Historische Fahne des Musikvereins wurde eingesegnet

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  In einem feierlichen Gottesdienst, der musikalisch von der Oeventroper Musikkapelle unter der Leitung von Kapellmeister Rene Kock gestaltet wurde, erhielt im Laufe des Gottesdienstes die wieder aufgetauchte historische Fahne von 1903 den Segen durch Pfarrer Thomas.

In seinen Eingangsworten wies Pfarrer Thomas auf die Bedeutung der Fahnen im Allgemeinen hin, welche diese für die jeweiligen Vereine bedeutet. Als Symbol einer Gemeinschaft begleiten sie die Mitglieder nach deren Vereinseintritt auf ihrem langen Lebensweg, erleben Freude und Geselligkeit und Begleiten die Mitglieder auch auf ihrem letzten Weg.

Anschließend berichtete Jochen Krätzig über den überraschenden Fund dieser historischen Fahne, als bei einer Haushaltsauflösung im Jahre 2014 das wertvolle, allerdings stark ramponierte Stück, wieder zum Vorschein kam.

Krätzig sagte: " Wir, die Mitglieder des Musikverein 1903 Oeventrop e.V. freuen uns, heute mit Ihnen unsere historische Fahne, nach erfolgter Restaurierung, im Rahmen einer Weihe ihrer erneuten Bestimmung zu übergeben. Diese Restaurierung konnte nur mit Spenden aus dem Dorf umgesetzt werden. Hierfür nochmals unseren allerherzlichsten Dank.

Die Geschichte der Fahne liegt zum Teil noch im Dunklen, aber das Bekannte will ich gerne kurz darlegen.

Es handelt sich um eine für ihre Zeit sehr kunstvoll gearbeitete Fahne, die einst nicht nur durch erlesene Seide, sondern auch durch aufwendige Stickereien hervorstach. Sie wurde vermutlich, so neueste Angaben der Fahnenfabrik Kössinger, vor 1914 hergestellt und geriet nach 1945 in Vergessenheit. Sie wurde vor einiger Zeit bei einer Haushaltsauflösung in desolatem Zustand wiederentdeckt. Sollte jemand zur Geschichte der Fahne noch Angaben machen können oder evtl. alte Unterlagen besitzen, findet er bei jedem Mitglied des Musikverein Oeventrop ein offenes Ohr.

In diesem Zusammenhang bedanken wir uns ganz herzlich bei Pastor Thomas und Herrn Rudolf Schneider, die uns derzeit bei der Recherche um den Werdegang der Fahne in den Gemeindearchiven behilflich sind.

Auf der Widmungsseite ist neben den Noten und Musikinstrumenten im Schriftzug zu erkennen, dass die Wurzeln des Musikvereins in Glösingen liegen.
Auf der Patronatsseite ist nicht, wie sonst häufig, die Hl. Cäcilia als Schutzpatronin der Musiker zu sehen, sondern der spätere König David, in seiner Zeit als junger Waffenmeister am Hofe Sauls. König David verkörpert hier das Schöne und Reine und wird daher auch als Schutzpatron der Musiker und Künstler am 29. Dezember eines jeden Jahres verehrt.

Mit der Figur des Judenkönigs David schließt sich nun der Kreis, wird diese Fahne erneut Teil unserer Dorfgeschichte. Jetzt wird auch klar, dass Sie in den 30er Jahren vermutlich verschwinden musste und es wohl nur einem mutigen Moment zu verdanken ist, dass sie nicht in den Progromfeuern verbrannte.
Wir können das Geschehene nicht rückgängig machen, wohl aber in die Zukunft schauen und hoffen, dass mit Gottes Hilfe unsere Musik noch lange und ausschließlich zur Freude Aller erklingt. Darum bitten wir mit dieser Weihe um Schutz und Kraft für die Aufgaben, die dem Musikverein unter dieser Fahne noch bevorstehen.

Gerne führen wir das Banner Davids, denn wie die Musik verbindet er uns, wird er doch in Thora, Bibel und Koran gleichermaßen für seine Tugenden verehrt. Ein sehr moderner Gedanke, den Oeventrop aber längst im christlichen Sinne bei dem Umgang mit den ehemaligen Flüchtlingen und jetzigen neuen Mitbürgern umsetzt.
Wer möchte, kann sich im Anschluss an diese Messe gerne im Sauerländischen Hof weiter über unsere Fahnen (wir wollen die nach der Neugründung 1946 angeschaffte Fahne nicht vergessen) informieren und mit uns darüber ins Gespräch kommen.

Mit einer Bitte endet mein Vortrag: Wer Informationen zur Geschichte des Musikverein 1903 Oeventrop e.V. bzw. zum früheren Musikverein Glösingen hat, kann sich gerne an mich oder jedes andere Mitglied des Musikvereins wenden".

Text und Fotos: Franz-Josef Molitor
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