Scherlebecker Glocken haben neues Zuhause

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Presbyter Ludger Estner aus Langenbochum Scherlebeck (l) Pfarrer Kiss (r.) und ein Gemeindeglied (Mitte) der Ev. Kirchengemeinde Rostock- Südstadt verladen eine Glocke für die Reise nach Rostock. (Foto: privat)
Es war ein einschneidender Tag für die evangelische Kirchengemeinde in Scherlebeck, als Bagger und Abrissbirne anrückten. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Glocken haben ein neues Zuhause.

„Die Kirche ist platt!“ beschreibt ein Passant das Bild. Nur noch ein Schutthaufen ist nach dem Abriss vom Gustav Adolf Zentrum übrig.
Und doch gibt es zukunftsweisende Aktivitäten. Die Glocken des Zentrums, die im Neubau nicht mehr eingesetzt werden können, wurden jetzt von ihren neuen Besitzern erworben und abgeholt. Früh um 10 Uhr verlud eine vierköpfige Delegation aus dem Rhein-Sieg-Kreis die größte Glocke in ihren Kleinbus. Sie wird bald in einem Turm der Dorfgemeinschaft Bölkum, Hodgeroth und Stranzenbach zu Bürgerversammlungen rufen oder bei Beerdigungen läuten.
Mittags trafen dann Pfarrer Kiss und ein Gemeindemitglied aus der Evangelischen Kirchengemeinde Rostock-Südstadt ein, um die beiden kleineren Glocken in Empfang zu nehmen.

„Wir hatten bisher noch überhaupt keine Glocken!“, sagt Pfarrer Kiss. „Unsere Gemeinde wurde vor 50 Jahren gegründet und traf sich zunächst in einem Zirkuswagen in einer Schrebergartenanlage, weil es damals in der DDR nicht erlaubt war, Kirchen zu bauen. Inzwischen sind zwei Häuser angemietet, um das Gemeindeleben zu beherbergen!“ Wie der zukünftige Glockenturm aussehen wird, weiß er noch nicht, aber eines steht aber fest: „Wir freuen uns sehr über die Glocken!“

Neue Kontakte mit Perspektiven

Auch die Verantwortlichen der Kirchengemeinde Langenbochum/ Scherlebeck sind positiv gestimmt. Hier dazu einige Stimmen „Für uns ist es wichtig, dass die Glocken weiterläuten und weiter zu Verkündigung und Gottesdienst rufen“, sagt Petra Sach. „Und es freut uns, wenn wir einer anderen Gemeinde damit helfen können“, ergänzt Ludger Estner.
Ewald Kräutner hofft, dass er den Klang der Glocken bald wieder hören wird, wenn eine Delegation aus Herten zur Einweihung des Glockenturmes fährt.
Die Pfarrer denken sogar über eine mögliche Gemeinde-Partnerschaft nach. „Aber das ist noch Zukunftsmusik“, sagt Pfarrerin Ulrike Baldermann.
„Für heute ist erst mal wichtig, dass unsere Glocken in gute Hände kommen. Und dass es weitergeht mit unseren Gemeinden, die unter ganz unterschiedlichen Bedingung leben und doch dasselbe Ziel haben: Glauben weiter zu geben.“
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