Bernd Jost – Der Vater der Narrenspiegel

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  Vom Liederbuch zum Veranstaltungs-Magazin


Als Bernd Jost Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts die Verantwortung für das offizielle Organ des Düsseldorfer Karneval übernahm, gab es das „kleine Heft“ zwar schon einige Jahre, jedoch war es von geringer Bedeutung. War es doch mehr ein Liederbuch, als ein Veranstaltungs-Magazin. Eher ein Textbuch, als ein mit interessanten Texten versehenes Journal. So lebendig wie der Düsseldorfer Karneval ist, so lebendig sollte auch der Narrenspiegel werden.
Mit der Berufung von Bernd Jost in den Beirat des Comitee Düsseldorfer Carneval 1992 ging eine komplette Veränderung im Vorstand des CC einher. Jedoch dazu später mehr. Zunächst war der Druckerei Besitzer Jost damit beschäftigt, für den damaligen Geschäftsführer des CC Peter Schramm Eintrittskarten für die Fernsehsitzung und die Prinzenkürung zu drucken. „Die habe ich seinerzeit gesponsert“, erklärt der pfiffige Geschäftsmann. Mit dem Ausstieg der Stadt Düsseldorf von der Finanzierung des Rosenmontagszuges ergab sich eine völlig neue Situation. Aus Protest über das Versiegen des Geldhahns trat nicht nur der Geschäftsführer, sondern auch der frühere CC-Präsident Franz Ketzer zurück. Kurz darauf bildete sich in Gerresheim eine Initiative um den Karnevalsprinzen von 1982 und heutigen Präsidenten des Prinzenclubs, Jobsi Driessen. Dieser schlug vor, dass sich der Karneval selbst verwalten soll. Im gleichen Atemzug empfahl er Uli Fernholz zum Präsidenten zu wählen. So übernahm 1993 ein neuer Vorstand unter Uli Fernholz die Regie im CC. Unter seiner Leitung versuchten die Jecken die finanzielle Klippe, die durch den Ausstieg der Stadt Düsseldorf entstanden war, durch besondere werberische Aktivitäten zu umschiffen. Ein Beirat zur Unterstützung des Vorstandes wurde gewählt, dem auch Bernd Josten als Pressesprecher und Verantwortlicher für den Narrenspiegel angehörte.
Der große Umbruch
Von nun an änderte sich alles rapide. Auf Vorschlag von Michael G. Meyer wurde die Größe des Heftes auf DIN A4 geändert. Dadurch versprach man sich mehr Attraktivität und mehr Möglichkeiten der Berichterstattung. „Somit war ich nicht nur Pressesprecher, sondern Hauptverantwortlicher des Narrenspiegel“, erklärt Jost. Mit den Jahren zog sich das CC auch aus der Finanzierung des Magazins heraus. Inzwischen von Jürgen Rieck als Geschäftsführer geleitet, ordnete der Vorstand des CC an, einen Finanzierungsplan ohne Beteiligung des CC zu entwerfen. „Die Folge war, dass ich von dem Zeitpunkt an auch als Anzeigenverkäufer fungierte“, trägt der Vater der Narrenspiegel seine Aufgabenerweiterung vor.
In der Zwischenzeit war der Narrenspiegel im Vierfarbdruck hergestellt. Die redaktionellen Beiträge nahmen zu und die Geschichten um den Karneval wurden verfeinert. Die Titelbilder änderten sich stetig, mal waren es närrische Motive, mal das Prinzenpaar oder auch Zeichnungen des Malers Walter Ritzenhofen. Seit einigen Jahren zeichnet der bekannte Wagenbaukünstler Jacques Tilly verantwortlich für die Titelseite.
Stolz aufs Produkt
Bernd Jost ist stolz auf sein Produkt. Für ihn, der sich das ganze Jahr über mit dem Narrenspiegel auf die eine Art und Weise beschäftigt, ist es der Höhepunkt des Jahres, wenn er am 11.11. den Narrenspiegel präsentieren kann - und das schon seit 22 Jahren. Das kleine, dünne Liederbuch, das zum 180-Seiten-Magazin mutierte, ist einfach aus dem Karneval nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr gibt es eine Neuerung: Ein kleiner Beileger im Taschenformat informiert zusätzlich über die Veranstaltungen der Vereine. Eine Besonderheit hat das Heft seit gut 15 Jahren. Es beinhaltet immer eine Lügengeschichte. Bernd Jost freut sich auch nach 22 Jahren - närrischens Jubiläum -, diebisch, wenn die Leute auf die Geschichte reinfallen. „Wir haben schon sehr viel über die Reaktionen einiger Mitglieder gelacht“, gesteht er.
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