Beschlüsse auf der Weltklimakonferenz sind nicht transparent

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Mit rd. 20 Personen entwickelte auf der Bochumer Montagsdemo sich eine interessante Diskussion zum Schwerpunktthema "Weltklimagipfel".

Nach dem Lied "Montagsdemo angesagt" wies einer der Moderatoren auf das Abkommen am Ende der internationalen Klimakonferenz in Paris hin: "Zwar soll die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden, jedoch gibt es keine verbindlichen Daten, wann der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Gas oder Kohle beginnen soll. Außerdem war in dem Abkommen keine Rede von der angeblich 'umweltfreundlichen´' Atomenergie. Darüber soll heute diskutiert werden. Nachdem in der vergangenen Woche die Montagsdemo ausgefallen ist, sehe ich heute großen Diskussionsbedarf".

Ein Redner meldete sich: "Viele Politiker sprechen jetzt von einem 'Durchbruch' bei den Klimaverhandlungen. Jedoch ist vom Inhalt des Abkommen der Weltklimakonferenz wenig bekannt. Es fehlen z.B. verbindliche Verpflichtungen einzelner Länder zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, zum Bau neuer Anlagen für erneuerbare Energien oder auch Sanktionsmöglichkeiten bei Nichteinhaltung der Verpflichtungen aus dem Abkommen. Das ganze hat nur den Zweck, die immer kritischer werdende Bevölkerung von vielen Ländern zum praktizierten Umwelt- und Klimaschutz zu beruhigen bzw. zu täuschen".

"Wie der NTV berichtete, ist in dem Abkommen vereinbart worden, dass Staaten, die den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht entsprechend begrenzen können, als Ausgleich Waldflächen aufforsten müssen. Bäume nehmen zwar Kohlendioxid auf und wandeln ihn um, für einen nennenswerten Effekt müssen die Bäume jedoch eine bestimmte Größe haben. Bis ein Wald entsprechend groß ist, vergehen viele Jahre und die Co2-Emmissionen gehen unvermindert weiter", ergänzte ein weiterer Redner.

"Auch der Bau von Autos mit Verbrennungsmotor trägt zur Klimaerwärmung bei. Was die Automobil-Konzerne von Umweltschutz halten, beweist die Manipulation der Abgaswerte durch eine Software bei VW", hieß es weiter.

Einer der Moderatoren merkte dazu an: "Nicht nur fossile Energien, sondern auch die weltweite legale und illegale Vernichtung der Regenwälder hat Einfluss auf das Klima. Die ersten Anzeichen des Klimawandels sind auch in Deutschland zu spüren. Unwetter wie Stürme oder Schwergewitter nehmen immer mehr zu. Ebenfalls schmilzt das Inlandeis auf Grönland in nicht unerheblicher Weise. Der Meeresspiegel steigt durch Süßwasser, so dass die Gefahr besteht, der Golfstrom könne versiegen, weil sich die warme Meeresströmung zunehmend abkühlt und dadurch die Sogwirkung für das Heranführen der warmen Wassermassen aus dem südlichen Raum entfällt. Das hätte ein Tundraklima für weite Teile Europas zur Folge".

"Die Erderwärmung soll auf 1,5 Grad begrenzt werden. Bereits 1 Grad Durchschnittstemperatur ist schon zuviel. Selbst hier würde der weltweite Meeresspiegel um ca. 9 Meter steigen. Städte wie Hamburg, New York oder große Teile von Ländern wie Bangladesh würden in den Fluten versinken, dagegen hilft auch kein Dammbau", hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

"Wenn von Revolution in dem Weltklimaabkommen gesprochen wird, kann diese nur von der Basis der Völker ausgehen, nicht von den weltweiten Konzernen", argumentierte ein Redner von der Umweltgewerkschaft, deshalb müssen wir uns alle gegen die Lobby der Konzerne wehren. Es hat mehrere größere Demonstrationen gegen den Weltklimagipfel gegeben, u.a. in Paris. Mit mehreren Mitgliedern unserer Umweltgewerkschaft nahmen wir an einer Demo in Paris direkt am Eiffelturm teil. Wir wollten einen Eingang zum Feld unterhalb des Eiffelturms passieren, der war jedoch von der Polizei gesperrt. Daraufhin gelangten wir nach einem Umweg zu einem anderen Eingang. Alle Demonstranten, die sich auf dieser Fläche versammelt hatten, forderten, bis in die Pariser Innenstadt zu ziehen. Das wurde von den Sicherheitskräften verwehrt. Daraufhin bildete sich eine große Menschenkette, in die wir uns einreihten."

"Der Ausnahmezustand in Frankreich aufgrund der Terroranschläge durch die IS war ein guter Aufhänger, alle Protestaktionen zu verbieten, so wie in Paris", lautete eine weitere Wortmeldung.

Eine Rednerin meinte: "Viele fragen sich, was ein Einzelner hier in Deutschland gegen die Erderwärmung tun kann. Das fängt beim Energiesparen an, z.B. Stoßlüftung als Fenster auf Kipp und endet beim Einbau von Solarelementen auf den Dächern der Häusern. Trotzdem geht die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien nicht von heute auf morgen. Ich begrüße die dezentrale Stromversorgung aus erneuerbaren Energien wie z.B. Windräder, aber auch aus der Verwertung von Bio-Gas durch Abfallprodukte".

Es folgten noch einige Redebeiträge, die Montagsdemonstranten meinten, dass nur ein internationaler Widerstand gegen die Energiekonzerne eine Wende in der Energiepolitik erzwingen kann.

Zur letzten Montagsdemo vor Weihnachten gibt es einen Jahresrückblick und die Erwartungen für das kommende Jahr.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung und danach bedankte sich eine Montagsdemonstrantin für die Hilfe der anderen Montagsdemonstranten.

Ulrich Achenbach
Moderator
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