Neue Erkenntnisse zum Bade-Unfall in Goch: "Die Nierswelle war nicht verantwortlich"

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Hochwasser in der Nierswelle ist keine Seltenheit, wie das Bild von 2012 zeigt. Foto: Gerda Bruske
Goch: Nierswelle | Das Drama um den zehnjährigen Jungen, der beim Baden in der hochwasserführenden Niers ertrank, bewegt viele Menschen aus der Stadt. Die Anteilnahme ist auch offensichtlich groß. An einer Stufe der Nierswelle haben unbekannte Mitbürger ein paar Kerzen aufgestellt, um an das Unglück vom vergangenen Sonntag zu erinnern.
Für den Gocher Dieter Üing scheint der Unglücksfall vermeidbar gewesen zu sein. Bereits am Samstag habe er, so sagt er dem Wochenblatt, zwei Polizeibeamte auf die Gefährlichkeit und spielende Kinder hingewiesen. Diese seien unmittelbar danach zur Nierswelle gegangen. Da anschließend nichts passierte, und auch nach dem Unfall die Situation die gleiche war, schrieb er der Stadt (Brief liegt der Wochenblatt-Redaktion vor) und erhebt schwere Vorwürfe.
So schreibt er unter anderem: "Für mich ist nicht nachvollziehbar, dass aus dem Bereich Stadtverwaltung/Eigenbetriebe (Konzern der Stadt Goch) kein(e) Mitarbeiter(in) durch eigenes Sehen (beziehungsweise Erfahrung) der gefährlichen Situation bei Niershochwasser auf die Idee kommt, auf die Möglichkeit von Absperrmaßnahmen aufmerksam zu machen."
Torsten Matenaers, der Sprecher der Stadt, weist die Vorwürfe zurück und betont: "Grundsätzlich werden wir aktiv, wenn wir Hinweise auf eine gefährliche Situation bekommen." In dem Fall des albanischen Jungen Erti Q. aber gibt es neue Erkenntnisse die Torsten Matenaers dem Gocher Wochenblatt gestern mitteilte: "Nach allem was wir jetzt von Polizei, DLRG und anderen Beteiligten wissen, ist der Junge seitlich von der Nierswelle am unbefestigten Ufer in die Niers gegangen." Die bauliche Situation der Welle mit dem Ponton, wo der Junge gefunden wurde, ist demnach nicht für den Unfallhergang verantwortlich. Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse wird die Stadt keine baulichen Maßnahmen treffen, so Matenaers
Gleichwohl macht die Stadt darauf aufmerksam, dass das Baden an fließenden Gewässern auf eigene Gefahr erfolge: "Wir empfehlen nochmals, dass nicht zu tun!"
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