"Der Kreis schließt sich!" - Jennifer Pauels hatte ihren 1. Schultag - Als Lehrerin an der Schule, die sie als Kind besuchte

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  Goch: Gocher Wochenblatt |

Der erste Schultag ist für 76 Uedemer i-Dötzchen, vielleicht ähnlich vielen Müttern, Vätern, Großelternpaaren ein besonders aufregendes Ereignis. Zum einen warten alle ungeduldig darauf, zum anderen ist es ein Tag, an dem sie Altbekanntes verlassen. Ein Gefühl, dass auch Jennifer Pauels sehr gut nachempfinden kann. Die 28-Jährige hat morgen auch ihren 1. Schultag. Als Lehrerin. An der Geschwister-Devries-Grundschule. Ausgerechnet die, die sie selbst vor über zwanzig Jahren als Kind besuchte ...

VON FRANZ GEIB

Uedem. "Ich kann mich noch gut an die Schule und die einzelnen Räume erinnern, ob wohl sich einiges verändert hat", blickt die 28-jährige über den Flur. Zwar ist alles moderner, ansprechender geworden als in den neunziger Jahren, als sie noch die Schulbank drückte: "Den Glasgang vor dem Eingang gab es noch nicht und auch der Schulhof ist mit diesem riesigen Mensch-ärgere-Spielfeld viel ansprechender gestaltet." Auch die Aufzüge im Inneren machen deutlich, dass das Zeitalter der Inklusion mittlerweile im Schulalltag angebrochen ist.
Lang, lang ist es her, als die gebürtige Uedemerin hier mit ihren Schulfreundinnen und -freunden über den Pausenhof tobte: Nach dem Besuch der Grundschule folgte von 1999 bis 2008 das Gymnasium Goch, wo sie auch das Abitur erfolgreich baute, und das Lehramtsstudium an der Uni in Koblenz. "Ich hatte mich an vielen Unis beworben. Der Vorteil: In Koblenz wurden keine Studiengebühren erhoben", so Jennifer Pauels. Mit dem ans Studium anschließenden Referendariat (Lüttingen 2014 - 2015) schien der Weg der jungen Frau vorgeebnet, doch es kam zunächst (noch) anders: "Da ich zunächst keine Stelle bekam, brachte mich meine Schwester darauf, dass TUI Cruises (Mein Schiff-Kreuzfahrten) eine Deutsch-Lehrerin für die Besatzungsmitglieder gesucht würde."
Ein bißchen rumreisen, arbeiten, wo andere Urlaub machen, diese Aussicht schien reizvoll, doch wiegelt die Uedemerin im Nachhinein ab: "Ich habe zwar die Karibik, das Mittelmeer, den Orient (Dubai, Abu Dhabi) und Norwegen bereist, doch ich hielt mich in der Regel im Q-Bereich unter Deck auf und da ist es natürlich bei weitem nicht so schön, wie oben auf deck." Hin und wieder kam so etwas wie Urlaubs-Strand-Feeling auf, wenn die junge Lehrerin für eine kurze Zeit das Schiff verlassen durfte. Und erschwerend hinzu kam, dass die Arbeitszeit in der Regel eine Sieben-Tage-Woche beschrieb: "Da war nicht viel an Urlaub zu denken."
Nach eineinhalb Jahren war die Entscheidung, das Schiff wieder zu verlassen und ein "normales" leben zu führen ausgereift: "Ich hatte die Welt gesehen, hab viel durch das Herumreisen gelernt, jetzt war für mich zeit meine Wurzeln irgendwo anzusetzen."

Gleich die erste Stelle, die ihr angeboten wurde

Der Zufall wollte es, dass ausgerechnet in ihrem Heimatort eine Vakanz bestand. Ausgerechnet an ihrer ehemaligen Schule. "Das war gar nicht geplant, aber es war tatsächlich die erste Stelle, die mir angeboten wurde", freut sich die junge Lehrerin auf ihren ersten Schultag am morgigen Donnerstag. Als Fachlehrerin (Sachunterricht, Mathematik) hat sie zwar noch keine eigene Klasse, doch die "totale Freude" wieder zurück nach Uedem kommen zu dürfen: "Der Kreis schließt sich, toll!" Von der Karibik an den Niederrhein, Kervenheimer Straße 20. Hier arbeitet die junge Lehrerin.
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