Im Hause Grillo dreht sich alles um Wickelbären

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(Foto: Grillo)
 
Sarah Grillo mit Nachwuchs Jacky, der Anfang April nach gründlicher Suche nach Leipzig verkauft worden ist.

Wickelbären sind besonders pfiffige und neugierige Tiere - von denen einige ein Zuhause bei André und Sarah Grillo gefunden haben.

„Wir hatten rund zehn Jahre lang Echsen und Chamäleons bei uns zu Hause und haben uns an diesen Tieren erfreut“, erzählt das Iserlohner Ehepaar, „aber wir haben uns dann von den Tieren getrennt, weil die leider sehr kurzlebig sind.“
So ganz ohne Tiere wollte das Ehepaar aber nicht leben. „Wir dachten zunächst an Affen. Aber die sind artengeschützt und waren für uns überhaupt kein Thema.“ Dass sich die beiden letztlich für Wickelbären (Potos flavus) entschieden haben, ist eher dem Zufall geschuldet. „Wir sind in einem Schweizer Forum auf einen Züchter aus Borken gestoßen.“ Sie haben sich viele Informationen eingeholt und sich dann mit dem Züchter in Verbindung gesetzt.

Sonnenbalkon in überdachtes Gehege verwandelt

Seit März 2013 leben nun drei erwachsene Wickelbären bei Familie Grillo. Die musste sich aber umstellen und kleinere Einschränkungen in Kauf nehmen. „Mein geliebter Sonnenbalkon existiert nicht mehr“, lächelt Sarah Grillo. Warum? „Wickelbären müssen ein stabiles Umfeld haben. Da haben wir den Balkon komplett in ein überdachtes Gehege umgebaut.“ Doch damit nicht genug. Unter der Wohnzimmerdecke führt ein Rohr in das ehemalige umgebaute Echsen-Gehege. „Die Wickelbären“, so André Grillo, „leben in zwei Gehegen, die mit dem Wandertunnel verbunden sind, auf rund 48 Kubikmeter Raum.“
Die auch unter dem Namen „Honigbär“ bekannten kleinen Raubtiere erreichen durchschnittlich eine Schulterhöhe von 25 cm und eine Gesamtlänge von 76 cm, wobei der Schwanz eine Länge von 40 bis 50 cm erreicht.
Die tägliche Gehege-Reinigung wird mit der Katzenschüppe erledigt, da der Boden komplett mit Buchenholz-Spänen bedeckt ist. „Die Tiere und ihre Hinterlassenschaften sind absolut geruchsneutral “, urteilt Sarah Grillo.
Aktiv werden die normal in Mittel- und Südamerika beheimateten Tiere, die zur Familie der Kleinbären gehören, wenn es dämmert. „Die sind nachtaktiv“, so André Grillo, „tagsüber liegen sie zusammengerollt in ihrer Kiste und lassen sich nicht stören.“

Wickelbären sind Schleckermäuler

Wenn Sarah und André Grillo abends zuhause sind, öffnen sie auch die Gehegetür zum Wohnzimmer. „Dann kommen die stets neugierigen Wickelbären zu uns und gehen auf Entdeckungsreise. Alles wird genau untersucht.“ Die Kleinbären sind sehr agil und benötigen viele Klettermöglichkeiten, auf dem Boden trifft man sie eher selten an.
Außerdem sind Wickelbären Schleckermäuler und bekommen jeden Tag frisches Obst. „Bananen sind der Renner“, berichtet Sarah Grillo, „wir geben auch Gemüse, aber kein Nachtschattengewächs wie Tomaten.“ Pro Tag werden 1,5 Kilogramm Obst in das Gehege gelegt. „Es wird immer alles verputzt, nichts bleibt liegen.“
Bislang musste Ehepaar Grillo noch keinen Tierarzt aufsuchen. Sollte dies aber mal der Fall sein, muss eine etwas weitere Reise angetreten werden. André Grillo: „Dann müssten wir die Tierklinik in Hannover aufsuchen, weil die sich dort mit Wickelbären auskennen.“
Nachwuchs hat die Wickelbären-Familie auch schon gehabt. Weihnachten kam Jacky zur Welt. Allerdings ist das Jungtier Anfang April an eine nette junge Dame in Leipzig verkauft worden.
Dort wird Jacky mit einem Artgenossen zusammenleben.
„Der Abschied fiel uns sehr schwer, weil wir miterleben durften, wir Jacky von seiner Mutter Wilma erzogen worden ist. Es war schon toll, wie sie ihm das Klettern beigebracht hat“, ist Sarah Grillo ein wenig traurig. „Wir haben uns aber im Vertrag die Fürsorgepflicht absichern lassen. Wir werden uns auch über die gute Behandlung informieren. Wir kümmern uns um den Kurzen und können ihn auch wieder zurückkaufen“, unterstreicht André Grillo, wie wichtig es ihm und seiner Frau letztlich ist, dass das Tier in verantwortungsvolle Hände kommt.

Text und Fotos: Rainer Tüttelmann
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