Emotionen auf die Probe gestellt

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Schülerinnen und Schüler erarbeiteten Aspekte der nationalsozialistischen Judenverfolgung aus einer ungewöhnlichen Perspektive: Den Emotionen.
Herne: Otto-Hahn-Gymnasium |

Der Nationalsozialismus und die Verfolgung der europäischen Juden ist in der historischen Forschung unter vielfältigen Gesichtspunkten betrachtet worden. Auch für Schüler steht die Thematik wiederholt auf dem Lehrplan.

Eine ganz neue Sichtweise mit einer eher ungewöhnlichen Schwerpunktsetzung, dem Bereich der Emotionen, bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Geschichts-Leistungskurs des Otto-Hahn-Gymnasiums am vergangenen Donnerstag im Schülerlabor an der Ruhr-Universität Bochum vermittelt.
Unter der historischen Fragestellung, inwiefern die NS-Herrschaft Gefühle hervorgerufen habe, welche das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden entscheidend beeinflussten, begaben sich die Gymnasiasten auf die Spur vergangener Emotionen. Eine intensive Quellenarbeit, die verschiedene zentrale Etappen antijüdischer Politik im NS-Staat (1933-39) genauer beleuchtete, ermöglichte es die Auswirkungen auf die sozialen Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden in den Vordergrund zu stellen. Die so gewonnenen Erkenntnisse, inwieweit Gefühle für den Prozess der Ausgrenzung, Isolation und Verfolgung der Juden zentral waren, wurden kritisch betrachtet und abschließend von den akribisch arbeitenden Nachwuchs-Historikern in einem wissenschaftlichen Essay zusammengefasst.
So endete schließlich für die Schüler ein arbeitsreicher, aber auch zugleich informativer Ausflug an die RUB, an welchem ihre Gefühlswelt aufgrund der manchmal nur schwer ertragbaren Emotionen und ihrer Begleitumstände in der NS-Zeit auf eine harte Probe gestellt worden waren.
(Koch)
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