Acht hsg-Studierende erhalten ein Deutschlandstipendium

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Die 27-jährige Miriam Onescheit aus Bielefeld freut sich über ihr Stipendium und hofft, „dies später durch gute Arbeit weitergeben zu können". Foto: hsg
Sieben Stipendiatinnen und ein Stipendiat werden aktuell im Förderjahr 2015/2016 an der Hochschule für Gesundheit (hsg) gefördert. Sie erhalten monatlich 300 Euro. Das Deutschlandstipendium ist einkommensunabhängig und richtet sich an Studienanfänger*innen und begabte Studierende, die in ihrem bisherigen Werdegang besondere Leistungen in der Schule oder im Studium gezeigt haben und erwarten lassen oder sich besonderes bürgerschaftlich engagiert haben. Finanziert wird das Deutschlandstipendium je zur Hälfte von privaten Förderern wie Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen und zur Hälfe vom Bund.

Im Herbst 2015 hat die hsg erneut neun Deutschlandstipendien vergeben. Die Zusagen erhielten die neuen Stipendiaten noch vor Weihnachten. „Für eine Stipendiatin war es eine Förderung für ihren Studienabschluss, den sie dann im Februar 2016 erreichte. Insbesondere in der Phase, in der Studierende ihre Bachelor-Arbeit schreiben, ist eine finanzielle Unterstützung häufig sehr willkommen. Aktuell werden also noch acht Studierende mit einem Stipendium gefördert“, erklärte Esther Mara Junker, Referentin für Akademische Angelegenheiten an der hsg.

„Das Stipendium wird zuerst für zwei Semester bewilligt, kann aber auf Antrag verlängert werden, jedoch maximal auf die Dauer der Regelstudienzeit. Auch wenn ich bei meinem Arbeitgeber für das Studium die Arbeitszeit reduzieren konnte, werde ich wohl neben der Familienarbeit das Studium nicht ganz in drei Semester schaffen", sagte die 42-jährige Studentin Sibylle Reick aus Düsseldorf, die den Master-Studiengang ‚Evidence-based Health Care‘ belegt hat.

„Ich habe mich sehr über dieses vorzeitige Weihnachtsgeschenk gefreut. Auf die damalige Ausschreibung bin ich über eine E-Mail der hsg-Stipendienstelle aufmerksam geworden und habe mich schriftlich beworben“, erklärte die 23-jährige Theresa Schmidt aus Menden.

Der 19-jährige Anton Grünewald aus Porta Westfalica studiert Physiotherapie im zweiten Semester und war bereits zu Schulzeiten sehr engagiert: „Ich habe mich in einer Gemeinschaft gegen Rassismus und Vorurteile eingebracht, mit der wir Aktionen wie zum Beispiel einen Holocaust-Gedenktag organisiert haben. Dabei wollten wir besonders an die Opfer der lokalen Schulen erinnern und so den Schülern zeigen, dass Rassismus und Verfolgung auch in den Gebäuden stattfand, in denen sie jeden Tag zur Schule gehen. Dabei ging es uns besonders darum, die Einstellung zu verändern, das solche Dinge nur woanders stattfinden.“

Auch Theresa Schmidt, die Ergotherapie im 6. Semester studiert, ist sich sicher: „Ich denke, ich habe das Stipendium sowohl aufgrund meiner guten Studienleistungen als auch aufgrund des gesellschaftlichen Engagements erhalten. Neben meiner Arbeit mit Flüchtlingskindern im Wohnheim war ich in den letzten beiden Semestern an einem Pilotprojekt zur ergotherapeutischen Förderung von geflüchteten Kindern in einer Bochumer Grundschule beteiligt. Darüber hinaus habe ich im letzten Jahr im Organisationskomitee des BundesSchüler- und Studierendentreffens (BSST) der Ergotherapie mitgearbeitet. Dieses Treffen wird jährlich vom Deutschen Verband der Ergotherapeuten e.V. (DVE) und der BundesSchüler- und StudierendenVertretung (BSSV) in Kooperation mit einer Schule oder Hochschule ausgerichtet und fand im Oktober 2015 bei uns an der hsg statt.“

Stipendiatin Carine Dietz, die Hebammenkunde an der hsg studiert, 20 Jahre alt ist und aus dem Sauerland stammt, sagte: „Mit dem Stipendium entlaste ich in erster Linie meine Eltern, denn die müssten mich sonst alleine durchfüttern. Für einen Nebenjob bleibt mir nämlich leider während der Vorlesungszeiten und den Praxisphasen mit Schichtdienst, die dazu auch noch in einer anderen Stadt in NRW stattfinden, keine Zeit. Und Bafög bekomme ich nicht“.

Laura Pohl aus Bochum, Studentin im Fach Gesundheit und Diversity, weiß genau, was sie mit dem Geld anfangen möchte. „Durch das Stipendium wird mir der Erwerb fachspezifischer Literatur erleichtert. Aber natürlich ist auch die finanzielle Absicherung ein wichtiger Aspekt. Zudem ist mir eine Rücklagenbildung für ein eventuelles Master-Studium möglich. Ich möchte mich bei den Förderern des Deutschland-Stipendiums sehr herzlich bedanken. Sie helfen mir dabei, meine Ziele im Studium mit einem konzentrierteren Blick zu erreichen“, erklärte die 23-Jährige.

Die 27-jährige Miriam Onescheit aus Bielefeld hat sich über die Zusage zum Stipendium sehr gefreut: „Danke, dass mir dieses Glück beschert wurde. Ich habe in dem Physiotherapie-Studium etwas gefunden, was mir große Freude bringt, was mich motiviert, Neugierde und Wissbegierde in mir weckt. Ich bin dankbar, dass ich auf Umwegen zu diesem Weg gefunden habe und durch die finanzielle Unterstützung auch meinen Fokus hier halten kann. Dadurch, dass ich vorher mit weniger Begeisterung andere Fächer studiert habe, weiß ich den Luxus, lernen zu dürfen, was man lernen will, zu schätzen. Dass ich auf diesem Weg gefördert werde, ist toll und ich hoffe, dies später durch gute Arbeit weitergeben zu können.“

Junker: „Das diesjährige Stipendiatentreffen werden wir an der hsg am Tag der offenen Türen auf dem Gesundheitscampus, am 17. Juni 2016, veranstalten. An dem Tag können nicht nur die Stipendiaten ihre Förderer kennenlernen und anders herum, sondern sie können auch ein buntes Programm auf dem Gesundheitscampus erleben.“

Seit dem Sommersemester 2011 werden leistungsstarke und engagierte Studierende mit dem Deutschlandstipendium durch den Bund und private Mittelgeber gefördert. Im Jahr 2015 konnten bundesweit 24.300 Stipendiatinnen und Stipendiaten mit einem solchen Stipendium gefördert werden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben etwa 7000 private Förderer allein im vergangenen Jahr über 25 Millionen Euro für das Programm aufgebracht. Weitere Informationen sind hier zu finden.
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