Lernen in der Lehrwerkstatt Max-Kölges-Schule kooperiert mit Berufskolleg Stadtmitte - Schnupperpraktikum in der siebten Klasse

Fast schon wie waschechte Handwerker: Schüler der Max-Kölges-Schule mit Vertretern der beteiligten Institutionen. Foto: PR-Foto Köhring/AK
Seit letztem Jahr ist die Max-Kölges-Schule, ehemals Hauptschule an der Bruchstraße, Partnerschule des Handwerks. Hier werden die Schüler bereits ab der fünften Klasse mit den verschiedensten Angeboten an die Berufswelt der verschiedenen Gewerke herangeführt. Neu ist jetzt ein Schnupperpraktikum für alle Siebtklässler im Berufskolleg Stadtmitte.

VON REGINA TEMPEL

Wie kleine Handwerker sehen die 13-jährigen Schülerinnen und Schüler aus, wie sie da in blauer Kluft und Tischler-Werkzeug fürs Foto posieren. Dabei ist das nicht nur Show, denn die Kleidung mit den üblichen Sicherheitsstandards gehört zum Praktikum dazu und wurde der Schule vom Berufsbekleidungsexperten Mewa Textil-Service spendiert.
Zwei Gruppen mit je 20 Schülern besuchen seit der letzten Februarwoche sechsmal für je vier Stunden die Lehrwerkstätten des Berufskollegs und schnuppern dort in die Bereiche Elektrotechnik, Holztechnik, Maler und Lackierer, Kfz-Technik, Erziehung, Gesundheitswesen, Soziales und Körperpflege. Der theoretische und parktische Unterricht wird durch Lehrer beider Schulen durchgeführt.
Damit beginnt die Phase der vertieften Berufsorientierung in der Schule. In dem Praktikum sollen dieStärlken der einzelnen Schüler gefördert werden. In den Klassenstufen 8 und 9 können sich die Schüpler dann in mindestens zwei Projekten dafür bewerben, mehr Zeit in den einzelnen Gewerken zu verbringen und Zertifikate zu erwerben.
Kreishandwerksmeister Jörg Bischoff ist sich sicher, viele der Schüler für das Handwerk begeistern zu können: „Mir ist auch wichtig, dass die Kinder lernen, dass Handwerk auch Spaß machen kann“.
Nicht zuletzt erhofft man sich bei der Kreishandwerkerschaft durch die Kooperation mit der Schule, in Zukunft mehr Abgänger auf die verschiedenen Handwerksberufe vorzubereiten und zu gewinnen. „Schon heute gibt es Berufe, die Probleme haben mit dem Nachwuchs. Da gehören Bäcker, Dachdecker oder Maurer zu.“ Viele hätten auch eine falsche Vorstellung von dem Beruf. Das soll durch die frühe Berufsorientierung in der Max-Kölges-Schule vermieden werden.
Auch Mädchen sind in den Handwerksberufen natürlich willkommen. „Es gibt viele technisch unglaublich begabte Mädchen. Durch dieses Schnupperpraktikum können auch sie Kontakte knüpfen“, erklärt Torsten Neumann, Projektleiter an der Max-Kölges-Schule. Die 13-jährige Fatema jedenfalls zeigt sich schon interessiert: „Das Handwerk ist sehr interressant und wir lernen was Neues und Schönes“.
Auch Jörg Brodka, Leiter der Realschule Stadtmitte, sieht die Vorteile der neuen Kooperation. Denn so bekommt man schon Kontakt zu künftigen Schülern. Außerdem sieht er es positiv, viele Schüler im dualen Ausbildungssystem zu haben, das senke die Abbrecherquote.
Das Ziel steht für Jörg Bischoff jedenfalls fest: „Wenn wir in der fünften Klasse mit der Berufsorientierung beginnen und sechs Jahre am Ball bleiben, dann haben wir viele für das Handwerk gewonnen. Und wir wollen natürlich möglichst alle, die das wollen, in unsere Ausbildungsbetriebe integrieren.“
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