Erwin jubelt nach dem 236. Schuss

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Jubelnd reißt Erwin Verhoeven die Arme in die Höhe. Er ist jetzt neuer König der St. Sebastianus Schützen in Emmerich. Foto: Ralf Beyer

Was war das für ein emotionaler Moment, als um 19.19 Uhr am Montagabend nach einem äußert zähen aber spannendem Wettkampf der von Johannes Rosendahl gefertigte Vogel zu Boden krachte. Erwin Verhoeven streckte beide Arme in die Höhe, schrie ein lautes Ja aus dem Bauch heraus, um dann weinend seine Frau Gisela im Arm zu halten. Er regiert nun die Sebastian-Schützen.

„Es ist angerichtet, der Vogel hängt“, hatte Direktor Thomas Reintjes um 17 Uhr durch das Mikrofon bekannt gegeben. Als er dann auch noch sechs Bewerber um die Nachfolge von Manuel Jonkhans ankündigte, brandete Beifall auf. So viele Königsbewerber hatte der Verein schon seit vielen Jahren nicht mehr an der Vogelstange gehabt. Um 17.34 Uhr machte Klaus van Holt den Auftakt. Schnell wurden die ersten Zahlen gehandelt, wann denn der Vogel von der Stange fiele. Doch die wurden weit verfehlt. Denn es begann ein Schießen, was am Ende an Spannung kaum zu überbieten war. Doch das konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen.
Ein Schuss nach dem anderen prasselte auf den Vogel ein. Doch der zeigte sich vollkommen unberührt. Zwar wurden die Löcher in der Mitte immer größer, doch das Federvieh bewegte sich keinen Millimeter. Der noch amtierende König beobachtete das Treiben mit seiner schwangeren Freundin Kirsten Derksen – sie ist für den kommenden Sonntag ausgezählt. Dann übermannten ihn seine Gefühle und es flossen reichlich Tränen. Auch ein Abschied kann manchmal sehr weh tun. Währenddessen „ballerten“ die sechs Bewerber weiter auf den Vogel. Mittlerweile war es 18.44 Uhr, als die Zuschauer zum ersten Mal kurz auf schreiten. Aber der Vogel hing immer noch oben.
Doch es schien der Auftakt zu einem immer interessanter werdenden Königsschießen zu sein. Um 18.56 Uhr hatte Albert van Heukelum das nächste Ausrufezeichen gesetzt. Als er um 19.10 Uhr einen weiteren Wirkungstreffer landete, wackelte auch der Vogel zum ersten Mal. Fünf Minuten später war es Klaus van Holt, der gut zielte und einen tollen Schuss abgab. Der Vogel drehte sich und rutschte nach vorne, blieb aber immer noch oben. Jeder Schuss konnte nun der entscheidende sein, daher ließen sich alle viel Zeit mit dem Abschuss. Nach weiteren Schüssen von Peter Rählert, Thomas Prinzel und Andreas Götte rutschte er Stück für Stück nach vorne. Als um 19.19 Uhr Erwin Verhoeven den 236. Schuss abgab, brach der Widerstand und der neue König riss die Arme in die Höhe. „Ein wunderbares Gefühl“, erklärte er der Presse. „Ich bin schon so alt, da musste ich einfach noch einmal schießen“, bemerkte der 71-jährige Rentner. Außerdem habe ihn seine Lebensgefährtin animiert. Als seine Königin erkor sich Erwin Venhoeven seine Frau Gisela.
Den Ehrenpreis hatte zu Beginn des Preisschießens übrigens Sascha Tück abgeschossen. Der Kopf fiel nach einem Treffer von Wolfgang Sack. Den rechten Flügel traf Stefan Meisner, die linke Schwinge nahm Thomas Prinzel mit nach Hause. Den Reichsapfel erhielt Tom Engelen und das Zepter Andreas te Poel. Neuer Jugendkönig wurde Florian Jonkhans, neuer Kinderkönig Adrian Kruse.
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