Wer fliegt denn da?

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  Passend zur Weihnachtszeit würde die Frage eigentlich zu einfach zu beantworten sein. Aber genau das ist hier nicht gemeint. Hier ist die Frage wirklich wörtlich zu verstehen. Und wer beim Weihnachtsturnen des Turnerbunds Essen-Altendorf dabei war, weiß das genau. Es handelt sich nämlich nicht um den Nikolaus oder das Christkind, sondern um die kleinen Nachwuchstalente des Sportvereins, die kapp über eine Stunde lang zeigen, was sie alles gelernt haben und zu welch gewagten Choreografien, Flügen und Sprüngen sie in der Lage sind.
„Wir sind sehr stolz und sehr froh darüber, dass wir auch in diesem Jahr wieder am zweiten Advent unser traditionelles Weihnachtsturnen veranstalten können“, erklärt der erste Vorsitzende, Wolfgang Schroth. „Ihr Können zeigen die Kinder aus den Kinder- und Jugendgruppen aus dem allgemeinen und dem Leistungsbereich. Alle Eltern, Tanten, Onkel, Omas und Opas sollen einen Einblick bekommen, was ihre Kleinen so von montags bis freitags bei uns lernen. Es wird also ein Querschnitt der Turnstunden präsentiert. Dass am Ende der Veranstaltung noch ein Ehrengast auf dem Programm steht, versteht sich von selbst“, schmunzelt Schroth und zwinkert erwartungsvoll.
Den Anfang machen mutig die Montag-Mädchen. Mit Musik unterlegt turnen sie was das Zeug hält und präsentieren dem Publikum, was sie so alles können. Ganz wichtig: Musikauswahl und Choreografie haben sie eigenständig einstudiert, ohne ein Zutun ihrer Übungsleiter. Und an den glücklichen Gesichtern am Ende kann man deutlich sehen, dass es gerade viel besser geklappt hat als in allen Proben zuvor.
Im Anschluss sind die Freitagskinder mit Georg Schilling an der Reihe. Ihre Disziplin: Turnen am Sprung, sprich am Bock. Dann dürfen die Jungs der Kunst-Turn-Vereinigung aus Mülheim an den Start. Unter der Leitung von Jozsef Kakuk zeigen sie, was beim Bodenturnen so alles möglich ist.
Etwas bodenständiger geht es dann mit einer Vorführung über den Prellballsport weiter. Hierbei wird ein tiefes Seil gespannt und am Spiel einen kurzen Einblick in die Regeln und Spielweise gegeben. Ein Detail, das nicht unter den Tisch fallen darf: Der Turnerbund Essen-Altendorf gehört zu den erfolgreichsten Prellballern, mit zahlreichen Meistertiteln und einem guten Treppchenplatz beim Rheinischen Meister.
Nach einem weiteren Umbau werden nun die großen Geschütze aufgefahren: Seitpferd und Barren. Und hier hat man wirklich das Gefühl, alle fliegen nur so durch den Raum. In nicht zu unterschätzender Höhe fliegen alle nur so von einer zur anderen Seite. Abschließend zeigt auch der Übungsleiter Jozsef Kakuk sein Können. Ganz putzig geht es weiter mit den Minis aus dem Kinderturnen: Allen wird eine Weihnachtsmütze aufgesetzt und nacheinander krabbelen und balancieren sie über einen kleinen Parcours, abgerundet von einem Purzelbaum, Mützeverlieren inklusive.
Der letzte Akt stiftet etwas Verwirrung: Licht aus und Schwarzlicht an. Nur mit einem (elektrischen) Teelicht in der Hand, führen die Montagsmädchen zum Abschluss eine sehr besinnliche Akrobatiknummer vor.
Dass es das aber noch nicht gewesen sein kann, ist jedem klar. Spätestens als von Wolfgang Schroth ein Weihnachtslied gefordert wird, weiß jeder, wer jetzt noch auf dem Programm steht. Und siehe da, der Weihnachtsmann kommt herein – und mit ihm ein prall gefüllter Weihnachtssack. Da hinein dürfen jetzt ein paar Kinder fassen, die im vergangenen Jahr gute Erfolge erzielt haben, aber auch die Übungsleiter werden aufgefordert einmal beherzt hineinzugreifen.
Um aber keinen so kurz vor Weihnachten traurig werden zu lassen, ist auch für alle anderen Kinder eine Geschenktüte bereitgestellt worden, gefüllt mit einem Nikolaus, Nüssen und anderen Süßigkeiten.
„Alle Kinder haben sich auf das Weihnachtsturnen gut vorbereitet. Und für viele ist es das erste Mal, dass sie vor Publikum auftreten. Wir sind auch sehr glücklich darüber, dass wir viele Kulturen hier vereinen – und da wir unsere Feier bereits zum 125. Mal abhalten, scheint es den anderen auch so zu ergehen“, erklärt Schroth.
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