Mut muss man haben: Drei Frauen - drei ungewöhnliche Existenzgründungen

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Powerfrauen unter sich: Claudia Kreymann, Susanne Bräuning und Monika Wechsler haben den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt - und gewonnen.
 
„Für die Bank war das ein ganz normales Geschäft.“ Claudia Kreymann, Mon Plaisier

„Deutschland braucht die Kreativität und den Gestaltungswillen von Gründerinnen und Unternehmerinnen!“ Das sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Als hätten sie sich diesen Aufruf zu Herzen genommen, haben sich in Hörde mit Susanne Bräuning, Claudia Kreymann und Monika Wechsler gleich drei Unternehmerinnen etabliert.

Dabei sind die drei Damen nicht nur offenkundig weiblich, sondern punkten auch mit ihren eher ungewöhnlichen Geschäftsideen. Susanne Bräuning eröffnete im April 2013 mit dem „Röstwerk“ ein Café, in dem sie auch von ihr frisch gerösteten Kaffee anbietet. Monika Wechsler ist seit November 2012 mit ihrer Pâtisserie & Chocolaterie, wo sie nicht nur selbstgmachte Pralinen und Backwaren, sondern auch Seminare anbietet, in Hörde ansässig und Claudia Kreymann hat Anfang des Jahres mit „Mon Plaisir“ ein Erotik-Geschäft für gehobene Ansprüche eröffnet.

Allen drei Frauen gemeinsam ist, dass sie sich ganz bewusst für ihre Geschäftsidee entschieden haben. „Ich habe diesen Traum, einen wirklich schönen Erotikladen aufzumachen, schon über 20 Jahre“, schmunzelt Claudia Kreymann, die jahrelang als erfolgreiche Personalreferentin gearbeitet hat. Bis irgendwann der eine Punkt kam, wo die Entscheidung fiel: „Jetzt!“. „Ich hatte das Gefühl, in meinem Job gegen starre Wände zu rennen, ich konnte einfach nichts mehr bewegen“, erinnert sich Claudia Kreymann.

Aha-Erlebnis


Ähnlich erlebte Susanne Bräuning ihr „Aha-Erlebnis“. Als Heilpädagogin arbeitete sie in unkündbarer Stellung - und das durchaus gerne, „trotzdem wurde mir immer bewusster, dass ich diesen Job nicht bis zur Rente weitermachen will“, so Susanne Bräuning. Auch Monika Wechsler war durchaus zufrieden in ihrer Arbeit als Angestellte, „aber ich wollte etwas Eigenes schaffen, mehr Ruhe in mein Leben bringen, selber über meine Zeit bestimmen.“ „Ja, das wollte ich auch“, fallen ihr da Susanne Bräuning und auch Claudia Kreymann unisono ins Wort.

Mehr Ruhe und Zeit im Leben durch Selbstständigkeit? Geht das denn? „Ja, auf jeden Fall - weil man eben selber bestimmt, wo es langgeht“, bestätigt die Hörder Kaffeerösterin. Während sowohl Claudia Kreymann als auch Monika Wechsler ihr Geschäftskonzept aufgrund von Erfahrung und jahrzehntelangen Planungen schon im Kopf hatten, musste Susanne Bräunung erst in die „Findungsphase“ gehen. „Der Moment war, als ich zufällig in einem Hofcafé strandete. Da wusste ich: So was will ich auch!“

Noch rund zweieinhalb Jahre sollte es aber bis zur Konkretwerdung dauern, bis dahin entwickelte Susanne Bräuning ihr Ladenkonzept und da fiel auch die Entscheidung, ihrem Café mit der eigenen Rösterei ein so genanntes ‚Alleinstellungsmerkmal‘ zu geben.

Als die Entscheidung für die Selbstständigkeit gefallen war, gab es für alle drei kaum Zweifel. „Hatte ich auch gar keine Zeit für“, lacht Susanne Bräuning. Denn wie ihre Kolleginnen arbeitete Susanne Bräuning bis zur Geschäftseröffnung noch in ihrem angestammten Job weiter.

Businessplan muss sein


Neben der Erstellung eines umfangreichen Businessplans – „da sollte man wirklich großen Wert drauf legen“, rät Claudia Kreymann – war vor allem das Finden einer passenden Immobilie eine große Aufgabe. Während die aus dem Sauerland stammende Susanne Bräuning eher zufällig in Hörde landete, entschied sich Monika Wechsler ganz bewusst für ihr Ladenlokal an der Hörder Hermannstraße. Sie wohnt schon viele Jahre in Hörde, und bemerkte, wie sich die Gegend mit dem Phoenix-See veränderte. „Es waren auf einmal ganz neue Käuferschichten da“, so die gelernte Konditorin. Auch Claudia Kreymann und Susanne Bräuning bezogen bei ihrer Entscheidung für Hörde den See mit ein. „Hier verändert sich so viel, da können wir nur profitieren“, so Kreymann.

Thema Erotik kein Thema für die Bank


Der nächste Schritt war dann die Finanzplanung. Dabei loben alle drei die Beratung durch die Dortmunder Wirtschaftsförderung und auch bei den Banken gab es keine größere Kritik. Selbst Claudia Kreymann, der durchaus bewusst ist, dass Erotik kein einfaches Thema ist, wurde kompetent und neutral beraten. „Ein wirtschaftliches Risiko bleibt aber immer, man muss sich nur gut absichern und auch einen Plan für den ‚worst case‘ haben“, rät Monika Wechsler.

Doch daran denken die drei Damen nicht, im Gegenteil, der Sinn steht nach Expansion. Und wie ist es da mit „mehr Zeit für mich“? „Das mach ich alles für mich und meinen eigenen Laden – und das ist was ganz anderes“, zieht Monika Wechsler Fazit. Und Susanne Bräuning und Claudia Kreymann nicken zustimmend.
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