ToT St. Johannes im Seniorenzentrum Pflege plus: Volkslied trifft Rap

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Alle ziehen an einem Strang und freuen sich, die andere Generation kennenlernen zu dürfen. (Foto: Michael Kaprol)

Mit "Horch was kommt von draußen rein" antworten die Herrschaften im Seniorenzentrum Pflege Plus auf den Rap von Cro, der ihnen von ihren jungen Besuchern vorgetragen wird. Und alle strahlen. Die ToT St. Johannes hat zu einem besonderen Projekt eingeladen.

"Ist der Kreis hier in der Mitte?", fragt Maria Pietrucha. "Perfekt!", lobt ihr junges Gegenüber und nickt aufmunternd. Jung und Alt basteln heute eine Schmetterlings- und Blumendeko für die Senioren. "Ich habe mich den jungen Leuten sofort als Maria vorgestellt - mein Nachname ist ja nicht so leicht auszusprechen und zu merken", erzählt die 89-Jährige dem Stadtspiegel. "Das sind unglaublich sympathische und hilfsbereite junge Leute mit guten Manieren", freut sie sich.
An einem anderen Tisch sitzt die neunjährige Alea. Sie hat zusamen mit einigen Senioren bereits zahlreiche Blumen und Schmetterlinge akkurat ausgeschnitten und widmet sich jetzt mathematischen Fragen - beziehungsweise hofft, Antworten vom 75jährigen Manfred Leye darauf zu erhalten. "In Kunst hab ich ne zwei, in Englisch sogar eine eins", strahlt sie. Ihr Mathe-Note möchte sie aber lieber nicht verraten. Manfred Leye jedenfalls kann ihr auf jede ihrer Zahlen-Fragen eine Antwort geben.
"Wir haben uns sehr gefreut, als die ToT St. Johannes auf uns zugekommen ist und uns fragte, ob wir uns eine gemeinsame Freizeitgestaltung mit Kindern und Jugendlichen bei uns im Haus vorstellen können", sagt Lisa Juchheim, Leitung soziale Dienste im Seniorenzentrum. "Die Senioren sind glücklich darüber" - "Und die jungen Besucher genauso", ergänzt Elizete Bento da Silva vom ToT-Team.
"Vom Krieg und den Bunkern in Bottrop wurde uns genauso erzählt wie von der Arbeit unter Tage oder vom Sport - das waren alles sehr interessante Geschichten", blicken Felix und Glenn zurück. "Es macht Spaß, etwas mit den Senioren gemeinsam zu unternehmen."
Paula und Alessandro, beide zwölf Jahre alt, überlegen, einmal Altenpfleger zu werden. Ihnen hat das Zusammensein mit der älteren Generation viel gegeben.
Mit dem Projekt "Jungundrüstig" sollten die Kinder und Jugendlichen die Berührungsängste gegenüber älteren Menschen verlieren. "Am ersten Tag haben wir mit den Senioren von Pflege Plus Gesellschaftsspiele gespielt, damit sich alle erst einmal kennenlernen können", blickt Bento da Silva zurück. Die Berührungsängste waren auf beiden Seiten schnell vorbei. Auch nach dem Projekt sind die jungen Leute im Seniorenzentrum herzlich willkommen. "Und wenn die TOT St. Johannes barrierefrei umgebaut sein wird, freuen wir uns auf einen Besuch der älteren Herrschaften", sagt Elizete Bento da Silva. Maria Pietrucha freut sich über die Unterstützung von Felix und Glenn (m). Alle ziehen an einem Strang und freuen sich, die andere Generation kennenlernen zu dürfen. Fotos: Kappi
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