Vertragsverlängerung: Martin Schläpfer und Axel Kober bleiben der Deutschen Oper am Rhein erhalten

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Martin Schläpfers Compagnie erhält mit dem neuen Balletthaus mehr Platz zum Trainieren und Einstudieren. Der Ballettdirektor hat derweil seinen Vertrag genauso wie GMD Axel Kober bis 2019 verlängert. (Foto: Gert Weigelt)
Die Stadt Düsseldorf verlängert die Verträge mit dem Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, Axel Kober, und Ballettdirektor Martin Schläpfer. Zudem erhält die Compagnie ein neues Balletthaus.
Voller Stolz verkündete Oberbürgermeister Dirk Elbers die Vertragsverlängerung mit den beiden neben Generalintendat Christoph Meyer wichtigsten künstlerischen Leitern des Hauses im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Die Verträge laufen bis 2019 und müssen nur noch im Januar vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. Aufsichtsratsvorsitzender ist der Oberbürgermeister.
Das Stadtoberhaupt ließ es sich in diesem Zusammenhang nicht nehmen, die Opposition im Rat mit Spott zu bedenken. Den von ihr prognostizierten Abgesang auf den Stellenwert, den die Kultur und insbesondere die Oper von Seiten der Stadt genieße, bezeichnete Elbers als „Götterdämmerung“ und „Oppositionsgeplänkel“. Elbers hatte allerdings noch im Sommer aufgrund der finanziellen Probleme der Stadt Duisburg, mit der Düsseldorf seit 1956 die Deutsche Oper am Rhein in Kooperation führt, mit einer Opernehe mit Köln kokettiert.
Davon war nun keine Rede.Ganz im Gegenteil. Man habe gemeinsam mit den künstlerisch Verantwortlichen beschlossen, für die Compagnie ein neues Balletthaus zu bauen. Martin Schläpfer stehen 48 Tänzer zur Verfügung. Das bisherige Balletthaus in Oberkassel ist einfach zu klein. Am Steinberg soll neu gebaut werden. Für den Bau wird noch ein Privatinvestor gesucht. Die Stadt will das neue Balletthaus dann anmieten.Geplant ist eine Bauzeit bis Mitte 2014. Konkrete Zahlen zu den Kosten gibt es noch nicht. Das neue Gebäude wird etwa 3.000 m² groß sein und fünf Säle umfassen. „Das ist ein Zeichen für Europa“, kommentiert Schläpfer. „Wenn einer Sparte wie dem Tanz neue Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, ist das kein Luxus, aber nicht selbstverständlich. Ich bin sehr dankbar.“
Die neu entstehenden Möglichkeiten waren wohl das Hauptargument für Schläpfer, seinen Vertrag zu verlängern. Der Choreograph hatte die Möglichkeit, nach Berlin zu gehen. Sein Bleiben ist nicht nur ein Bekenntnis zum Standort Düsseldorf. „Es gibt keine Alternative zu
Duisburg“, bekräftigt Schläpfer die Wichtigkeit des Kooperationspartners.
Hier schließt sich der Kreis. „Die Landesregierung“, so Oberbürgermeister Elbers, „betont häufig, wie wichtig das Ruhrgebiet ist. Das sehe ich genauso.“ Der Gesamtetat der Oper liegt bei 42 Millionen Euro. Die Stadt Düsseldorf trägt davon rund 23 Millionen Euro, die Stadt Duisburg etwa 10,5 Millionen Euro. „Ich erwarte von Duisburg ein klares Bekenntnis zur Deutschen Oper am Rhein, und zwar auf Augenhöhe“, so Elbers. Das Ringen um die gemeinsame Finanzierung geht also weiter.
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