„Es war ein Schlag ins Gesicht“: Endgültiges Aus für Opel-Bochum verkündet

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Wollen weiter kämpfen (v.l.): Opel-Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel und der zweite Vorsitzende, Murat Yaman. Foto: Opel
Fast noch schlimmer als die Nachricht vom endgültigen Opel-Aus, sei die Art und Weise gewesen, wie Interimschef Thomas Sedran diese vermittelt habe. „Es war ein Schlag ins Gesicht“, erklärt Murat Yaman, stellvertretender Opel-Betriebsratsvorsitzender. Auf der Belegschaftsversammlung am Montagmorgen (10. Dezember) hatte Sedran bekanntgegeben, dass die Autoproduktion am Standort Bochum Ende 2016 – mit dem Auslaufen des Modells „Zafira“ – eingestellt wird. Rund 4.000 Beschäftigte – darunter etwa 300 Castrop-Rauxeler – würden damit ihren Arbeitsplatz verlieren.

Nur knappe zehn Minuten hatte Sedrans Erklärung gedauert. Dabei sei er auf keine Frage der Beschäftigten eingegangen, habe deren „Sorgen und Nöte nicht einmal angehört“ und sei schließlich „fluchtartig“ durch den Hinterausgang verschwunden. Ein Verhalten, das Yaman als „unwürdig“ bezeichnet.
Bereits in einem Jahr soll die Getriebefertigung im Opel- Werk II eingestellt werden. Davon seien bereits etwa 300 Arbeitsplätze betroffen. Lediglich das Warenverteilzentrum (etwa 450 Stellen) soll über das Jahr 2016 hinaus erhalten bleiben. Als endgültig will Yaman diese Entscheidung allerdings noch nicht akzeptieren, sondern beruft sich auf die „Verhandlungsverpflichtung“, die laut Tarifvertrag für alle deutschen Standorte gelte. „Niemand kann uns erklären, warum es kein Nachfolgemodell (des Opel „Zafira“, Anm. d. Red.) in Bochum geben soll“, beklagt er.
Im Betriebsratsgremium habe man nun bereits Entscheidungen getroffen, wie man weiter vorgehen wolle. „Es wird zu gegebener Zeit kommuniziert“, hält sich Yaman vorerst bedeckt.

„Jetzt erst recht“

Die Feierlaune dürfte den Opelanern zwar vergangen sein – dennoch soll am Samstag (15. Dezember) das Fest zum 50-jährigen Bestehen des Werkes wie geplant stattfinden. „Wir bestehen sogar darauf“, erklärt Yaman. Das Motto sei nun „Jetzt erst recht“. „Alle Freunde, alle Menschen, die ihre Solidarität bekunden, werden da sein“, ist er überzeugt. „Das werden wir uns nicht nehmen lassen. Wir wollen noch einmal zeigen, dass man uns hier braucht.“
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