Die Jugend entscheidet über unsere Zukunft

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Die erste Bochumer Montagsdemo nach der gemeinsamen Herbstdemo in Berlin war gut besucht. Das Schwerpunktthema war die Nachbetrachtung der Herbstdemo in Berlin vom 1.10.16. Nach der traditionellen Eingangshymne begann die rege Diskussion.

"Mir fielen die zahlreichen Fahnen und Transparente vieler Organisationen auf. Neben vielen örtlichen Montagsdemonstrationen aus ganz Deutschland beteiligten sich ausländische kämpferische Parteien wie die ATIP und Vertreter mehrerer Organisationen, z.B. aus Palästina, Frauenverbände und Flüchtlinge an dem Protest.
"Besonders scharf wurden die Hartz-Gesetze und die Wohnsitzauflage für Flüchtlinge kritisiert", berichtete ein Redner, der in Berlin war. Ein weiterer Redner ergänzte: "Ich sah zahlreiche Berliner Bürger an ihren Fenstern, auch reihten sich in den Demozug mehrere Passanten ein. Außerdem gab es interessante Diskussionen mit mehreren Passanten".

Eine Rednerin betonte die Bedeutung der Jugend für den Einsatz für eine bessere Welt und den Kampf gegen den Kapitalismus. "Die heutige Jugend nimmt leider kaum noch an Protesten auf der Straße teil. Sie hat andere Wege der Kommunikation wie z.B. das Internet. Das bedeutet, wir müssen andere Wege finden, um mit der Jugend in Kontakt zu kommen. Denkbar wären APPS, vielleicht mit einem Aktionsspiel gegen die jetzige unsoziale Politik. Nur eine entsprechend informierte und motivierte Jugend kann in der Zukunft etwas verändern, es geht nicht in erster Linie um uns".

Ein aufmerksamer Zuhörer meldete sich: "Die meisten Jugendlichen sind politisch gar nicht interessiert, wie man es hier vor Ort direkt sieht. Fast alle gehen an unserer Kundgebung vorbei. Für sie zählen nur die neueste Technik wie z.B. Smartphones oder die neueste Mode".

Dem widersprachen viele Montagsdemonstranten. Eine Rednerin argumentierte: "Bei zahlreichen Demonstrationen der Antifaschisten dominieren die jungen Leute. Das gleiche war auch bei den Protesten gegen TTIP der Fall. Außerdem organisieren sich viele junge Leute in Jugendverbänden, die eine andere Politik wollen. Im beruflichen Umwelt werden diese jungen Leute jedoch eingeschüchtert wie durch Nichtübernahme nach der Ausbildung oder durch Leiharbeit. Hier ist selbstverständlich noch viel Überzeugungsarbeit erforderlich, um gegen die Verunsicherung der Jugend anzugehen".

Ein Redner meinte: "Es ist richtig, dass andere Formen der Kommunikation mit der Jugend gefunden werden muss. Jedoch hat die langjährige Montagsdemonstrationsbewegung bisher viel bewegen können, sei es die Unterstützung von Arbeitskämpfen wie z.B. bei Opel oder Hilfen für Hartz IV-Betroffene und jetzt aktuell bei den Flüchtlinge. Es ist bisher einmalig, dass eine solche Bewegung wie die Montagsdemonstration über so viele Jahre besteht".

Im Laufe der Diskussion wurde die Frage gestellt, ob Wahlen überhaupt etwas ändern können. Diese Frage soll auf der nächsten Montagsdemo in 14 Tagen diskutiert werden. Außerdem soll diskutiert werden, wie das Interesse der Jugend für die politische Arbeit gewonnen werden kann. Einige Jugendliche bekundeten ihr Interesse an der Montagsdemo mit einer großzügigen Geldspende. Bei der Spendensammlung kamen über 30,00 Euro zusammen.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung.

Ulrich Achenbach
Moderator
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