Als erstes Werk direkt eine Trilogie: Interview mit der Hildener Autorin Susanne Leuders

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Susanne Leuders (Foto: privat)
Hilden: Stadtbücherei Hilden |

Heute Abend, 20. November, liest die Hildener Grundschullehrerin Susanne Leuders aus ihrer Fantasy Trilogie „Etenya Saga“. Los geht es um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei. Der WA sprach mit ihr vorab über die Entstehung des Werks, Ähnlichkeiten zu lebenden Personen und ihr nächstes Projekt.

Als erstes Werk direkt eine Trilogie – wie fühlt es sich an, wenn der dritte und letzte Teil veröffentlicht wird?
Susanne Leuders: Genauso unglaublich, wie bei den anderen beiden Teilen. Zu Beginn des Schreibens hätte ich nicht geglaubt, wenn mir jemand gesagt hätte, dass es eine Trilogie wird. Bevor ich die Reihe am 21.12.12, also zur Wintersonnenwende, dem Verlagshaus el Gato angeboten habe, waren alle drei Teile bereits geschrieben und ich konnte es kaum fassen, dass der zweite Verlag bereits Interesse an der Geschichte hatte.

In Belgien hatten Sie Zeit zum Schreiben gefunden und sich damit einen langgehegten Traum erfüllt. Hatten Sie die Handlungsstruktur von Anfang an im Kopf?
Zugegebenermaßen war die Entwicklung der Etenya Saga auch für mich sehr spannend. Im Nachhinein gesehen bin ich sehr unprofesionell an das Projekt herangegangen und habe einfach drauflos geschrieben. Die Idee, einen Roman in Belgien zu schreiben, entstand in der Gewissheit, dass ich im nächsten Schuljahr nicht in meinem Beruf arbeiten würde. Mein Mann erinnerte mich daran, dass ich seit 20 Jahren davon erzähle, eines Tages ein Buch zu schreiben.

Gab es Momente, an denen es schwieriger war?
Während des Schreibens kam ich an den Punkt, an dem sich Olivia und Lenno das zweite Mal trafen und er ihr verraten musste, wie er hieß. Da bekam ich ein Problem. Bisher war er immer der Fremde gewesen. Jetzt wurde es ernst! Er brauchte einen Namen! Es musste einer sein, der nicht gängig war, sich aber auch nicht zu fremdartig anhörte. Ich suchte im arabischen Sprachraum, im asiatischen, im afrikanischen und wurde schließlich im indianischen fündig. Als ich „Lenno“ las, wusste ich: Der ist perfekt.

Nachdem ich den Namen hatte, musste Lenno etwas besonderes können. Da lag es nahe, in der indianischen Mythologie herumzustöbern und ich kam auf die Idee mit den Krafttieren und der Naturverbundenheit.

In den drei Büchern geht es um die 17-jährige Olivia und den geheimnisvollen Lenno, der ihr Weltbild komplett durcheinanderbringt und durch den sie Etenya kennenlernt. Gibt es Ähnlichkeiten mit lebenden Personen?
Mit Olivia wollte ich eine Figur erschaffen, mit der sich viele junge Frauen identifizieren können. In verschiedenen Geschichten, die ich gelesen hatte, ging es immer um „ganz normale“ Mädchen, die unglaublich schlau, attraktiv und einfach perfekt waren, aber leider nie verstanden, warum die anderen immer so neidisch auf sie waren. Das fand ich irgendwie unglaubwürdig.

Ich habe einmal irgendwo den Tipp gelesen, dass ein Autor über das schreiben soll, was er selbst gut kennt. Daher habe ich hier und da ganz sicher meine eigenen Erfahrungen in Olivias Charakter hineingelegt. Allerdings selten bewusst.

Nach drei Büchern hieß es Abschiednehmen von Olivia und Lenno – wie war das?
Schrecklich und schön zugleich. Als klar wurde, dass der letzte Lektoratsdurchgang getan war und ich eine Danksagung abliefern musste, wurde mir ganz mulmig zumute.
Ich hatte quasi vier Jahre meines Lebens mit Olivia und Lenno verbracht. Das Abschiednehmen fiel mir zunächst sehr schwer.

Was können Sie über ihr nächstes Projekt verraten?
„Angels Fall“. Einerseits geht es um emotionale Vernachlässigung im goldenen Käfig und andererseits um ein Spiel, bei dem sich Jugendliche offline verabreden, dessen Verlauf aber online dokumentiert wird. Die Spieler wollen alle nur ihren Spaß, bis es schließlich im Reallife ernster wird, als sie vermutet haben.
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 22.11.2015 | 09:51  
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