Wohnung für Mütter ohne Wohnung

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Eine Wohnung im Zooviertel. 110 Quadratmeter groß. Vier Zimmer, ein Gäste-WC, ein Bad, eine kleine Küche und ein Balkon. Seit Mai wohnen hier Mütter mit ihren Kindern, die keine Wohnung haben.

Jede der Frauen hat ihre eigene Geschichte. Trennung, Verlust der Arbeit, Migrationshintergrund, Erkrankungen, Missbrauchserfahrungen - Gründe für ihre Wohnungslosigkeit gibt es ganz unterschiedliche. Das weiß Stefanie Volkenand von der Diakonie ziemlich gut. Die Diplom-Sozialpädagogin ist verantwortlich für das Projekt. Seit elf Jahren ist sie bei der Ariadne tätig, der einzigen Frauennotaufnahme in Düsseldorf.

Frauennotaufnahme Ariadne eigentlich nicht für Kinder gedacht


„Irgendwann ist die letzte Couch des letzten Bekannten nicht mehr verfügbar“, weiß sie, warum Frauen plötzlich kein Dach mehr über den Kopf haben. Anfangs war Ariadne für alleinstehende Frauen gedacht. Aber: Meistens sind es dann doch über 30 Kinder, die in der Notaufnahme mit untergekommen sind. „Das geht nicht“, sagt Volkenand. Vor allen Dingen, weil dort Zuflucht suchende Frauen auch psychische oder Suchtprobleme haben. Umso erfreuter ist sie, dass es mit der Wohnung für Mütter ohne Wohnung im Zooviertel geklappt hat. Die Diakonie hat sie gekauft. fiftyfifty hat gezahlt. Für 250.000 Euro. „Wir gehen damit wieder in eine Nische, helfen dort, wo andere nicht helfen“, sagt Hubert Ostendorf von fiftyfifty.

Spartanisch eingerichtete Zimmer


Spartanisch eingerichtet sind die Zimmer. Zwei, drei Betten, ein Nachttisch, ein Schrank. Es hängen keine Bilder an den Wänden und Persönliches liegt kaum herum. „Das liegt daran, dass die Frauen oft gar nicht viel haben“, sagt Christoph Wand, Pressesprecher der Diakonie. Außerdem, so erklärt er, bleibe ja niemand wirklich lange. Angedacht ist, dass eine Frau im Durschnitt drei Monate dort wohnt. Es sollen viele nachrücken können. Den Frauen stehen mit Panagiota Papadakou und Ulrike Clever zwei Familienpflegerinnen mit je einer Teilzeitstelle zur Seite. Sie helfen dabei die Probleme zu beheben, die zur Wohnungslosigkeit geführt haben. Sie begleiten die Frauen zu den nötigen Ämtern. Ist alles geklärt, geht es auf Wohnungssuche. Der Haushalt wird von den Frauen autark geführt. „Manchmal kochen sie aber auch gemeinsam“, sagt Panagiota Papadakou.
Eine der Erstbewohnerinnen ist nach vier Wochen aus der Wohnung, die zu 100 Prozent spendenfinaziert läuft, ausgezogen. Sie hatte sich von ihrem Mann getrennt, konnte bei ihren Eltern auf Dauer nicht leben. Mit ihrem autistischen Sohn kam sie in die Notaufnahme Ariadne, fand dort Hilfe und zog in die neu geschaffene Wohnung. Dort fand sie die Ruhe und Unterstützung, die sie braucht. Relativ schnell fand sie eine neue Wohnung und einen Platz in einem speziellen Kindergarten für ihren Sohn.

Als Mieter akzeptiert


„Das Wohnen in einem normalen Haus, wirkt sich positiv auf die Bewohner einer solchen Einrichtung aus“, weiß Hubert Ostendorf. Und die anderen Mieter und Eigentümer? Die wurden im Vorfeld über das Projekt der Diakonie informiert. „Sehen die erstmal, dass das ganz normale Menschen sind, werden sie entspannt“, sagt Christoph Wand.
Die erste Eigentümerversammlung war gerade, Volkenand spricht von einem leichten Wohlwollen, dass den neuen Wohnungsbesitzern entgegenschlug.
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