Die Gleisbettvariante ist durchgefallen

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Beigeordneter Dr. Stefan Wachs (3.v.l.) und der Fachbereichsleiter Joachim Kemkes (3.v.r.) mit den Diplom-Ingenieuren Theo Janßen (links), Isabelle Bach (2.v.l.), Peter Smeets und Friedhelm Wolff (rechts). Foto: Jörg Terbrüggen

Der Stachel sitzt tief. Wochenlang hatten Landschaftsarchitekten und Ingenieure für Verkehrswesen den Eltenberg und seine beiden möglichen Varianten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Ingenieurgruppe IVV Aachen/Berlin war dabei mehr als eindeutig: die Gleisbettvariante schneidet in vielen Punkten schlechter ab als die DB-Variante.

Die Ausgangslage war klar: es geht um den dreigleisigen Ausbau der Bahnlinie und die Beseitigung mehrere höhengleicher Bahnübergänge. Die von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie diente der Feststellung der Durchführbarkeit der Gleisbettvariante und der Vorbereitung der städtischen Entscheidung im laufenden Anhörungsverfahren. Dabei wurden die Umweltauswirkungen auf Natur und Landschaft abgeschätzt, die Verkehrsmengen ermittelt, der Lärmschutz zur Gleisbettvariante unter Berücksichtigung der Veränderungen im Straßennetz untersucht und eine Kostenschätzung erstellt.
Der Bau der Gleisbettvariante mit der Ortsumgehung bewirkt Kfz-Belastungsverlagerungen aus dem Ortskern, Belastungen auf der Lobither- und Klosterstraße nehmen um die Hälfte ab. Aus technischer Sicht überzeugt die Gleisbettvariante. Die Prüfer kommen zu dem Ergebnis, „dass die technische Machbarkeit grundsätzlich gegeben ist“, so Diplom-Ingenieur Theo Janßen. Hier gäbe es keine KO-Kriterien.

Schwerwiegende Umweltauswirkungen

Die Landschaftsarchitekten vom Büro Smeets beschäftigten sich mit den Umweltauswirkungen der beiden Planungsalternativen. Die Verlegung der Wild sei aus ihrer Sicht nicht erforderlich, ein ökologischer Nutzen nicht erkennbar. Daher wurde dieser Punkt im Variantenvergleich nicht weiter betrachtet. „Der große Unterschied bei den beiden Varianten liegt darin, die Bahn legt ein drittes Gleis dran, die Bürgerinitiative verlegt drei Gleise. Durch die Verlegung ergeben sich natürlich auch Beeinträchtigungen an anderer Stelle“, so Diplom-Ingenieur Peter Smeets.
Beide Varianten verursachen als Ergebnis zum Teil schwerwiegende Umweltauswirkungen. Es verbleiben Beeinträchtigungen der Umwelt, die weder vermeidbar noch im Sinne des Naturschutzes ausgleichbar sind. „Die Gleisbettvariante greift in erheblich größerem Umfang in die Natur und Umwelt ein“, so Smeets. Zwar finde ein Eingriff in den Eltenberg bei der Gleisbettvariante nicht statt, die Bahn greift in das 300 Hektar große Gebilde auf einer Fläche von 1.400 Quadratmetern ein. „Die Variante der Bahn stellt mit Ausnahme des geringen randlichen Eingriffs in der Gesamtabwägung aller entscheidungserheblichen Umweltkriterien die aus Sicht von Natur und Landschaft mit weitem Abstand vorteilhaftere Lösung dar.“
Beigeordneter Dr. Stefan Wachs bemerkte auf die Frage, was er von dem Ergebnis halte: „Wir haben jetzt sachliche Grundlagen, mit denen wir weiter diskutieren können und die natürlich in die Entscheidungsfindung einfließen.“
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