dokumente kommt. Mit seinem Büro erfüllt er sich selbst auch immer wieder einen Wunsch. „Ich möchte Otto Normalverbraucher Geschichte nahe bringen“, sagt er, „ ich möchte ihm zeigen, dass Geschichte auch für ihn einzigartig sein kann.“
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