Wie steht es um die Nordstraße?

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Nordstraße (Foto: Foto: IHK)

Die Nordstraße bildet zusammen mit ihren Nebenstraßen und der Verlängerung der Münsterstraße in Derendorf ein beliebtes Stadtteil-Zentrum. Wie genau sich die Nordstraße in den vergangenen Jahren entwickelt hat, wurde aktuell von der IHK in einer Befragung untersucht.

Von Uta Fussangel

Befragt wurden 301 Kunden; außerdem 261 Betriebe, darunter 135 Einzelhandels- und 126 Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe, von denen 107 geamtwortet haben. „Werbegemeinschaft und IHK arbeiten regelmäßig zusammen, so dass wir die Befragung gemeinsam erarbeitet haben. Die letzte Befragung liegt sechs Jahre zurück, eine gute Zeit, um die Entwicklung der Nordstraße jetzt erneut unter die Lupe zu nehmen,“ sagt Sven Schulte, Referent der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf.
Grundsätzlich herausgekommen ist, dass bei der Nordstraße ein guter Mix aus Geschäften herrscht, vor allem mit dem Schwerpunkt Nahrungs- und Genussmittel. „Angeboten wird eine Rundum-Versorgung, das ist eine gute Sache“, fasst Sven Schulte zusammen.
Weiter wurde die Standorttradition untersucht. Das Ergenis: auf der Nordstraße ist eine relativ hohe Flugtuation zu verbuchen, mit 36 % der Geschäfte, die weniger als fünf Jahre hier ansässig sind.
Die Hälfte der Kunden kommt aus Pempelfort oder Derendorf, ähnlich wie vor sechs Jahre, 50 % kommen von außerhalb. „Das ist eine Menge und bedeutet, dass die Nordstraße auch für Menschen außerhalb des Stadtteils attraktiv ist, da träumen manch andere Städte von,“ schwärmt Sven Schulte.
Zum Thema Erreichbarkeit wurde herausgefunden, dass 48 % aus direktem Umfeld kommen, und zwar zu Fuß, der Rest mit der Straßenbahn oder dem Auto. Ein ebenfalls gutes Ergebnis.
Auch die Frage nach der Aufenthaltsdauer wurde gestellt. Heraus kam, dass 40 Prozent der Kunden eine Stunde oder länger auf der Nordstraße verbringen. „Auch das ist ein guter Wert. Er bedeutet, dass die Menschen sich hier wohl fühlen und gerne auch ihre Aktivitäten koppeln, wie Einkäufe,, Friseurbesuche, oder ein Mittagessen,“ erklärt Sven Schulte.
Bei dem Punkt Einkaufshäufigkeit war von allem etwas dabei: Es gibt Menschen, die kaufen hier täglich ein, manche zwei bis drei Stunden in der Woche, manche alle 14 Tage.
Ebenso wurde folgende Frage gestellt: „Haben Sie heute im Quartier eingekauft?“ 91 % der Befragten antworteten mit Ja. Im Durchschnitt würden dabei 35 Euro ausgegeben.
Ein weiteres Thema war die Frsge nach der Wichtigkeit der Angebote, und wie die Kunden diese benoten würden. „Interessant ist, dass die Kunden einen Wochenmarkt gar nicht so wichtig finden, den Wochenmarkt auf der Nordstraße dennoch mit der Note Eins bewerten,“ sagt Sven Schulte. Auch vielen anderen Aspekten wurden die Noten Eins oder Zwei gegeben, angefangen bei der Vielfalt der Warenangebote, über die ÖPNV, die Sauberkeit, die Sicherheit, bis hin zur Atmosphäre und der Gastronomie. Einzig negativ bewertet wurde das Parkplatzangebot mit der Note Vier. „Dieser Punkt wird trotz Parkhäusern überall durchschnittlich bewertet,“ fügt Sven Schulte hinzu.
Grundsätzlich ist die Gesamt-Benotung im Vergleich zu 2008 leicht gestiegen, von 2,0 auf 1,9.
Die Unternehmer bewerten ähnlich wie die Kunden. Hinzu kam hier die Frage nach der Werbegemeinschaft. Mit einer 2,9, wurde diese besser bewertet als damals: 2008 gab es für die noch die Note 3,4.
Was wird üblicher Weise eingekauft? Auch darum ging es bei der Befragung. Das Ergebnis: Hier wird alles eingekauft. Einzig der Bereich Textilien und Schuhe schnitt relativ schlecht ab, und sank über 40 Prozent auf 26 Prozent. So wundert es nicht, dass 62 von 38 Prozent der Kunden, die hier etwas vermissen, Bekleidung angaben. Aber auch Inhaber geführte Fachgeschäfte gäbe es zu wenig.
Grundsätzlich wird die Nordstraße sowohl von Kunden als auch von Unternehmern als freundlich beschrieben. Kunden sehen die Straße außerdem als schöne Ausgehmeile an – 46 Prozent stimmten dafür, wo hingegen nur sieben Prozent der Unternehmer dieser Meinung war.
Worüber haben Sie sich bei Ihrem letztem Besuch der Nordstraße geärgert? Auch das wollte die IHK wissen. 31 Antworten nannten „Bettler“. „Das ist ein sensibles Thema, das man nicht so einfach beurteilen und behandeln kann,“ meint Sven Schulte.
Insgesamt wird die Nordstraße jedoch hervorragend bewertet, sagt der Referent, nur ein Ergebnis sei ein klarer Warnschuss: 46 % der Unternehmer sagen, dass sich die Nordstraße in den vergangenen Jahren verschlechtert hat. Gründe seien die Zunahme von Billigläden und die Fillialisierung. Kunden sehen die Entwicklung der vergangenen Jahre übrigens umgekehrt, nämlich durchweg postiv.
Als Grund für die negative Bewertung der Unternehmer sieht Wilhelm Behmer, 1. Vorsitzender der Werbegemeinschaft Nördliche Innenstadt, vor allem die Arbeiten am Kö-Bogen: Seitdem fahren die Straßenbahnlinien 701 und 715 die westliche Nordstraße nicht mehr an, bis die Bauarbeiten endgültig abgeschlossen sind.
Dennoch würden 81 Prozent der Unternehmer den Standort nicht verlassen, 19 Prozent hingegen doch, vor allem, weil hier die Mieten sehr hoch seien. Um diesem Problem entgegenzutreten, rät Schulte der Werbegemeinschaft, sich mit den Immobilieneigentümern auszutauschen und die Mietpreise zu diskutieren.
Sven Schultes Argument: „Man könnte den Immobilien-Eigentümern sagen, dass der schnelle Weg auf lange Sicht nicht immer der wirksamste ist.“
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