Figurentheatertage in Bottrop: Hohe Kunst, kein billiges Kasperletheater

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Ilse Ortmann (l.), Maja Brüggemeier und Werner Bartelt Brüggemeier (re.) freuen sich, dass sie Dank der Unterstützung von Ele, Peter Efing, Egon-Bremer-Stiftung, Erich Stemplewitz und Volksbank, Eberhard Kreck, wieder ein erstklassiges Programm für die Figurentheatertage auf die Beine stellen konnten. (Foto: Thomas Eickholt)

Die Figurentheatertage finden vom 10. bis 15. September an verschiedenen Orten in Bottrop statt. Wer eine bestimmte Veranstaltung nicht verpassen möchte, sollte sich schnell um Karten kümmern - am Montag, 10. August, beginnt um 9.30 Uhr der Kartenvorverkauf im Kulturzentrum.

„Wir haben wieder den einen oder anderen Leckerbissen für Liebhaber im Programm“, macht die stellvertretende Kulturamtsleiterin Ilse Ortmann Lust auf die Figurentheatertage. „Dank unserer Sponsoren von der Volksbank, der Ele und der Egon-Bremer-Stiftung konnten wir auch bei den 13. Figurentheatertagen unser Niveau halten.“ Das ist ein hohes.

"Das können wir den Bottropern nicht zumuten"


Sie und die Festival-Organisatoren Maja Brüggemeier und Werner Bartelt-Brüggemeier haben sich jedes der Stücke aus dem Bereich der Erwachseneninszenierung vorher angeguckt: „Wir haben auch eine Aufführung erlebt, die wir verlassen mussten - da passte einfach gar nichts. So etwas können wir den Bottropern nicht zumuten“, weiß Ilse Ortmann um den Ruf der Figurentheatertage in Bottrop und schwärmt von dem, was die alten und neuen Liebhaber dieser Kunst ab dem 10. September erwarten dürfen: „Es ist uns wieder gelungen Neville Tranter zu verpflichten. ‚Mathilde‘ heißt sein neues Stück. Die Bottroper begeisterte er bereits mit Schicklgruber, Frankenstein und Cuniculus.“ Mathilde ist 102 Jahre alt und wartet noch immer auf ein Zeichen ihres Liebsten aus längst vergangenen Zeiten. Dieses Stück ist das erste einer geplanten Trilogie über das Alter. Das Stück wird in leicht verständlichem Englisch gespielt und bewegt sich zwischen schwarzem Humor und herzzerreißendem Melodram.

Völlig andere Inszenierungsmöglichkeiten


„Figurentheater bietet völlig andere Inszenierungsmöglichkeiten“, weiß Werner Bartelt-Brüggemeier und führt aus: „Beispiel Schachnovelle: Um die Zerrissenheit des Mannes zu zeigen, teilt sich der Kopf der Figur in zwei Teile – so etwas kann man mit einer normalen Theateraufführung nicht hinbekommen.“
Auch eine etwas skurillere Inszenierung darf bei diesen Figurentheatertagen wieder nicht fehlen: „Der wunderbare Massenselbstmord“. „Zwei Wahnsinnspowerfrauen haben das Stück nach dem Roman des Finnen Arto Paasinna in Szene gesetzt. Die beiden arbeiten mit Handfiguren, Tischfiguren und Schauspiel - das ist das Beste, was man im Moment sehen kann“, ist Maja Brüggemeier überzeugt.
Anspruchsvolle Kost ist „Bestie Mensch“ nach dem Kriminalroman von Emile Zola. „Das ist richtig grandios inszeniert“, macht Maja Brüggemeier Lust, sich das anzugucken.
Wer mit den Figurentheatertagen noch keine Berührungspunkte hatte: Am Samstag, 5. September, kann man die Cock-Tales auf dem Bottroper Markt in der Innenstadt in Augenschein nehmen. „Die Cock-Tales sind sehr musikalische Hühner“, lacht Werner Bartelt-Brüggemeier: „Beim letzten Mal standen die drei in ihrem Federkleid vor einer Hähnchen-Braterei und spielten ,Spiel mir das Lied vom Tod‘“.
„Figurentheater ist kein Kasperletheater“, sagt Maja Brüggemeier und führt aus: „Wobei echtes Kaspertheater sehr anspruchsvoll ist - heute allerdings ist das häufig kein echtes Spiel, es sieht eher nach Bühne bewackeln aus“, so die Kennerin.
Gutes Kasper-Theater können Kinder und Familien am Samstag, 12. September, um 11.30 und um 12.30 Uhr kostenlos am Kulturzentrum August Everding sehen. Im Kinderprogramm sind nicht allein Aufführungen für Schulen und Kindertageseinrichtungen, sondern auch öffentliche Veranstaltungen. Welche, die Kindern Mut machen, ihnen helfen oder einfach nur ihre Fantasie anregen.

Die öffentlichen Veranstaltungen im Überblick:


Samstag, 5. September, 11, 12, und 13 Uhr, Innenstadt, Hansastraße: „Cock-Tales“. Eintritt frei. Bei Regen muss die Veranstaltung ausfallen.

Donnerstag, 10. September, 15 Uhr, Kath. Pfarrzentrum St. Josef, Förenkamp 27: „Der gefrorene Prinz“. Eintritt 6/7 Euro. Ab 5 Jahren.

Donnerstag, 10. September, 19.30 Uhr, Kulturzentrum August Everding, Böckenhoffstraße 30: „Mathilde“. Eintritt 9/11 Euro. Ab 16 Jahren.

Freitag, 11. September, 15 Uhr, Kulturzentrum August Everding, Kammerkonzertsaal, Böckenhoffstraße 30: „Ali Baba und die 40 Räuber“. Eintritt 6/7 Euro. Ab 5 Jahren.

Samstag, 12. September, 11.30 und 12.30 Uhr, Kulturzentrum August Everding, Böckenhoffstraße 30: „Kasper fängt das Krokodil“. Ab 4 Jahren, Eintritt frei.

Samstag, 12. September, 19.30 Uhr, Kulturzentrum August Everding, Kammerkonzertsaal, Böckenhoffstraße 30: „Der wunderbare Massenselbstmord“. Eintritt 20 Euro inklusive kulinarischer nordischer Köstlichkeiten.

Sonntag, 13. September, 11 Uhr, Spielraum, Prosperstraße 7: „Ratzenspatz“. Eintritt 6/7 Euro, Ab 4 Jahren. Bastelaktion im Anschluss. Wer ab 10 Uhr im Spielraum frühstücken möchte, Preis 3 Euro pro Person, muss sich unter Rufnummer 162110 anmelden.

Montag, 14. September, 15 Uhr, Lebendige Bibliothek, Böckenhoffstraße 30: „Der kleine Bär backt Kuchen“. Eintritt 6/7 Euro, Ab drei Jahren.

Dienstag, 15. September, 15 Uhr, Spielraum, Prosperstraße 7: „Geschichten aus dem Hut“. Für Fünf- bis Zehnjährige. Eintritt 6/7 Euro.

Dienstag, 15. September, 19.30 Uhr, Kulturzentrum August Everding, Kammerkonzertsaal, Böckenhoffstraße 30: „Bestie Mensch“. Mit Livemusik. Eintritt 9/11 Euro.
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