Montagsdemo begrüßt Ablehnung des Schlichterspruchs im Tarifkonflikt der Erzieherinnen und Sozialarbeiter

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Schwerpunkt der Montagskundgebung war der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst zwischen den Kommunalverwaltungen und den Erzieherinnen bzw. Sozialarbeiterinnen. Nachdem der Schlichterspruch im Tarifstreit von der Gewerkschaft GEW abgelehnt wurde, stehen die Zeichen erneut auf Streik.

Zunächst wurde das Lied "Montagsdemo angesagt" gesungen, bevor die Diskussion begann.

"Die GEW bzw. Ver.di hat genau richtig reagiert, in dem sie den Schlichterspruch abgelehnt hat. Im Sinne der Kommunen bzw. öffentlichen Arbeitgeber sollten die Erzieherinnen und Sozialarbeiter mit einer völlig unzureichenden Entgelterhöhung abgespeist werden", erklärte einer der Moderatoren zu Beginn der Debatte.

Ein Redner ergänzte: "Mein Frau ist Erzieherin bei der Stadt Bochum und heute leider verhindert. Seit vielen Jahren wird diese Tätigkeit unterdurchschnittlich vergütet, während die Anforderungen an die Erzieherinnen weiter steigen. Die Anzahl der zu betreuenden Kinder steigt in der jeweiligen Gruppe, so dass diese Kinder nicht optimal betreut werden können".

"Hier beweist sich, dass man viel bewegen kann, wenn man zusammenhält. Die versuchte Spaltung der abhängig Beschäftigten schwächt den Kampf der Arbeiterklasse. Das muss jedem klar sein und es wird appelliert, auf Spaltungsversuche der Arbeitgeberseite nicht hereinzufallen", hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

"Es ist sehr positiv, dass auch die meisten Eltern der betroffenen Kinder einen neuen Streik der Erzieherinnen befürworten bzw. ihn akzeptieren", sagte eine Rednerin.

Alle Montagsdemonstranten begrüßten einhellig die Ablehnung des Schlichterspruchs im laufenden Tarifkonflikt der Erzieherinnen und Sozialarbeiterinnen und wünschten den Beschäftigten bei weiteren Arbeitskämpfen viel Erfolg.

Nach dem Lied Kobanè wurde erneut die aktuelle Situation in der Türkei und in Syrien angesprochen.

"Nach wie vor greift die Türkei Stellungen der PKK sowohl im eigenen Land als auch in Syrien an. Die Bombardements auf IS-Stützpunkte spielen keine große Rolle. So wurden bisher 20 Luftangriffe auf die PKK in Syrien und nur 3 Luftschläge auf IS-Stellungen geflogen. Es geht der Türkei nur darum, einen unabhängigen kurdischen Staat zu verhindern. Keiner braucht sich zu wundern, wenn die PKK sich mit Anschlägen wie z.B. in Istanbul wehrt. Doch nimmt der Widerstand gegen Erdogans AKP auch in Deutschland zu. Am vergangenen Samstag, 08.08.15, gingen in Köln rd. 10.000 überwiegend kurdische Menschen auf die Straße. Vielleicht war ein Montagsdemonstrant vor Ort und kann berichten".

Einer der Moderatoren meldete sich: "Insgesamt 5 Montagsdemonstranten aus Bochum fuhren am Samstag nach Köln. Schon allein die Zugfahrt war ein Abenteuer. Der Zug war völlig überfüllt und wir mussten die ganze Zeit stehen. Einige ergatterten sich ein ungewöhnliches Plätzchen direkt vor dem WC. Am Ort der Auftaktkundgebung am Ebertplatz in Köln trafen wir auf eine unüberschaubare Menschenmenge. Zahlreiche Fahnen von kurdischen Organisationen und Parteien, einige Fahnen von Ver.di und der IG Metall sowie deutschen Parteien ragten in den Himmel. Wir trafen auch mehrere Montagsdemonstranten aus anderen Städten wie z.B. aus Gelsenkirchen, Herne und Hattingen. Es gab viele Reden in türkischer bzw. kurdischer, aber auch in deutscher Sprache. Nach rd. 3 Stunden setzte sich ein gewaltiger Demonstrationszug in Bewegung, der direkt an der Domplatte vorbei zum Heumarkt ging. Auf der Abschlusskundgebung redete u.a. auch das MdB Sevim Dagdelen (Linkspartei). Alles verlief friedlich und es gab keine Störungen durch faschistische Organisationen".

"Ein Vertreter einer türkischen Gewerkschaft berichtete von Hausdurchsuchungen in der Gewerkschaftszentrale. Erdogan versucht, die Opposition zu schwächen, doch er wird weiter an Einfluss im eigenen Land verlieren", ergänzte ein weiterer Teilnehmer an der Großdemo in Köln.

Eine Kurdin und Besucherin der Bochumer Montagsdemo meldete sich zu Wort: "Meine Familie ist selbst betroffen, ich mich freue, dass sich auf dieser Montagskundgebung so eine Resonanz für unsere Bevölkerung findet. Ich werde diese Montagsdemo gerne weiter besuchen und zuhören".

Alle applaudierten.

Weiterhin wurde über die Verschiebung der Herbstdemo in Berlin auf den 10.10.15 abgestimmt. Einstimmig stimmten alle Montagsdemonstranten für die Teilnahme an der Großdemonstration am 10.10.15, zu der zahlreiche Organisationen und Parteien sowie der DGB aufrufen. "Es ist sehr wichtig, dass wir uns im gemeinsamen Kampf mit anderen Organisationen und den Gewerkschaften gegen Freihandelsabkommen wie TTIP, Ceta oder Tisa wehren. Das gleiche gilt für den Schutz der Umwelt vor der Profitgier der Konzerne, denn diese Massenbewegung in Berlin richtet sich auch gegen Fracking", so der Kommentar eines Redners.

Am nächsten Montag geht es um die Vorbereitung der 11-Jahres-Feier am 24.08. des Bestehens der Bochumer Montagsdemo. Vorschläge für den Ablauf des Kulturprogramms sind erwünscht und können an den Moderator gemailt werden: Achenbach_ulrich@freenet.de

Die Kundgebung endete wieder mit der bekannten Abschlusshymne.

Ulrich Achenbach
Moderator
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