Dinslaken: Zur Expo Real mit der Ehrenmedaille aus Agen

Anzeige
Zurück aus Frankreich und München: Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger beim NA-Talk.
 
Deutsch-französischer Abend im Theater Agen mit Pianist Marco Poingt, Stéfan Rizon (The Voice 2012/F), Samirah Al-Amrie, Kerstin Sierp und dem Kinderchor „Die Schiefen Spieler“. Foto: privat.
NA-Exklusiv: Bürgermeister Heidinger über bewegende Tage in seiner Partnerstadt und in München.

Erst im März stand hier der Bericht über die hiesigen Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Städtepartnerschaft zwischen Dinslaken und Agen. Mit dabei: Eine Delegation aus der französischer Partnerstadt Agen um Bürgermeister Jean Dionis du Séjour. Nun war unser Bürgermeister in Agen, auch nicht allein ...


Michael Heidinger berichtet mir bewegt vom Gegenbesuch, denn die jahrzehntelange Partnerschaft und Freundschaft trägt auf vielen Ebenen Früchte. (sh.Lokalkompass.de/528627 und -/530923). Zur Freundschafts-Feier in Agen reisten nun mit Heidinger und I. Beigeordneter Jahnke-Horstmann auch die Ratsfraktionschefs von SPD, CDU, Grünen und Linken, städtische Amtsvertreter und Mitglieder des neuen ehrenamtlichen Städtepartnerschafts-Vereins um Klaus-Dieter Graf und Renate Seidel.

Aber auch Künstler wie Sängerin Samirah Al-Amrie und Kabarettistin Kerstin Sierp. Letztere gaben zum Abschied gemeinsam mit französischen Künstlern einen umjubelten Konzert- und Liederabend im Theater von Agen. Mitreisende Dinslakener von der Lebenshilfe hatten Reise und Unterbringung mit Hilfe ihrer französischen Partnerorganisation selbst organisiert und finanziert ! Von Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Lebensart der Partner-Freunde werden alle noch lange schwärmen.

Bürgermeister Dr. Michael Heidinger gibt mir noch im Urlaub dieses Interview: Er war nach Agen direkt zur so wichtigen internationalen Gewerbe-Immobilien Messe Expo Real nach Müchen geeilt, um gemeinsam mit Stadtkämmerer/Baudezernt Dr.Thomas Palotz und Svenja Krämer von der Wirtschaftsförderung für Dinslaken als Investitions-Standort zu werben. (Bericht nachzulesen: lokalkompass.de/588950).

Niederrhein Anzeiger:
Für Frankreich spielen die beiden Weltkriege des letzten Jahrhunderts immer noch ein große Rolle. Auch für die eigene Identität und heutige Rolle in Europa. Die Grande Nation begeht Feierlichkeiten dazu mit Pathos und tiefen Emotionen. Ihnen wurde zum 40. Jubiläum der Städtefreundschaft eine große Ehre zuteil: Sooft wird die Goldene Stadt-Medaille von Agen ja nicht verliehen! Man muss sich dafür um die Stadt Agen verdient gemacht haben. Unseren herzlichen Glückwunsch, auch wenn das keine rechte Frage ist.

Bürgermeister Dr. Heidinger: Das war schon ein besonderer Moment, da geht einem Vieles durch den Kopf: Die deutsch-französische Geschichte ... wir waren ja mal unversöhnliche „Erbfeinde“. Dass wir heute so eine enge Freundschaft pflegen können, ist nach dieser Vergangenheit ein Wunder und ein großes Geschenk. Und eine Verpflichtung für die Zukunft in ganz Europa. Gerade angesichts der aktuellen Flüchtlingsströme. Hauptursache auch hier sind ja wiederum Kriege – vor allem der in Syrien. Ja, ich war innerlich sehr bewegt und auch gerührt. Die ganze Agen-Reise war von Warmherzigkeit und Freundschaft geprägt, die uns auf allen Ebenen entgegengebracht wurde. Das motiviert und stärkt für den Alltag.

Wie verständigen Sie sich mit ihrem Amtskollegen Jean Dionis du Séjour?

Heidinger: Wir sprechen beide ganz gut Englisch und brauchen für den direkten Austausch keinen Dolmetscher. Das erleichtert vieles. Der Austausch auch in Verwaltungsfragen ist immer sehr rege. Für mich interessant ist auch der Vergleich unserer Ämter: Denn Bürgermeister in Frankreich haben viel größere Befugnisse und Spielräume als bei uns. Das liegt unter anderem am immer noch sehr zentralistisch nach Paris ausgerichteten System in Frankreich.

Sind Sie da nicht ein bisschen neidisch?

Heidinger: Nein, alles hat Vor- und Nachteile. Zu unserem deutschen demokratischen Meinungsbildungs-Prozess gehört eben auch, gute Argumente für Mehrheiten finden zu müssen, um überhaupt politisch gestalten zu können. Das erdet und schützt einen immer wieder davor die Bodenhaftung zu verlieren.
Und dann noch mit der Medaillenschachtel im Gepäck die nächste große Bühne: Direkt im Anschluss ging´s für Sie von Agen nach München zur Expo Real, stimmt´s?

Heidinger: Dinslaken hatte da das Glück, neben dem Niederrhein-Stand auch noch auf zwei weiteren wichtigen Info-Ständen präsentiert zu werden: Einmal bei der Unternehmensgruppe Hellmich und dann von der RAG Montan Immobilien. Die Dinslaken-Lohberg als Musterbeispiel für Stadtentwicklung durch Kunst, Kreativität und modernes Energiemanagement vorgestellt hat. Die beeindruckenden Bilder und Berichte von der Ruhrtriennale in der Kohlenmischhalle und der Zentralwerkstatt haben ihre Wirkung nicht verfehlt.

Gab´s denn konkreteres Echo?

Heidinger: Unser energieeffizienter Ansatz mit regenerativen Zukunfts-Energien auf Lohberg und die verabredete Zusammenarbeit mit Bottrops „Innovation City“ kamen zum Tragen. Für Dinslaken konnte ich ja seinerzeit - gemeinsam mit Stuttgart und Bottrop - Deutschland beim Transatlantischen Klima-Dialog in den USA vertreten. Alles Pfunde, mit denen diese Stadt heute inzwischen „bestens wuchern“ kann. Und was wir, wie man an der RAG-Präsentation in München sehen konnte, ja auch nach Kräften getan haben.

Die Talk-Runde mit NRW-Bauminister Groschek war sehr erfolgreich. Und: Ja, wir haben vielversprechende Kontakte unter anderem auch mit Investor-Interessenten für das ehemaligen Zechengelände knüpfen können. Wie heißt es so schön: Vertiefende Gespräche stehen an.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, da drück ich die Daumen. Vielen Dank für das interessante Gespräch auch im Namen unserer Leserinnen und Leser, der Bürgerinnen und Bürger.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.