Conny meets Marcel Hintz

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(Foto: Copyright © 2013 [ʤæki])
In einer Zeit, in der scheinbar jeder an Castingshows teilnimmt... , nicht um zu singen, sondern um "berühmt" zu werden, ... haben es Nachwuchsmusiker oft schwer. Sie verbringen zahlreiche Stunden im Proberaum, immer in der Hoffnung, genau DAS eine Lied zu schreiben, welches sie in den Pop/Rock-Himmel oder zumindest in die youtube-Charts katapultiert. Doch wollen das wirklich alle? Geht es nicht vielleicht um mehr als den schnellen Reichtum oder das Berühmt-sein für einen Tag?

Marcel ist ein Nachwuchsmusiker aus Düsseldorf, der bisher in Bands wie "Luksus" gespielt, jedoch auch zahlreiche Solostücke für euch am Start hat. Seine Songs handeln von Anerkennung, Liebe, Scheitern und dem ganz normalen Leben. Er macht Musik, seit er elf Jahre alt ist. Doch mit welchem Ziel? Wir haben ihm unsere Fragen gestellt. Seine Lieder und viele Infos findet ihr auf seiner Homepage.

Schaut mal rein! Es lohnt sich!

Liebst, Conny


Conny: "Bist du der Meinung, dass in unserer Stadt genug für Nachwuchs Musiker getan wird? Die Proberaumsituation ist immer wieder in den Nachrichten."
M. Hintz: "Es scheint so, als würde sich die Situation langsam verbessern. Der Eller Bunker wird zum Beispiel renoviert. Das "Consum" ist wohl auch in neuer Hand. Zumindest heißt es jetzt anders, nämlich "Weltkunstzimmer". Ich weiß nicht, ob da groß renoviert wurde, aber es macht zumindest den Eindruck, als würde sich was verändern. Bleibt abzuwarten, ob und wie das nun weiter geht. Ich würde es mir wünschen. Trotzdem wird es für Nachwuchskünstler schwer bleiben, einen gescheiten Proberaum zu finden. Einfach, weil die Mieten recht hoch sind. Doch das ist hier in Düsseldorf ja nicht nur bei Proberäumen der Fall."

Conny: "Hast du Vorbilder?"
M. Hintz: "Gott ja! Nur würde es den Rahmen sprengen, jetzt alle aufzuzählen. Ich gebe mal einen groben Überblick: Status Quo, Richie Sambora, ZZ Top, Foo Fighters, Queens of the stone age, Tenacious D, Green Day, Triggerfinger, Jimmy eat world, Mark Tremonti, John Mayer, David Ford usw. All diese haben mich auf unterschiedliche Weise beeinflusst und tun es noch immer. Green Day, wegen ihrer Energie. John Mayer wegen seines unfassbar guten Gitarrenspiels. Triggerfinger, wegen ihres Bandsounds…ich könnte stundenlang so weiter machen. Ich sage immer: als Musiker sollte man offene Ohren haben. Auch wenn man einen Künstler oder einen Stil eigentlich nicht mag, kann man immer was davon lernen. Ich favorisiere alles was mit Rock zu tun hat. Doch gibt es auch unheimlich gute Countrygitarristen, Soulsänger oder Popsongs. Selbst elektronische Musik, wie DubStep kann interessant sein."

Conny: "Nickelback singen "We all just wanna be big rockstars". Ist der Musikmarkt mit "Rockstars" (und solchen, die es werden wollen) überfüllt?"

