Bücherkompass, Rezension, Misha Anouk - Goodbye Jehova

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Dortmund: zuhause | Bücherkompass, Rezension . Goodbye, Jehova, TB Misha Anouk

Hier meine Anmerkungen zum, vom LK erhaltenen , Buch

Vorab der kurze Hinweis, dass ich mich bemüht habe lediglich das Buch zu rezensieren, ohne die Zeugen Jehovas bzw. ihre Praktiken, zu bewerten. Komplett wertfrei gelang die Rezension trotzdem nicht, dazu waren die Fakten teilweise dann doch zu erschreckend....

Misha Anouk wird 1981 in eine Familie hineingeboren, die seit zwei Generationen überzeugte Zeugen Jehovas sind. Er wird, wie sein älterer Bruder auch, nach den Richtlinien der Wachturm-Gesellschaft erzogen, und schildert die ersten Jahre seiner Kindheit im Nachhinein als glücklich......irgendwie anders ....aber glücklich und geborgen. Die allgegenwärtigen Begriffe wie Jehova und Harmagedon gehören zum alltäglichen Leben, und erste Ahnungen des "anders-sein" bringt erst der Schulalltag. Eine erste Art der Ausgrenzung da Misha weder Geburtstag feiert noch Weihnachten, keine Klassenfahrten mitmachen darf und in keinem Sportverein aktiv werden darf. Erklärt wird dem Jungen das so, dass es sich hierbei um Dinge halten würde die Jehova(Gott) nicht gefallen - und wer würde dieses Risiko schon auf sich nehmen, wo doch der direkte Weg ins Paradies dadurch auf dem Spiel stände? Das allgegenwärtige Schreckgespenst des kurz bevorstehenden Harmagedon, eine Art Weltuntergang den nur aufrichtige, getaufte Zeugen Jehovas überleben, steht über allem. Der Autor beschreibt, dass er kaum Zeit zum nachdenken über etwas hatte, weil zu beschäftigt war zu funktionieren. Zu funktionieren gab es viel - immer aufpassen nichts zu tun, nicht mal an etwas zu denken, das Jehovas Missfallen nach sich ziehen könnte, keine " schlechte Gesellschaft" suchen, sich fleissig in den Prediger-Dienst einweisen lassen und immer an den " Ausweis" denken. Der Ausweis wird von jedem Zeugen Jehovas Tag und Nacht am Körper getragen um ihn, beispielsweise im Falle eines Unfalls, als jemanden auszuweisen der in keinem Falle eine Bluttransfusion erhalten darf. Misha funktioniert während seiner Kindheit zur Zufriedenheit aller, wird im Alter von 14 Jahren getauft, stellt sich jedoch als Heranwachsender die ersten kritischen Fragen. Die Fragen betreffen zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal die Glaubensrichtlinien der Zeugen, sondern sind eher persönlich. " Ist es das, was ich in meinem Leben erreichen will ? Kann und will ich mich für immer dieser Glaubensrichtung verschreiben ? Als junger Mann erkennt Misha Anouk zunehmend die Strukturen und die oft perfiden Überwachungsmechanismen der Glaubensgemeinschaft. Auch viele Prophezeiungen und Texte der Wachturm-Zeitschriften zieht Misha vermehrt in Zweifel, so das nur ein Kartenhaus aus kruden Thesen, gestützt auf den bevorstehenden Weltuntergang, übrig bleibt. Dieses Kartenhaus stürzt 2003, mit dem Ausschluss des Autors bei den Zeugen Jehovas, endgültig ein. Was von da an bleibt, ist ein 22 jähriger junger Mann, der ausgestoßen von Familie, Freunden und sozialem Umfeld, in eine ihm weitgehend unbekannte Welt, der Selbstständigkeit und Freiheit, regelrecht hinein fällt. Sex vor der Ehe, Alkohol, modische Kleidung, Filme und Musik nach freier Wahl.......alles kann, und wird teils exzessiv nachgeholt. Die emotionale Verarbeitung seiner ersten 22 Lebensjahre gelingt dem Aussteiger erst mit Hilfe verschiedener Therapien. Misha Anouk hat vieles in diesem Buch verarbeitet, scheint auf einem sehr guten Weg zu sein und kann, nach eigener Aussage, schon wieder schlafen ohne Nachts das Licht anzulassen!
Das Buch ist absolut lesenswert, auch oder gerade für jeden , der die Zeugen Jehovas für eine freundliche, harmlose Sekte hält.
Buchcrossing möchte ich aktuell noch nicht anbieten, da sich ein User bei der Buchbewerbung schon dafür gemeldet hatte......meine ich- wird ggf. aktualisiert.
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21 Kommentare
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 07.04.2015 | 16:09  
5.318
Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 07.04.2015 | 16:17  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 07.04.2015 | 16:22  
5.318
Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 07.04.2015 | 16:24  
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 07.04.2015 | 19:51  
4.892
Klaus Wurtz aus Rheinberg | 07.04.2015 | 20:21  
122.745
Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 08.04.2015 | 00:29  
5.318
Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 08.04.2015 | 16:30  
5.318
Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 08.04.2015 | 16:31  
4.892
Klaus Wurtz aus Rheinberg | 08.04.2015 | 16:51  
5.318
Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 08.04.2015 | 16:58  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 08.04.2015 | 23:45  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 10.04.2015 | 22:37  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 11.04.2015 | 22:07  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 11.04.2015 | 22:39  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 11.04.2015 | 22:58  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 12.04.2015 | 08:58  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 12.04.2015 | 18:14  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 12.04.2015 | 21:05  
4.892
Klaus Wurtz aus Rheinberg | 10.07.2015 | 07:19  
122.745
Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 10.07.2015 | 19:07  
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