Standing Ovations für Thomas Rech

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Die „große Zehn“ verabschiedet sich in den Ruhestand: Gründungsintendant Thomas Rech (links) übergibt das Zepter mit Zustimmung des Prinzipals Christian Stratmann an Ekkehard Eumann (rechts). Foto: Joachim Hänisch
Ob „Ronaldo & Julia“ oder „Flurwoche“: Thomas Rech (60), Gründungsintendant des Mondpalasts, schenkte dem modernen Volkstheater Komödien, die unter seiner Regie zum Klassiker wurden. Auch den eigenen Abschied am Donnerstagabend inszenierte der gebürtige Bochumer unsentimental und mit locker-leichter Hand: „Ich weiß nicht mehr weiter. Mit drei Kindern hatte ich keine Zeit, den ganzen Text zu lernen“, verabschiedete sich Rech aus dem Weihnachtsspaß „Frohet Fest“, wo er an diesem Abend noch einmal eine Rolle übernommen hatte. Dann rief er Ekki Eumann, seinen Nachfolger als Künstlerischer Leiter, zum Weiterspielen auf die Bühne und nahm in der ersten Reihe Platz.
Das Publikum, darunter Klimbim-Opa Wichart von Roëll, Aktuelle-Stunde-Moderatorin Martina Esser, Parfüm-Tycoon Gerd Pieper und Sparkassenvorstand Jürgen Mulski, war für diesen Jux zu haben und feierte Rechs Adieu mit Jubelrufen und Standing Ovations. Es war kein Abend der großen Reden, sondern einer der liebevollen, launigen Gesten.
Nachdem sich Thomas Rech augenzwinkernd gleich mehrfach bei Prinzipal Christian Stratmann bedankt hatte, verneigte er sich vor dem Publikum und „meinem wunderbaren Ensemble, dem besten der Welt“.
Viele frühere Mondpalast-Weggefährten waren extra nach Wanne gereist, um ihrem scheidenden Ex-Chef die Ehre zu geben, darunter Maewa Ferstl, Annette Weizmann, Markus Beutner-Schirp und Rainer Besel.
Das Ensemble überreichte Rech ein Original-Bühnenbild der Wilhelmstraße, erweitert um edlen Wodka, eine ebenso edle Havanna-Zigarre und einen Wellness-Gutschein. „Wo findet mein Wellnesstag denn statt – im Mondpalast?“, witzelte Rech.
Prinzipal Christian Stratmann landete mit seinem Abschiedsgeschenk ebenfalls einen Volltreffer: „Es fällt mir schwer, Thomas Rech gehen zu lassen. Er war nicht nur ein herausragender Intendant mit einem Gespür für hintergründigen Witz und Qualität, er wurde mir in den Jahren auch ein sehr sehr guter Freund. Ohne Thomas und sein großes Können wäre der Mondpalast niemals zu dem geworden, was er heute ist: Deutschlands großes Volkstheater.“ –
Stratmann überreichte ein Trikot des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum mit der Rückennummer 10 und Namenszug Thomas Rech. Der ebenso leidenschaftliche wie leidensfähige Fan der Kicker aus der Nachbarschaft, zog das blau-weiße Fußballhemd sofort über und einen Teil des Abends nicht mehr aus:
„Alle großen Spielmacher trugen die Zehn – Wolfgang Overath, Dariusz Wosz und jetzt ich“, schmunzelte Rech, der auch in Zukunft ein Auge auf „seinen“ Monpalast haben wird. „Schließlich wohne ich hier oben unterm Dach in der ehemaligen Hausmeisterwohnung“, so Thomas Rech dem Wochenblatt gegenüber.
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