Ratgeberveranstaltung: Depression - eine Krankheit mit vielen Gesichtern

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Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Leben an Depressionen. Werkfoto: DDS

„Depression – let’s talk“: Das Motto des Weltgesundheitstags 2017 nehmen die NRZ, der Rhein-Bote und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein wörtlich. Drei Experten beantworten am 5. April bei der Ratgeberveranstaltung „Depression - eine Krankheit mit vielen Gesichtern“ wichtige Fragen zu dieser psychischen Erkrankung. Die Informationsveranstaltung für Patienten und an Gesundheitsthemen Interessierte findet statt von 18 bis 19.30 Uhr im Haus der Ärzteschaft an der Tersteegenstraße 9 in Düsseldorf-Golzheim.

Der Unterschied zum Burnout

Laut Dr. med. Frank Bergmann, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, betrifft diese Erkrankung 16 bis 20 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben. Zum Einstieg in die Veranstaltung erläutert Bergmann den Unterschied zwischen einer Depression und so genannten depressiven Verstimmungen oder einem Burnout. „Der Burnout ist keine Krankheit, sondern eine Risikosituation“, sagt Bergmann. „Sie entsteht beispielsweise, wenn man überarbeitet oder sehr engagiert ist und wenig Widerstandskräfte hat.“ Allerdings könne sich aus einem Burnout sehr wohl eine Depression entwickeln. Bergmann wird erklären, wie man diese Krankheit erkennt und welche unterschiedlichen Ursachen sie haben kann. Er gibt zudem einen Überblick über Therapiemöglichkeiten.

Die Behandlungsmöglichkeiten

Im Einzelnen werden die Behandlungsansätze dann von Bergmanns Kollegen vorgestellt. Dr. med. Christian Raida, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aus Köln, befasst sich mit der spezifisch psychiatrischen Herangehensweise. Dazu gehört etwa eine Akutbehandlung, mit der in Krisensituationen schnell geholfen werden kann, um Krankenhausaufenthalte beispielsweise durch unterstützende Gespräche und die Gabe von Medikamenten zu verhindern. „Eine andere Möglichkeit ist die Psychoedukation. Hierbei leisten wir gemeinsam mit dem Patienten in Gesprächen Aufklärungsarbeit, damit er sich selbst helfen kann“, sagt Raida, der auch auf die Behandlung mit Antidepressiva eingehen wird. Zudem stellt er die so genannte Arbeitstherapie (AT) vor – ein sozialpsychiatrischer Behandlungsansatz, bei dem es darum geht, Betroffene zu fördern, indem man sie beispielsweise darin unterstützt, ihren Tag neu zu strukturieren und wieder mehr soziale Kontakte zu knüpfen.

Krisen gut bewältigen

Psychotherapeut Martin Zange aus Krefeld arbeitet als Verhaltenstherapeut und wird auf die Reform der Psychotherapierichtlinie eingehen, die Anfang April in Kraft tritt. „Diese Neuerung macht es möglich, dass Ärzte und Patienten erst einmal in drei Sprechstundenterminen erörtern, wie die Diagnose aussieht und auf welchem Weg dem Betroffenen am besten geholfen werden kann.“ Neben einer Akut-Therapie, die auf ambulantem oder stationärem Wege dabei helfen soll, schnell eine Krisensituation zu meistern, gibt es laut Zange die Richtlinien-Psychotherapie, die langfristig psychische Strukturen verändern soll. Eine nicht sehr weit verbreitete, doch aus Sicht des Spezialisten
sinnvolle Behandlungsmöglichkeit, ist die Gruppentherapie, bei der man gemeinsam mit anderen Patienten Probleme lösen und voneinander profitieren kann. Im Anschluss an die Referate der Experten hat das Publikum die Möglichkeit, Fragen in einer moderierten Runde zu stellen.
Es moderiert Natascha Plankermann. Der Eintritt ist frei.

Text: Von Natascha Plankermann
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 03.04.2017 | 15:03  
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