Von Berlin nach Bochum: Waldemar Kobus und Jonas Hämmerle traten für St. Vinzenz in die Pedale

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Zugunsten der Jugendhilfeeinrichtung St. Vonzenz e.V. fuhren die Schauspieler Waldemar Kobus (l.) und Jonas Hämmerle fast 800 Kilometer von Berlin nach Bochum. (Foto: Andreas Molatta)
 
Nach ihrer Ankunft werden Jonas Hämmerle (l.) und Waldemar Kobus von den Kindern umringt. (Foto: Andreas Molatta)

Knapp 800 Kilometer haben die Schauspieler Waldemar Kobus und Jonas Hämmerle auf ihren Trikes von Berlin und Bochum für eine Benefizaktion zugunsten der Jugendhilfeeinrichtung St. Vinzenz e.V. zurückgelegt, und ausgerechnet direkt vorm Ziel gab es Schwierigkeiten. Auf dem Weg vom Tippelsberg zum Imbuschplatz hat Kobus sich an den Grummer Teichen verfahren. „Das nehme ich auf meine Kappe“, entschuldigt er sich, als die beiden mit leichter Verspätung beim St. Vinzenz eintreffen.

Dem großen Bahnhof, mit dem die Kinder die Schauspieler empfangen, als diese unter dem selbst gemalten Zielbanner hindurchfahren, tut das aber keinen Abbruch. Trommeln und Rasseln erklingen, und die Kinder halten Plakate in die Höhe. Die Namen Jonas und Waldemar, aber auch Wickie und Halvar stehen darauf, denn durch den Film „Wickie und die starken Männer“, in dem sie Vater und Sohn darstellten, entstand die Freundschaft zwischen Waldemar Kobus und Jonas Hämmerle.
Seitdem haben die beiden schon zwei mehrtägige Touren mit dem Fahrrad gemacht. „Eine habe ich Jonas zur Firmung geschenkt, und einmal haben wir meine Frau in Salzburg besucht, als sie dort Theater spielte“, erzählt Kobus. Seine Frau, das ist Traute Hoess, die genau wie er selbst einst Ensemblemitglied des Schauspielhauses war.

Jährliche Spende

Nun hatten sich Kobus und Hämmerle den Europa-Radweg R1 vorgenommen, und erstmals sollte es eine Tour zu einem guten Zweck sein. Die Verbindung von Kobus zu St. Vinzenz reicht bis ins Jahr 2010 zurück. Nach einer geplatzten Lesung zugunsten der Einrichtung entschloss er sich, aus eigener Tasche etwas zu spenden. „Über das Dankeschön von St. Vinzenz haben wir uns dann kennengelernt“, sagt Kobus, der sich von der Arbeit in der Einrichtung, in der an zehn Standorten rund 250 Kinder und Jugendliche stationär und ambulant betreut werden, begeistert zeigt.
Seitdem lasse er St. Vinzenz nicht nur jährlich eine Spende zukommen, sondern statte auch einen Besuch ab, wenn er mal wieder in Bochum sei, berichtet Einrichtungsleiterin Petra Funke. „Dieses Jahr stand er dann unangemeldet in meinem Büro und erzählte von einer tollen Idee.“
Diese Idee war eine neuntägige Radtour von Berlin nach Bochum, bei der jeder gefahrene Kilometer mit einer Spende von einem Euro gesponsert wurde. Zusätzlich sammelten Hämmerle und Kobus unterwegs mit Spendendosen und erhielten auf der letzten Etappe Unterstützung von Radlern der Wirtschaftsjunioren Bochum. „Den Erlös weiß ich noch gar nicht“, sagt Kobus nach der Ankunft am Imbuschplatz, hofft aber, „dass ordentlich was zusammengekommen ist“.

Neuer Werkstattraum

Mit dem Geld soll ein neuer Werkstattraum gestaltet werden. „Wir arbeiten viel mit freien Künstlern zusammen“, erklärt Petra Funke. Auf dem Programm stehen dann Malen oder auch Holzarbeiten, die zur Motivierung und Stabilisierung der Kinder beitragen, aber natürlich auch Spaß machen.
Spaß haben die Kinder auch an den Trikes. Sie umringen sie und die Schauspieler und lassen sich von ihnen erklären, wie die Liegedreiräder funktionieren. So erläutert Kobus etwa, dass sie trotz gelegentlichen Regens trocken geblieben seien, da man das Rad mit einer Art Poncho versehen könne.
Zur Ausrüstung des Trikes gehört außerdem ein Elektromotor. „Er gleicht das Gewicht zum Normalrad aus“, verrät Kobus, und auch auf Schotterstrecken sei der Motor eine Hilfe gewesen, da die drei Räder dort einen größeren Widerstand böten, als es zwei tun würden. „Auf Asphaltstrecken bin ich aber fast immer ohne gefahren“, so der 50-Jährige.

"Bergauf war Jonas der fittere"

18 Jahre alt ist dagegen sein Mitstreiter Jonas Hämmerle. „Bergauf war Jonas der fittere“, erzählt Kobus lachend. „Erst am späten Nachmittag, wenn Jonas müde wurde, hatte ich eine Chance.“ Aber den beiden Schauspielern ging es ja um das Vergnügen und darum, Zeit miteinander zu verbringen und den Weg zu genießen. „Zwei Tage hat mein Akku geschwächelt, da hat Jonas mich motiviert und mitgezogen“, berichtet Kobus über das gemeinsame Erlebnis.
Richtig schwierig – von den Grummer Teichen mal abgesehen – wurde es während dieses Erlebnisses nur einmal, und zwar am Rand des Harzes. „Im Tourbuch stand, dass man die Stelle umfahren soll, und wir haben uns einschüchtern lassen.“ Etwa 35 Prozent Steigung habe die Strecke aus Mergel- und Schiefergestein gehabt. „Da haben wir gemogelt“, gesteht Kobus, dass sie einige Kilometer mit dem Harzexpress gefahren seien. „Beim nächsten Mal würde ich da eine andere Route wählen.“
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