Umsonst ist nichts

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  Landjugend wirbt in der Innenstadt für regionale Produkte



Werbung für Produkte aus heimischer Produktion machte die Ortsgruppe der Rheinischen Landjugend mitten in der Düsseldorfer Innenstadt.


Die Ortsgruppe der Rheinischen Landjugend entschied sich im Rahmen der Aktion „jugend.macht.land“ nicht nur für eine außergewöhnliche Wette, sondern sie suchten sich mit dem Heinrich-Heine-Platz vor dem Wilhelm-Marx-Haus auch einen ebenso zentralen wie markanten Platz aus. Und die Wette? Nach ja, sie ist insofern bemerkenswert, weil sie Aufschluss über das Kaufverhalten der Bürger geben wird. Denn die Landjugend wettete mit den jungen Politikern der Parteiorganisationen, dass sie die mitgebrachten Lebensmittel, die ausschließlich aus der Region Rheinland stammen, besser verkaufen, als wenn der Verbraucher diese im Supermarkt gekauft hätte. Die Krux ist, dass der Kunde selbst bestimmen kann, welchen Betrag er für Kartoffel, Eier und Äpfel bezahlt.
„Wir haben uns deshalb für die Wette entschieden, weil wir gleichzeitig auf unsere guten Produkte aus dem Rheinland aufmerksam machen, aber auch aufzeigen wollen, dass mit den Tiefstpreisen der Diskounter der Bauer letztendlich auf der Strecke bleibt“, erklärt Sonja Rams, die Bildungsreferentin der Rheinischen Landjugend. Dies sei, so fährt die gelernte Ökotrophologin fort, am besten bei der Milch festzustellen. Denn mit dem Preis von rund 40 Cent pro Liter, den der Bauer bekommt, kann er das landwirtschaftliche Produkt nicht erzeugen, so dass die Aufgabe des Betriebes vorprogrammiert ist. So möchte sich die Landjugend dafür einsetzen, dass es faire Preise für gute Produkte geben soll. „Der Verbraucher soll das zahlen, was angemessen ist“, meint Rams. Selbstverständlich ist es schwer für den Verbraucher zu beurteilen, was ein Produkt wert ist. Doch kennt er sich bestens im Land des „Geizes“ aus und so dürfte durchaus die Beurteilung möglich sein. Weit gefehlt, denn die erste Frage am Stand ist: „Gibt es etwas umsonst!“ Diese Frage sagt alles! So dreht ein anderer Verbrauer sofort ab, als er hört, dass man für das Kilogramm Äpfel oder Kartoffel mindestens 1,50 zahlen soll. Andere wiederum bewerkstelligen einen regelrechten Einkauf und verlassen den Stand mit gefüllten Tüten. „Wir hoffen, dass wir die Wette gewinnen“, sagt die Bildungsreferentin der Landjugend. Denn wenn die jungen Politiker verlieren, müssen sie einen Tag den Knochenjob des Bauern von morgens bis abends ausführen. Andernfalls muss die Landjugend dem Politikernachwuchs ein üppiges Essen mit deutschen Produkten kredenzen. „Wir sind guter Dinge die 400 Eier, 60 Packungen Milch sowie die Äpfel und Kartoffel zu verkaufen“, meint Rams. Der Erlös wird gesponsert und karikativen Zwecken zugeführt. Für alle ein Win-Win-Geschäft. Vor allen Dingen für den Verbraucher, der sich dem Motto der Rheinischen Landjugend stellen soll: „feine Preise für heimische Produkte“.
„Es ist an der Zeit für ein massives Umdenken in der Bevölkerung“, meint die junge Ökotrophologin Sonja Rams. Nach Auffassung der jungen Bauern kann das Bauernsterben nur aufgehalten werden, wenn der Verbraucher bereit ist, angemessen für die heimischen Produkte zu zahlen.
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