Tanzschule Schmidt-Hutten: Eine Ära geht zu Ende

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Tanzen bestimmte sein Leben. Aus gesundheitlichen Gründen wird Frank Schmidt-Hutten seine Tanzschule verkaufen oder verpachten.

1995 übernahm Frank Schmidt-Hutten die Tanzschule an der Oberen Münsterstraße von seinem Vater Manfred. Nun wird eine Ära in Castrop-Rauxel zu Ende gehen, denn Frank Schmidt-Hutten will seine Tanzschule verkaufen oder verpachten.

"Aus gesundheitlichen Gründen", sagt der 56-jährige Tanzlehrer. Sein linkes Knie ist neu, und der rechte Knöchel will nicht mehr so recht. Und die eigenen Kinder haben andere Pläne. Weder eine der beiden Töchter noch der Sohn wollen beruflich in die Fußstapfen des Vaters treten.

"Bis zum Jahresende sind die Tanzkurse auf jeden Fall gesichert", sagt Frank Schmidt-Hutten. Gerade erst hat ein Anfängerkurs begonnen.
Beliebt sei Tanzen nach wie vor. "Disco-Fox geht immer." Doch besonders bei den Jugendlichen habe es in den vergangenen Jahren deutliche Veränderungen gegeben. "Durch die Einführung des Turbo-Abis G8 sind rund 50 Prozent der jugendlichen Tanzschüler weggebrochen. Sie haben häufig keine Zeit mehr für einen Tanzkurs."

Makler und Verband

Seine Wohnung unmittelbar neben der Tanzschule will Frank Schmidt-Hutten auch aufgeben. Auf der Suche nach Interessenten setzt der 56-Jährige nicht nur auf einen Makler, sondern auch auf Mitglieder des Tanzlehrer-Verbandes. 

"Alte Tanzlehrer-Familie aus Berlin"

Mit rund 15 Jahren begann Frank Schmidt-Huttens Tanzkarriere. Natürlich hat er beim Papa gelernt. "Einen Teil der Ausbildung als Tanzlehrer habe ich in Duisburg absolviert." Danach war er in der heimischen Tanzschule engagiert, hat mit seinem Vater gearbeitet. Seit 1995 schließlich führt Frank Schmidt-Hutten das Unternehmen.

"Wir sind eine alte Tanzlehrerfamilie aus Berlin. Meine Mutter stammt aus dem Westen, mein Vater aus dem Osten. Er kam 1960 noch vor dem Bau der Mauer ins Ruhrgebiet. Vor ziemlich genau 55,5 Jahren hat er dann die Tanzschule von Amanda Diel in Castrop-Rauxel übernommen", blickt Frank Schmidt-Hutten auf die Geschichte der Tanzschule zurück. Getanzt wurde bei Amanda Diel lange im Saal über dem damaligen Gloria-Kino neben Haus Nattmann, später dann an der Oberen Münsterstraße.

Liebe und Erinnerungen

Generationen junger Menschen haben die ersten Tanzschritte bei Schmidt-Hutten absolviert. Viele haben bei Walzer, Foxtrott oder Samba ihre Liebe zum Tanzen entdeckt, einige sogar die Liebe fürs Leben. "Ich bin jetzt zu einer Goldenen Hochzeit eingeladen. Das Paar hat sich bei uns kennengelernt und sich zum ersten Mal auf unserer Terrasse geküsst", weiß Frank Schmidt-Hutten zu berichten.

Erinnerungen gibt es in der Tanzschule zuhauf: Jede Menge Fotos von unzähligen Abschlussbällen, Bilder von den verschiedenen Ausstattungen der Tanzschule, Namenslisten von Kursteilnehmern und jede Menge Musik − auf Schallplatten und CDs. "Das alles werde ich mitnehmen, wenn ich gehe."
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