JHV des Tierschutzvereins Castrop-Rauxel - Wo soll dieses Gerangel hinführen?

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Niemand, der an der JHV des Tierschutzvereins Castrop-Rauxel am vergangenen Freitag teilgenommen hat, kann in Frage stellen, dass diese Veranstaltung jedem erwachsenen Menschen unwürdig war.
Inwieweit die Organisation der Versammlung hierzu beigetragen hat, soll dahingestellt bleiben.
Das Auftreten und Benehmen einzelner Mitglieder hat letztlich jeden ordentlichen Ablauf verhindert.
Hier standen sich lautstark und mit kaum zu überbietender Polemik zwei verfeindete Lager gegenüber. Dabei kamen die teilweise persönlich beleidigenden Äußerungen nicht einmal tatsächlich von den Personen, die sich in der Vergangenheit - vielleicht gegenseitig - das Leben schwer gemacht haben. In den Wortbeiträgen dieser unmittelbar Betroffenen schwang einiges an Emotionen mit, die so manchen durchaus angebrachten Einwand oder Diskussionsbeitrag leider beschwert haben. Die Reaktionen der Anhänger der einen oder anderen Seite waren jedoch absolut unwürdig. Es wurden vereinzelt Anträge gestellt, die nicht nur mit dem Vereinsrecht nicht in Einklang standen, sondern auch schon inhaltlich nur darauf abzielten, die Situation aufzuheizen. Kaum eine Wortmeldung der bisherigen Vorstandsmitglieder oder auch der Mitglieder des Teams Tierschutz blieb ohne unsachliche, teilweise beleidigende Kommentare.
Nicht im Ansatz konnte man noch erkennen, dass man sich auf einer Jahreshauptversammlung eines gemeinnützigen Vereins befand, dessen Mitglieder sich einem gemeinsamen Ziel, nämlich dem Tierschutz, verschrieben haben (sollten?).

Wenn dieser chaotische Abend allen Beteiligten eines vor Augen geführt hat, dann dieses:
Die beiden Gruppierungen, also der aktuelle Vorstand, (der übrigens zu einem nicht unerheblichen Teil aus kommissarisch berufenen Personen besteht), und die Gruppierung "Team Tierschutz", die angetreten ist, um als neuer Vorstand gewählt zu werden, stehen sich mit ihren Anhängern in zwei zumindest verstrittenen Lagern gegenüber. Wenn die Gruppierungen sich in dieser Zusammensetzung jeweils zur Wahl stellen, wird es auch bei der nächsten Mitgliederversammlung unter den weniger kompromisslosen Mitgliedern keine Bewegung geben.
Zu bedenken ist auch, dass auf beiden Seiten Personen vertreten sind, die für den Tierschutzverein und das Tierheim bereits viel geleistet haben und/oder noch wertvolle Arbeit leisten können und wollen. Es werden aber kaum viele Mitglieder der einen Gruppe dem Verein noch zur Verfügung stehen, wenn die andere Gruppe im Rahmen der Vorstandswahl einen vermeintlichen Sieg davontragen sollte. Damit steht fest, wer auf jeden Fall verliert: Der Verein selbst und damit auch die Tiere.

Man sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob nicht beide Personen, die sich jeweils um das Amt des Vorstandsvorsitzenden bewerben, aus freien Stücken ihre Kandidatur zurückziehen und stattdessen eine Person "ins Rennen schicken", die auch von Mitgliedern beider Gruppierungen respektiert werden kann. Dann bestünde eine echte Chance auf eine Wahl, in der die Mitglieder darüber nachdenken, wem sie welche Fähigkeiten zutrauen, und nicht, wie sie ihre Loyalität der gerade geschätzten Person am besten beweisen können.

Sicher gibt es in beiden Gruppierungen die ein oder andere Person, die diesen Posten ausfüllen könnte.
An jenem Abend hat sich aber sicher nicht nur in meinen Augen eine Dame besonders dafür qualifiziert: in weiten Teilen wurde die Moderation der Versammlung von Frau Kristina Rummeld übernommen, die sich in der Gruppierung des aktuellen Vorstandes eigentlich als Beisitzerin bewirbt. Mit ihrem sicheren und offenen Auftreten versuchte sie immer wieder, die emotionsgeladenen Redebeiträge in die richtige Richtung zu lenken und die Tagesordnungspunkte weiter abzuarbeiten. Dabei kam sie auch den Mitgliedern des Team Tierschutzes gleich bleibend freundlich entgegen und bemühte sich, insgesamt mehr Fairness und Balance herbeizuführen. Die Anhängern beider Gruppierungen schienen sie zu respektieren.
Wenn man nun bedenkt, dass der Vorstandsvorsitzende im Grund organisatorische und repräsentative Aufgaben erfüllen soll und hierzu gerade nicht das Alltagsgeschäft im Tierheim zählt, könnte man auch als viel beschäftigte Selbständige zumindest darüber nachdenken, nicht als Beisitzerin, sondern als Vorsitzende zu kandidieren.

Nur wenn es einen Kompromiss zwischen den Offiziellen der Gruppierungen gibt, kann es auch wieder zu einem sachdienlichen Miteinander-Arbeiten aller Beteiligten kommen.
Da sowohl der aktuelle Vorstand als auch die Mitglieder des Teams Tierschutzes angetreten sind, um sich zum Wohle des Vereins und des Tierschutzes zu engagieren, ist zu erwarten, dass sich beide Vorsitz-Kandidaten zugunsten einer neutralen Alternative aus dem Ring verabschieden und künftig statt der Boxhandschuhe wieder mehr Arbeitshandschuhe benutzt werden.
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