VFL Entracht Hagen gegen EHV Aue 34 : 35

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  Hagen: Ischelandhalle | VfL Eintracht Hagen – EHV Aue 34:35 (18:15)

Typischen Abstiegskampf gepaart mit etlichen Kuriositäten und einem bitteren
Ende für die Gastgeber bekamen die 555 Zuschauer in der Arena am Ischeland
zwischen dem VfL Eintracht Hagen und dem EHV Aue zu sehen. Lange Zeit sahen
die Grün-Gelben wie der sichere Sieger aus, nur um am Ende mit leeren Händen
dazustehen. Ein vergebener Siebenmeter von Sören Kress mit dem Schlusspfiff
beendete die Hoffnungen des VfL, am Ende doch noch einen Punkt in der Arena
am Ischeland zu behalten. Damit rutscht die Eintracht am letzten
Hinrundenspieltag wieder auf einen Abstiegsplatz, während die Mannschaft aus
dem Erzgebirge ihre Serie auf vier Siege in Folge ausbaute.

Bezeichnend, dass mit Kress nicht nur der wohl stärkste Hagener neben
Vize-Kapitän Julian Renninger den Siebenmeter verwarf, sondern wie. Zunächst
musste Kress die verbliebene Sekunde von der Uhr laufen lassen und noch
einmal an die Linie treten. Seine erste Täuschbewegung war derart
überzeugend, dass Robert Wetzel postwendend auf dem Hosenboden saß. Trotz
des beinahe komplett freien Tores wollte der neun Mal erfolgreiche
Spielmacher auf Nummer sicher gehen und einen festen, präzisen Wurf abfeuern
– scheiterte damit aber an der Latte.

Doch der Reihe nach: Zu Beginn der Begegnung agierten beide Parteien gleich
mit offenem Visier. Schnelle Treffer der Hagener konterten die Auer all zu
häufig mit direkten Gegentreffern, oft aus der schnellen Mitte. „Das müssen
wir besser unterbinden, da hatten wir unsere Probleme mit“, analysierte
daher auch Renninger nach dem Schlusspfiff, ehe er nachschob: „Überhaupt hat
die Abwehr heute nicht so gut gestanden, wie es sein muss. Das müssen wir
schnell abstellen.“

Bis zum Pausentee fand die Mannschaft von Trainer Niels Pfannenschmidt trotz
der immer wieder auftretenden Schwächen in der Defensive immer besser in die
Spur und setzte sich Treffer um Treffer ab. Mit dem Pausenpfiff erzielte
Kress das 18:15 mit einem Strahl genau in den Winkel.

„Wir hatten uns in der Kabine viel vorgenommen, wussten, dass wir hier am
Ball bleiben müssen, denn in Hagen haben zuletzt nicht all zu viele
Mannschaften etwas mitnehmen können. Das ist uns aber leider nicht
gelungen“, bilanzierte Aues Trainer Stephan Swat nach dem Schlusspfiff. Dies
bedeutete im Umkehrschluss, dass sich der VfL nach 120 Sekunden gar auf
20:15 abgesetzt hatte. Diese Führung verteidigten die Hausherren bis zur 47.
Minute, als Kevin Roch beim 27:27 der Ausgleich gelang. Fortan ging es Hin
und Her, wobei meist die Eintracht einen Treffer vorlegte.

So auch in der 53. Minute, als Dragan Tubic auf Rechtsaußen aus spitzem
Winkel einen Heber ansetzte, der zwar an den Pfosten tropfte, aber beim
Rettungsversuch von Erik Töpfer zunächst pariert, dann aber in den Kasten
befördert wurde – als der Schlussmann krachend mit dem Pfosten kollidierte.
Minutenlang musste Töpfer behandelt werden, ehe ihn seine Mitspieler vom
Feld geleiteten. Der Aufprall war derart heftig, dass das Tor Schaden nahm
und erst repariert werden musste, bevor die Begegnung fortgesetzt werden
konnte.

In den finalen Minuten war die Partie vollends zum Krimi mutiert. Erst glich
Kress 35 Sekunden vor dem Ende zum 34:34 aus, 27 Sekunden vor dem Ende
kassierte Dragan Tubic eine Zeitstrafe wegen eines Wechselfehlers. In
Überzahl wollte Aue ganz auf Nummer sicher gehen, doch Jan von Boenigk
spritzte in einen Parallelpass, spitzelte den Ball weg – und verpasste den
„Steal“ nur hauchdünn, da der Ball ins Seitenaus trudelte, ehe er ihn
sichern konnte.

Elf Sekunden vor dem Ende nahm Swat bei angezeigtem Zeitspiel einen Timeout
und ordnete seine Farben neu. Gregor Remke war es dann vorbehalten, bei noch
vier zu spielenden Sekunden mit einem sehenswerten Wurf zu vollenden.
Während die EHV-Spieler jubelnd abdrehten schaltete Renninger
gedankenschnell und nahm den Ball an der Mittellinie an, wo Phillip
Jungemann ihn eine Sekunde vor dem Ende schlichtweg umrannte. Gemäß der
Regeln bedeutete dieses Foul in den Schlusssekunden die rote Karte für Aues
Kreisläufer – und den finalen Siebenmeter – mit dem bekannten Ende.

„Wir haben es leider verpasst, den Sack zuzumachen. Wir hatten mehrere
Situationen, in denen wir unser Überzahlspiel nicht genutzt haben. Dadurch
konnte Aue überhaupt erst wiederkommen“, resümierte Pfannenschmidt nach dem
Spiel.

VfL: Mahncke (12/1 Paraden), Jerkovic (n.e.); Lindner (n.e.), Kress (9/2),
Tubic (3), Schneider (n.e.), Fauteck (1), Renninger (8), Konitz (5), König
(n.e.), Saborowski (1), Waldhof, Bornemann, Mestrum (6/2), von Boenigk (1).

EHV: Wetzel (5 Paraden), Töpfer (4/1 Paraden); Schäfer, Meinhardt (2/2),
Roch (4), Ebert, Bornhorn (3), Dumcius (4), Mägi (4), Faith (2), Koke (2),
Neuteboom, Jungemann (4), Remke (7), Pechstein (3).

Siebenmeter: 6/4 – 3/2 (Kress wirft an die Latte, Mestrum scheitert an
Töpfer – Neuteboom scheitert an Mahncke).

Zeitstrafen: 8 – 12 (Renninger 2x, Tubic 2x, – Jungemann 2x, Remke, Roch,
Pechstein, Faith).

Rote Karte: Phillip Jungemann (60.).

Schiedsrichter: Christian Kroll und Emanuel Oliver Polke.

Zuschauer: 555 in der Arena am Ischeland.
VfL Eintracht Hagen 1863 e.V.
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