Friedliches Miteinander der Religionen

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Zahlreiche Fotos und Dias erinnern an die Zeit, als Volkmar Kehrein vor 50 Jahren als Entwicklungshelfer in Afrika tätig war.

In vielen Ländern sind sich Christen und Muslims nicht grün. Setzt man zumindest in Deutschland verstärkt auf Verständigung und Dialog, werden die Konflikte in Afrika sogar oft noch blutig ausgetragen. Volkmar Kehrein hat vor 50 Jahren ganz andere Erfahrungen gemacht.

Christian Schmithuysen

Von 1964 bis 1971 war der Gocher als staatlicher Entwicklungshelfer in Togo tätig. Eine Lebenserfahrung, die der 77-Jährige nicht missen möchte. „Bis zur Fertigstellung meines Hauses wohnte ich einige Monate bei einem Missionar der Weißen Väter“, erinnert sich Volkmar Kehrein. „Die einheimische Bevölkerung war jedoch größtenteils muselmanisch.“ Bei seinen abendlichen Rundgängen fielen ihm rasch zwei Männer auf. Der große, stattliche war ein Iman, der kleinere Mann ein katholischer Katechist. Als Kehrein erfuhr, dass die beiden Freunde waren und großen Einfluss im Dorf hatten, machte sich der Gocher dieses Wissen bei seiner Arbeit zu nutzen. Schließlich gab es in dem Ort Kambole nahe der Grenze zu Benin viel zu tun. Sein Einsatz als Werkstattmeister war unter den vorgefundenen Bedingungen zum Scheitern verurteilt. So fand sich Volkmar Kehrein schnell in der Landwirtschaft wieder, wo er ein Projekt in der Buschsavanne aufbaute.

Prozession wird zum Volksfest


Improvisation gehörte dabei zum täglichen Geschäft. „So haben wir zum Beispiel aus LKW-Teilen eine Pflug gebaut“, wusste sich der gelernte Schiffsingenieur stets zu helfen. „Oder für die Kinder aus Ölsardinendosen Spielzeug gebastelt.“
Bei den Bewohnern war der Mann aus Deutschland sehr beliebt. Dabei durfte er erleben, dass Naturreligion, Islam und Christentum sich gut verstehen können. „Die katholischen Prozessionen waren stets ein Volksfest fürs ganze Dorf“, blickt der Rentner gerne zurück.
Obwohl Volkmar Kehrein gerne an seinen Einsatz in Afrika zurückdenkt, hat er seit seiner Rückkehr keinen Kontakt mehr nach Togo. „Die Bevölkerung wollte zwar, dass ich bleibe, aber von staatlicher Seite wurden mir damals leider Steine in den Weg gelegt“, sagt Kehrein. „Man fand es wohl unmöglich, dass ein Schiffsingenieur Baumwolle anpflanzt.“

Gute Nachbarschaft


Heute erinnern den 77-Jährigen nur noch zahlreiche Fotos und Dias an seine Zeit in Afrika. Das gute Miteinander der Religionen blieb ihm jedoch auch in seiner Heimat erhalten: „In unserer Nachbarschaft leben einige Kurden, mit denen wir ein sehr gutes Verhältnis haben.“
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