Kröten wandern wieder

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In der Morgen- und Abenddämmerung ist Christina Schöner vom Naturschutzbund NABU unterwegs um entlang der Krötenzäune die Amphibien abzusammeln.
Seit Anfang März machen sich Molche, Springfrösche und Erdkröten wieder auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei müssen sie mitunter gefährliches Gelände durchqueren. Straßen, die ihren Weg kreuzen, werden jährlich für hunderte Amphibien zur Todesfalle. Zu Ihrer Rettung setzt sich der NABU ein und sucht noch nach tatkräftiger Unterstützung.

Wie war das noch mit dem Frosch und dem Kuss? Wer einen Prinzen finden will, der muss...
“...vor allem ganz früh aufstehen! Außerdem darf er keine Angst vor schlechtem Wetter und körperlicher Anstrengung haben,“ weiß Christina Schöner. Sie ist eine der engagierten HelferInnen des NABU, die weder die frühe Stunde, noch kalte Hände scheuen um die Tiere entlang der Schutzzäune abzusammeln. In der Morgendämmerung und bei Regen ist die Chance nicht nur einen, sondern hunderte der flotten Hüpfer zu treffen besonders groß. Dann nämlich machen sich die Krötendamen zusammen mit ihren Traumprinzen auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei machen es sich die Herren der Schöpfung schon mal leicht. Nicht selten lassen Sie sich von Ihrer Angebeteten tragen. Die Damen tragen es mit Fassung. Sie sind in der Regel deutlich größer und breiter gebaut als die Männchen. Ihnen bei ihrer zum Teil gefährlichen Wanderung über die Straßen zu helfen ist eine Aufgabe, die sich die NABU auf die Fahnen geschrieben hat. So früh wie möglich vor Ort zu sein ist dabei von großer Wichtigkeit. Krähen und Rabenvögel freuen sich über den morgendlichen Snack und kommen den Helfern zuvor, wenn diese sich verspäten.

Christina Schöner ist seit fünf Jahren Mitglied im Naturschutzbund. Zum Natur- und Umweltschutz kam sie durch Freunde, die bereits beim NABU aktiv waren. Mittlerweile betreuen sie und ihr Team im Halterner Stadtgebiet drei Gebiete entlang stark befahrener Straßen, an denen alljährlich zwischen der letzten Januarwoche und der ersten Februarwoche sogenannte Krötenzäune aufgestellt werden. Die Zäune bestehen aus einer festen Plane, werden mittels Stangen aufgebaut und einige Zentimeter die Erde eingegraben, so dass kein Durchschlupf möglich ist. Diese Barrieren sind von den wandernden Kröten nicht zu überwinden. Entlang der von der Straße abgewandten Seite der Zäune sind in regelmäßigen Abständen Eimer in die Erde eingelassen. Wenn nun die Kröten auf der Suche nach einem Durchschlupf im Zaun an diesem entlang watscheln, dann plumpsen sie im Idealfall in diese Eimer und können dort eingesammelt und gefahrlos über die Straße getragen werden. Die Todesfälle durch überfahrene Kröten werden durch diese Rettungsaktionen an den Hotspots nahezu auf Null minimiert.

Der regelmäßige Einsatz in den frühen Morgen- oder Abendstunden ist dazu Voraussetzung. Dennoch ist dies der am wenigsten arbeitsintensive Teil dieser Rettungsaktionen. Viel aufwendiger und mit harter körperlicher Arbeit verbunden ist das Aufstellen der Zäune. Allein das Gestänge bringt ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Hinzukommt die Zaunfolie und weiteres Arbeitsgerät wie Spaten und Schaufeln, die mit einem Hänger an den jeweiligen Einsatzort gebracht werden müssen. Eine große Erleichterung erfuhren die Mitglieder des NABU durch die Quarzwerke zwischen Sythen und Hausdülmen. Hier wurde dem NABU eine Garage zur Verfügung gestellt, in der die Zäune das Jahr über gelagert werden können. So entfällt zumindest an diesem Punkt der aufwändige An- und Abtransport.

Gefährlich sind die Einsätze an den Straßen aber auch für die menschlichen Helfer selbst. Zum Schutz im Straßenverkehr tragen die Helfer Warnwesten. Ein Revier entlang der Holtwickerstraße mussten die Organisatoren aus Sicherheitsgründen aufgeben. Trotz Warnhinweisen wird auf der Strecke so rasant gefahren, dass es schlichtweg nicht mehr zu verantworten war, Helfer in dieses Gebiet zu schicken. Das Absammeln der Kröten wird seitdem von Anwohnern übernommen.

Der Naturschutzbund NABU ist auf Bundes-, Landes-, Kreis- und Gemeindeebene tätig. Die Schwerpunkte der Ortsgruppe des NABU in Haltern am See liegen im Amphibienschutz, im NABU-Garten, in Umwelt- und Landschaftsschutz und natürlich im Vogelschutz. Mehr dazu unter: nabu-haltern.jimdo.com

Interessierte und Helfer an Naturschutzprojekten sind dem NABU stets herzlich willkommen. Wer Kontakt aufnehmen möchte, der kann dies per Mail machen unter: Amphibien{at}NABU-HalternAmSee.de
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