M. Hintz: "Kommt drauf an, wie man „Rockstar“ definiert. Ich denke Rockstars, wie es sie in den 60ern und 70ern gab, gibt es heute kaum noch. Das ist aber eine ganz logische Entwicklung. Heute kann man für wenig Geld, wirklich gute Aufnahmen machen und diese durch das Internet für die ganze Welt öffentlich machen. Das Angebot an Musik ist also um ein Vielfaches breiter geworden. Damals ging das halt nicht. Da hat Plattenfirma X eben Band Y raus gebracht und diese als die neuen Rockstars verkauft. Fertig war die Laube. Ich denke, der Begriff „Rockstar“ ist oft mit dieser alten Definition verbunden und das ist heute, wo alles so schnell und einfach geht, einfach nicht mehr drin. Das finde ich aber auch nicht schlimm, da der Hörer und der Musiker so viel mehr gefordert werden. Der Hörer kann und sollte sich umhören. Er kann sich im Netz schlau machen und vieles an unterschiedlicher Musik entdecken. Der Musiker hingegen muss einfach mehr Qualität bringen, damit er aus der Masse hervor sticht. Man muss etwas Besonderes bieten. Eine Nische finden. Außerdem kann es nie genug Musik geben und bis der Markt überfüllt ist, dauert’s sicher auch noch was."

Conny: "Was hältst du von Castingshows? Wäre das was für dich?"
M. Hintz: "Ich liebe diese Frage. Auch heute, wo es definitiv gute Castingshows gibt, würde ich nie an einer teilnehmen. Was machen Castingshows? Sie nehmen die Träume, meist junger Menschen und blasen diese überdimensional auf. Bis diese Blase dann irgendwann platzt. Du wirst vom Sender fallen gelassen und spielst urplötzlich bei Supermarkteröffnungen deinen einzigen großen Hit, den du vermutlich nicht mal selber geschrieben hast. Wie grausam muss sich das anfühlen? Dieser schnelle und radikale Aufstieg und dann dieser harte, tiefe Fall? Und alles wird schön zur Schau gestellt… Du willst Musiker werden? Du willst Menschen erreichen und berühren? Ein Publikum haben? Anerkennung bekommen? Dann geh raus und spiel dir den A***h ab!!!"

Conny: "Wie würdest du jemandem deine Musik beschreiben, der sie nicht kennt?"

M. Hintz: "Ich nenne meine Musik gern "Alternative-Blues-Rock". Sie ist ehrlich und rau. Meist mit einem ordentlichen „Leck mich am A***h“-LoFi-Sound. Aber immer mit Gefühl und vor allem Herzblut. Meine ersten Solo-Songs sind noch etwas ruhiger, aber das wird sich jetzt bald ändern. Ich mache halt, worauf ich Lust habe."

Conny: "Früher hast du in Bands wie Luksus und Madesta gespielt. Jetzt bist du auf Solopfaden unterwegs. Warum?"
M. Hintz: "Ich bin ein Egomane und will den Erfolg ganz für mich alleine. ...Spaß bei Seite, das hatte persönliche wie musikalische Gründe. Ich genieße es gerade sehr, genau das zu tun was ich will und wann ich es will. Das ist eine ganz neue Art zu arbeiten und sie fördert meine Kreativität ungemein. Hmm…klingt doch irgendwie ein wenig nach einem Egomanen, oder? Es scheint auf jeden Fall genau der richtige Weg für mich zu sein."

Conny: "Schreibst du deine Lieder selbst?"

M. Hintz: "Nein! Ich habe einen Haufen kleiner Dämonen, denen ich täglich einen Teil meiner Seele zu essen gebe, damit sie mir Songs schreiben. Einer von ihnen heißt Dieter."

Conny: "Wo kann man deine Musik hören/ runterladen/ kaufen?"
M. Hintz: "Meine Musik findet man auf meiner Website, auf Facebook, Bandpage, Soundcloud und Youtube. Bisher kann man alle meine Solo-Songs kostenlos bei Soundcloud runterladen."

Conny: "Ist eine komplette CD geplant?"
M. Hintz: "Bisher noch nicht. Die Kosten, eine CD zu produzieren und zu vervielfältigen, überschreiten einfach mein Budget. Außerdem finde ich es zur Zeit viel spannender, einzelne Songs zu schreiben, diese schnellstmöglich aufzunehmen und online zu stellen. Put the shit out, while it’s hot. Aber wer weiß, wenn alles gut läuft, mache ich vielleicht mal eine CD oder besser noch…ein Vinyl Album."
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