Nur ein Arbeitskampf kann zum Erfolg führen

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Auf der ersten Montagsdemo in 2018 ging es um die aktuellen Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie. Wegen des sehr schlechten Wetters und wenig Publikum endete die Kundgebung bereits nach 20 Minuten. Trotzdem gab es einige interessante Redebeiträge.

"Ich begrüße alle Bochumer Bürger-innen und Besucher unserer Stadt zu der ersten Montagskundgebung in 2018", sagte einer der Moderatoren, "heute steht das Thema 'Warnstreiks In der Metall- und Elektroindustrie' zur Debatte. Bereits mehr als 120 000 Beschäftigte beteiligten sich bundesweit an befristeten Arbeitsniederlegungen. Die Arbeitgeberverbände lehnen die Forderung der Gewerkschaft IGM auf eine 6%ige Entgelterhöhung sowie eine  zeitlich befristete Verkürzung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden mit teilweisem Lohnausgleich strikt ab (Pflege von Angehörigen soll hiermit möglich werden Stattdessen boten sie 2% mehr Entgelt an und verlangten eine Ausweitung der Arbeitszeit".

Ein Redner meldete sich: "Dieses Angebot der Arbeitgeberverbände ist mehr als ein Hohn. Die Warnstreiks der Beschäftigten sind darauf die einzige und richtige Antwort. Wir unterstützen daher diesen Arbeitskampf und hoffen, dass die Beschäftigten sich nicht von irgendeinem Zugeständnis der Arbeitgeberseite beeinflussen lässt. Gleichzeitig muss der Druck der Gewerkschaftsbasis auf die Gewerkschaftsspitze zunehmen, damit keine faulen Kompromisse mit der Arbeitgeberseite entstehen können".

"Besonders dreist sehe ich das Argument eines Vertreters des Arbeitgeberverbands Metall an, die Forderung der Gewerkschaft nach zeitweiliger Arbeitszeitverkürzung der Beschäftigten sei rechtswidrig, da die derzeitigen Teilzeitbeschäftigten nicht von der befristeten Arbeitszeitverkürzung mit teilweisem Lohnausgleich Vorteile hätten. Es liegt doch wohl beim Arbeitgeber, hier für gerechte Entgelte zu sorgen", hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

Eine Rednerin meinte: "Auch im Dienstleistungssektor stehen Tarifverhandlungen an. Die Forderungen sind ähnlich wie bei der IG Metall. Besonderer Schwerpunkt ist die Forderung nach mehr Pflegepersonal, um den Pflegenotstand in Krankenhäusern und Altenheimen zu bekämpfen. Ich begrüße die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie. Es kann nur etwas bewegt werden, wenn die Beschäftigten zusammenhalten und sich nicht spalten lassen".

Ein weiterer Redner meinte: "Die Arbeitgeber argumentieren bei der geforderten Arbeitszeitverkürzung auf 28 Wochenstunden (damit Beschäftigte Angehörige pflegen oder Kinder betreuen können), es gäbe kein Geld für nicht geleistete Arbeit und für die Finanzierung von Angehörigen der Arbeitnehmer wären sie nicht zuständig. Wenn man dieser Argumentation folgt, bräuchten die Beschäftigten in der Produktion nur einen Bruchteil ihrer normalen Arbeitszeit zu arbeiten, denn durch die Automatisierung ist der Wert der hergestellten Güter deutlich höher als der Entgeltanteil für die Unternehmer. Bereits nach ca. 1/7 der Arbeitszeit amortisieren sich die Lohnkosten".

Weiterhin gab es auch Redebeiträge über die Regierungsbildung. "Selbst in der SPD (Jusos) gibt es immer mehr Ablehnungen für eine Große Koalition. Es ist daher fraglich, ob es überhaupt zu einer neuen Regierung kommt oder Neuwahlen anstehen", bemerkte ein Redner.

Dieses Thema soll auf der nächsten Montagsdemo in 14 Tagen weiter diskutiert werden. Wegen des nasskalten Wetters endete die Kundgebung dieses Mal ohne Abschlusshymne.

Ulrich Achenbach
Moderator
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