Generalkonsul zu Gast am Werdener Gymnasium

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Einige Schüler stellten ihre Fragen auf englisch. Andere wurden ihre Anliegen lieber in deutsch los.
 

Düsseldorfer Generalkonsul aus den USA besuchte Werdener Schüler
Mit lautem Applaus begrüßten die rund 150 Schüler der elften und einiger zehnten Klassen den amerikanischen Generalkonsul aus Düsseldorf.

Fünf Konsulate gibt es in Deutschland. Die amerikanische Botschaft sitzt in Berlin. Der Konsul repräsentiert die Meinung des amerikanischen Präsidenten. Gerade vor der bevorstehenden Wahl war da der Besuch natürlich höchst interessant für die Schüler. Lange schon hatten sich die Schüler auf den Besuch von Michael R. Keller vorbereitet und auch etliche, kritische Fragen formuliert. Der 52 jährige 1964 in den Südstaaten geboren. In Virginia, einer kleinen Stadt mit etwa 10 000 Einwohnern ist er aufgewachsen. Mit 17 kam er als Austausch-Schüler nach Deutschland. „Das hat mir das Tor zur Welt geöffnet“, erinnert er sich. Denn für Keller war damit der Grundstein seiner Karriere gelegt. „Ich habe deutsch gelernt und studiert“, erklärt er in fließendem deutsch.

1700 US-Firmen in NRW


Doch Düsseldorf ist nur eine von vielen Etappen des Generalkonsuls. Denn diese werden regelmäßig in andere Länder versetzt. „Ich sehe das als bezahlten Bildungsurlaub“, scherzt er. „Ich lerne eben gerne.“ Auf fünf unterschiedlichen Kontinenten hat der Diplomat schon gelebt, unter anderem war er auch in Afghanistan. Doch Deutschland, betont er, sei ein besonders wichtiger Partner für die USA. „Es gibt 1700 US-Firmen, die 200.000 deutsche Arbeitsplätze bieten. Es gibt aber auch viele erfolgreiche deutsche Firmen in den USA. Das ist sozusagen eine two-way-street.“
Apropos two way. Weiter geht es in englisch. Zumindest bei Keller. Einige Schüler stellen ihre Fragen auf deutsch, andere wagen es in der Fremdsprache. Der Diplomat beantwortet jede Frage, bis auf die, die sich nach Einschätzungen der Präsidentenkandidaten richtet. „Aber zu Trump kann ich etwas sagen, denn er ist kein Politiker. Es gibt Leute, die unterstützen ihn, aber das machen sie eben genau deswegen, weil er kein Politiker ist“.
Die Schüler wollen eine Einschätzung zu den Mailattacken haben, möchten wissen, wie Keller und die USA zu dem Freihandelsabkommen stehen, aber auch, ob er denkt, dass die Medien unfair mit Trump umgehen. Ein klares „Ja“ gibt Keller auf die Frage, ob seiner Meinung nach Marihuana legalisiert werden sollte und erklärt an diesem Beispiel, „wir haben ja 50 Bundesstaaten, und auch wenn die USA ein Gesetz erlässt, wird es in einigen Staaten gekippt“.

Kann eine Frau USA regieren?


Aber auch die Frage, ob er denkt, dass eine Frau das Land regieren könnte, beantwortet er deutlich: „Ja. Ich habe eine Tochter und zwei Söhne und ich scherze immer, dass die Frauen irgendwann die Welt regieren werden“. Aufgrund des Geleitschutzes, den Keller mitgebracht hat, stellte sich zudem die Frage, ob er sich sicher in Deutschland fühlt. „Auf jeden Fall. Ich habe einen guten Bodyguard, er gibt mir ein gutes Selbstvertrauen. Aber ich lebe hier nicht in Angst. Deutschland ist mir nicht fremd und es ist wie eine Heimat für mich.“
Dann stellt ein Schüler noch eine kritische Frage, für die Keller auch keine befriedigende Antwort bereit hält. „Ist die militärische Präsenz von den USA in Deutschland in dieser Form nötig?“.
Zunächst sagt Keller, dass es nicht ungewöhnlich sei, eine militärische Kooperation zu haben, und das nichts ohne Absprache mit Deutschland geschehe. Damit gibt sich der Schüler aber nicht zufrieden. „Und was ist mit der Präsenz von Atombomben auf deutschem Boden?, ist das wirklich nötig.“ Keller schluckt kurz und gesteht dann ein. „Klipp und klar, ja das ist nötig.

Diplomat stellt sich auch unbequemen Fragen


Der Krieg ist noch nicht so lange her.“ Für diese ehrlichen und informativen zwei Schulstunden erhält der Generalkonsul einen tosenden Applaus. Mit seinem Besuch hat er einen lebhaften Einblick in die USA gegeben. Eine tolle Aktion der Schule, die sich bemüht, einmal im Halbjahr den Schülern die Möglichkeit zu geben, auf so einer Ebene lebhaft zu lernen. Michael R. Keller steht den Schülern des Mariengymnasiums Rede und Antwort. Auch den unbequemen Fragen stellt er sich.
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