Der Ostenfriedhof und Benno Elkan

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- Persephone (1908), die Göttin der Unterwelt. Sie war auch Tochter der Demeter und Göttin der Fruchtbarkeit. Dies ist eine der ersten Skulpturen Elkans auf dem Ostenfriedhof. Sie befindet sich auf der Grabstelle der Fam. Borbein/Kirchhoff (Feld 5)
 
- Todesgang (1910); dieses 1,56m x 1,65m große Bronzerelief befindet sich auf der Grabstelle der Fam. Schulze-Vellinghausen (Feld 10). Das Relief ist signiert mit BENNO ELKAN ROM 1910
Dortmund: Ostfriedhof |




- Eine Spurensuche nach einem fast vergessenen großen Künstler aus Dortmund…



Wer war eigentlich dieser Benno Elkan? In seiner Heimatstadt Dortmund kaum bekannt, hat er hier aber doch deutliche Spuren hinterlassen, wenn man sie lesen kann…

In der Vergangenheit wurde einige Male versucht, mit Ausstellungen seinem künstlerischen Schaffen gerecht zu werden, er blieb aber in der großen Öffentlichkeit weitgehend unbekannt.



So erging es auch mir selbst! Während der Recherchen für meinen Vortrag über den Ostenfriedhof im Hoesch-Museum am 21.05.2015 ( Bitte alle kommen! 18:30 Uhr / Eintritt frei) entdeckte ich für mich die dortigen Werke Benno Elkans in Form der Grabmäler - und war fasziniert!
Dieser ohnehin schon spannende Friedhof mit seinen über 100 denkmalgeschützten Grabstätten wurde für mich in seiner kulturhistorischen Bedeutung durch Elkans Kunstwerke noch interessanter.

- Die jüdische Familie Elkan lebte in der Dortmunder Brückstraße. Als Benno Elkan 1877 dort an der Stelle des heutigen Orchesterzentrum Dortmunds das Licht der Welt erblickte, führte Vater Salomon als Schneidermeister dort ein Herrenkleidergeschäft. Bennos beruflicher Weg führte über ein Sprachstudium in Lausanne nach Antwerpen, wo er als Kaufmann arbeitete. Erst ab 1898 führte sein künstlerischer Weg über München, Karlsruhe, Paris, Rom und Frankfurt bis nach London. Im dortigen Exil schuf er auch die große Menorah, die in Jerusalem vor der Knesset die Geschichte des jüdischen Volkes erzählt. Benno Elkan starb am 10. Januar 1960 in London…

Während seiner Zeit in Karlsruhe erreichten ihn die ersten Aufträge aus Dortmund für den Ostenfriedhof. Sein erstes Werk war ein Grabmal für das Familiengrab Richter/Seippel. Karl Richter, genannt „Karlchen“, war ein Freund der Familie und Chefredakteur des damals sehr bedeutenden „Dortmunder Generalanzeiger“. Die 1,72m hohe Bronzestatue ist heute noch auf der Familien-Grabstelle (Feld 10) zu bewundern.

Von den ehemals 11 Werken Elkans auf dem Ostenfriedhof sind heute nur 8 (einige auch nur noch teilweise) vollständig auf folgenden Stellen aufzufinden:

- Grabstelle Borbein/Kirchhoff (Feld 05 - Persephone / 1908)
- Grabstelle Schulte/Vellinghausen (Feld 10 - Der Todesgang / 1910)
- Grabstelle Hövel/Grell (Feld 11 - Die Auferstehung / 1905)
- Grabstelle Richter/Seippel (Feld 14 - Die Wandelnde / 1904)
- Grabstelle Mendelsohn (Feld 14 - Die Kauernde / 1905)
- Grabstelle Melcher (Feld 14 - Der Abschied / 1908, Büste gestohlen)
- Grabstelle Week (Feld 21 - Flöte spielender Knabe /1906-1907)
- Grabstelle Schmidt (Feld 21 - Knieender Mann mit erloschener Fackel / 1908)

- Grabstelle Feuerbaum (Feld 14 - Christuskopf mit Dornenkrone hängt in der Marienkirche, das Grab selbst ist zerstört)

- Das Relief „Die Ruhende“ (1910) von der Grabstätte Scharlenberg ist verschollen

Weitere Angaben zu Elkans Werken sind noch in den Bildbeschreibungen zu finden...
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3 Kommentare
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Susanne Vieting aus Dortmund-Ost | 16.02.2015 | 12:28  
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Heiko Müller aus Dortmund-City | 28.04.2015 | 10:35  
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Susanne Vieting aus Dortmund-Ost | 01.06.2015 | 16:09  
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