Montagsdemo ruft zur Unterstützung der Kurden in Syrien auf

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Mit zwei brisanten Themen befasste sich die vergangene Montagsdemo: Der regionale Aktionstag der Stahl- und Automobilarbeiter und die Angriffe der terroristischen IS-Truppen auf die kurdische Stadt Kobane in Syrien.

Rund 20 Personen diskutierten rege über diese Ereignisse. "Am 30.09.14 trat die Belegschaft von Daimler Benz in einen 24stündigen Warnstreik. Außerdem gab es mehrere Aktionen in verschiedenen Betrieb, auch im Bochumer Opel-Werk", leitete einer der Moderatoren die Debatte ein, "ebenfalls versuchten mehrere Delegationen Solidaritätsgrüße an die streikenden Arbeiter zu überbringen, wurden dabei jedoch von Sicherheitskräften und sogar von der Gewerkschaftsspitze der IG Metall daran gehindert".

Ein Mitarbeiter von Opel meldete sich: "Auch einige Delegierte von Opel fuhren nach Düsseldorf, um ihre Solidarität mit den kämpfenden Belegschaft von Daimler Benz zu zeigen. Obwohl der Betriebsrat zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen hat, wurden den Delegierten der Zutritt zum Werksgelände bzw. zu der Betriebsversammlung verwehrt. Sogar führende IG-Metall-Funktionäre beteiligten sich daran, in dem sie sich vor das Transparent der Delegierten stellten. Ähnlich wie bei Opel sind auch bei Daimler Benz Tausende von Arbeitsplätzen bedroht. Große Teile der Belegschaft zogen in einem Protestzug durch Düsseldorf und blockierten dabei zweitweise eine stark befahrene Straße. Die Polizei versuchte mit Drohungen wie Verhaftungen usw., diese Blockade aufzulösen, was ihr aber wegen der Menschenmassen nicht gelang. Dieser Kampftag war ein deutliches Zeichen, dass die Beschäftigten nicht länger die Arbeitsplatzvernichtung aus Profitgründen hinnehmen werden."

"Obwohl mehrere Mitarbeiter den Sozialtarifvertrag unter Druck unterschrieben haben (bei Weigerung wären sie sofort entlassen worden und könnten nicht in die Qualifizierungsgesellschaft wechseln), haben viele Beschäftigte den Kampf um ihre Arbeitsplätze noch nicht aufgegeben. So lange noch in Bochum produziert wird, lohnt sich eine Arbeitsniederlegung", ergänzte ein weiterer Mitarbeiter von Opel. "Ich verurteile auch nicht die Teile der Belegschaft, die den Sozialtarifvertrag unterschrieben haben, denn aus persönlicher Situation sind diese Leute dringend auf Einkommen angewiesen", meinte eine Rednerin.

Einer der Moderatoren berichtete: "Mein unmittelbarer Nachbar war auch im Bochumer Opel Werk I beschäftigt. Er hat jedoch das Angebot der Geschäftsleitung angenommen, nach Rüsselsheim zu wechseln. Inzwischen erfuhr ich jedoch, dass auch das Werk Rüsselsheim mittelfristig von Schließung bedroht ist. Die Produktion soll in ca. 10 Jahren aus Profitgründen ins Ausland, z.B. der Getriebebau nach Polen verlagert werden. Das ist doch Verarscherei pur! Doch die Anzeichen mehren sich, dass die Belegschaft von Rüsselsheim massiv um ihr Werk kämpfen wird".

"Von den Medien werden bewusst flächenübergreifende Aktionen klein geredet. Über den Protest in Düsseldorf gab es nur einen winzigen Beitrag in der WAZ", hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

Ein weiterer Redner wies auf einen vermeintliche Arbeitsplatzrettung bei dem Konzern BP (früher Aral) hin, der seinen Hauptsitz in Bochum hat. "Hier wird großspurig von dem Erhalt von ca. 1400 Arbeitsplätzen berichtet, da BP seinen Standort in Bochum beibehält. Jedoch wird verschwiegen, dass sich die Stadt Bochum an den hohen Mietkosten für die Gebäude beteiligt. Zum einen sind für das Stadtarchiv große Flächen seit längerer Zeit angemietet worden, zum anderen will die Stadt Bochum weitere Mietkosten von BP übernehmen. Also sind die verbleibenden Arbeitsplätze sprichwörtlich gekauft worden!"

Eine Rednerin wies auf den Leerstand großer Ladenlokale in der Innenstadt hin: "Wo früher Brinkmann war, könnte sich ein Baumarkt ansiedeln, denn man muss fast für jede Schraube zum weit entfernten Baumarkt fahren. Werkzeug aus den sog. Ein-Euro-Shops hält von zwölf bis mittags!"

Ebenfalls wurde die katastrophale Lage der kurdischen Flüchtlinge aus Syrien diskutiert.

"Verzweifelt fliehen zahlreiche Menschen vor der anrückenden IS-Terrormiliz in die Türkei. Auch dort sind sie nicht willkommen. Die grenznahe strategisch wichtige Stadt Kobane in Syrien steht kurz vor der Einnahme durch die Unmenschen der IS. Die Luftangriffe trafen wahrscheinlich absichtlich nicht die richtigen Ziele. Es geht den Großmächten wie der USA auch gar nicht um die Menschen, sondern nur um ihre strategischen Vorteile", kommentierte eine Frau von Solidarität international, "es wurde eine Solidaritätserklärung an Vertreter der Kurden gesandt".

Eine Teilnehmerin an dem internationalen Frauenratschlag in Chemnitz am vergangenen Wochenende teilte mit: "Wir beschlossen, dass die IS-Terroristen nicht mehr durch gewaltfreie Aktionen gestoppt werden können. Wir befürworten daher Waffenlieferungen an die kämpfende Bevölkerung der Kurden."

Zu den kurdischen Widerstandsorganisationen soll Kontakt hergestellt werden, vielleicht können einige Vertreter dieser Organisationen gewonnen werden, zur Montagsdemo zu kommen. Daher geht es in der nächsten Woche erneut um das Thema IS-Terror.

Nach der ausgiebigen Debatte endete die Kundgebung mit der bekannten Abschlusshymne - begleitet vom Gitarristen.

Ulrich Achenbach
Moderator
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