stell dir vor ...

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Stell dir vor, jeder macht sein Versprechen wahr und holt tatsächlich die Sterne vom Himmel. Dieser ist schwarz, bis sich der Schöpfer erbarmt und neue Sterne erschafft, die wiederum von Liebenden gepflückt werden, bis die Nächte wieder düster sind und immer so weiter.

Stell dir vor, die Liebenden sind einander und erst recht der Sterne überdrüssig, die nun in Schubladen vergammeln. Wer befreit diese Gefangenen aus ihren Kerkern, aus ihrer Vergessenheit? Werden sie von Engeln eingesammelt, auf Hochglanz poliert und erneut an den Nachthimmel gehangen? Trägt ein solcher Stern den Makel „zweite Wahl“? Wird er als gebraucht gekennzeichnet? Fristet er sein weiteres Leben als unverschenkbares Mängelexemplar? Muss er einen seiner Zacken abgeben? Oder wird durch einen schwarzen Strich gebrandmarkt?

Was, werden sämtliche gebrauchte Sterne tatsächlich eingesammelt und die unbenutzten nicht gebraucht, weil niemand mehr liebt und sie nicht vom Himmel holen mag? Droht dann eine Sternenschwemme? Sind Sterne, die uns schnuppe sind, Sternschnuppen? Müssen schnuppe Sterne, und sei es nur aus Langeweile, niedere Dienste verrichten? Vielleicht regnen oder donnern? Sind sie zufrieden, einfach nur Licht zu schenken?

Stell dir vor, die Sterne sind es satt, reglos am Himmel zu kleben. Stell dir vor, sie verschwinden für ein paar Nächte oder finden sich in Gruppen zu acht Lichtpunkten oder gliedern sich spiralförmig. Welche Namen geben wir diesen Formationen? Erkennen wir in einer Sternspirale Bilder und versuchen, in ihnen unser Schicksal zu lesen?

Stell dir vor, kein Stern fällt mehr auf die Erde und erfüllt Wünsche. Gibt es dann keine Sterntaler für kleine arme Mädchen? Welche Hoffnung hat mein leises Gebet ohne ein verglühendes Stückchen Stern am Himmel?

Stell dir vor, sämtliche Sterne verschwinden aus den Liedern, und der Mond scheint einsam in tausenden Gedichten. Niemand blüht in stiller Sehnsucht auf, niemand misst die unendliche Schöpfung an der Anzahl der Sterne.

Stell dir vor … begrüße die Sterne … liebevoll … dankbar


(Text, Foto & verschrobenes Gedankengut: Roger Sponheimer)
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